Ein verhinderter Monsterband: Invisibles 3

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    • Eine noch recht witzige Randbemerkung zu Morrisons Wirken am Rande der Serie Invisibles, die ich zufällig im Web gefunden habe, aber deren Wahrheitsgehalt von mir nicht überprüft wurde:

      - nachdem er in Katmandu von Aliens enführt wurde, wurde ihm ein Teil der Story von diesen „zugeflüstert“,
      - als die Verkäufszahlen der Serie in den USA fielen, wurde einen „Onaniermarathon“ angeregt. Zu einem bestimmten Zeitpunkt sollten die Fans gleichzeitig onanieren, um (vielleicht durch die dadurch freiwerdenden geistigen Wellen) eine magische Zunahme der Verkäufe zu stimulieren.

      Na, ob das wohl wahr ist…


      Ellen :?:
      "Gott ist mit Dir mein Sohn. Auch wenn Du ein Arschloch bist!"
      (Lemmy K.)
    • gina_michi schrieb:

      Eine noch recht witzige Randbemerkung zu Morrisons Wirken am Rande der Serie Invisibles, die ich zufällig im Web gefunden habe, aber deren Wahrheitsgehalt von mir nicht überprüft wurde:

      - nachdem er in Katmandu von Aliens enführt wurde, wurde ihm ein Teil der Story von diesen „zugeflüstert“,
      - als die Verkäufszahlen der Serie in den USA fielen, wurde einen „Onaniermarathon“ angeregt. Zu einem bestimmten Zeitpunkt sollten die Fans gleichzeitig onanieren, um (vielleicht durch die dadurch freiwerdenden geistigen Wellen) eine magische Zunahme der Verkäufe zu stimulieren.

      Na, ob das wohl wahr ist…




      Die Frage ist eher, ob es ernst gemeint war. Und das war es natürlich nicht.

      Eigentlich sollte doch jeder die Ironie hinter solchen Aussagen erkennen.

      Außerdem grenzt ein Onanie-Marathon weibliche Leser vollkommen unfair aus. Das würde Morrison also niemals ernsthaft vorschlagen. :P

      Edit: Zum Glück ist das mit der Onanie eine Fehlübersetzung von Michi. Morrison ist kein Sexist! :D

      BY: I thought you were going to talk about the wankathon! (laughs)
      GM: Well, the wankathon (a magically charged global mastubation session initiated in order to increase the sales of The Invisibles) is there, y'know, (laughs) - Jill Thomson always says that's what put me in hospital! (laughs)
      BY: The kickback!
      GM: Astral Sperm!
      BY: It's a great concept!
      GM: It gives everybody sanction to wank.


      barbelith.com/old/interviews/interview_9.shtml

      Ach ja, Michi (noch so eine Randbemerkung): Quellen kann man, wenn man sie findet, auch selbst angeben. Spart andren Usern die Mühe.



      Mein Name ist Jochen. Ich mag es, zu kochen.
    • Nee, die Quelle war nicht Barbelith, sondern Wikipedia:
      ZITAT:

      "To counteract this (sales dipped sharply) , M. suggested a wankathon in the hope of bringing about a magical increase in sales by a mass of fans simultaeously masturbating at a set time"

      Wankathon: Habe ich selber hergeleitet aus dem Umgangswort wanker + (Mara)-thon.
      War recht einleuchtend. Wie würdest Du denn das anders übersetzen, wenn meine nicht richtig war?
      "Gott ist mit Dir mein Sohn. Auch wenn Du ein Arschloch bist!"
      (Lemmy K.)
    • gina_michi schrieb:

      Nee, die Quelle war nicht Barbelith, sondern Wikipedia:
      ZITAT:

      "To counteract this (sales dipped sharply) , M. suggested a wankathon in the hope of bringing about a magical increase in sales by a mass of fans simultaeously masturbating at a set time"

      Wankathon: Habe ich selber hergeleitet aus dem Umgangswort wanker + (Mara)-thon.
      War recht einleuchtend. Wie würdest Du denn das anders übersetzen, wenn meine nicht richtig war?


      1.) ist da eine kleine Zahl an dem Wiki-Satz. ;) Und selbst wenn du die nicht beachtest - der Wiki-Satz ist auch eine Quelle. Es ist eben ein leidiges Rumrecherchieren, Arbeit, die du anderen ersparen kannst, was die Debatte beschleunigt oder zumindest anderen Zeit spart.
      2. "Wank" = Wichsen. "Masturbating" = "Masturbieren".

      "Unter Masturbation (lateinisch manustupratio von manus "Hand" und stuprum "Unzucht") oder Ipsation (lateinisch von ipse "selbst") wird allgemein die geschlechtliche Selbstbefriedigung bezeichnet, obwohl dieser Begriff eigentlich nur jenen Teil der Selbstbefriedigung bezeichnet, der mit der Hand ausgeführt wird. Der ebenfalls verwendete Begriff Onanie bedeutet Selbstbefriedigung im weitesten Sinne, sexuell oder nicht. Onanie ist aber als Begriff für geschlechtliche Selbstbefriedigung relativ verbreitet, eigentlich aber falsch, denn der Begriff Onanie wurde von Onan, einer biblischen Figur ( Genesis / 1. Buch Mose, Kapitel 38, Vers 8 - 10) abgeleitet. Tatsächlich wurde Onan aber nicht bekannt, weil er sich selbst befriedigte, sondern weil er seinen Penis kurz vorm Orgasmus raus zog, sich also eines Coitus interruptus "schuldig" gemacht hatte."

      gesund.co.at/gesund/Lust_Liebe/Lust_Liebe_masturbation.htm

      Allgemein würde ich den begriff der Onanie aufgrund seiner historischen Herkunft bevorzugt bis nur auf Jungs und Männer beziehen.



      Mein Name ist Jochen. Ich mag es, zu kochen.
    • Zu dem Kathmandu Alien treff:
      Das was er heute dazu sagt ist sehr interessant und stark mit seinen Überzeugungen und Magie verbunden. Kann jedem empfehlen seinen Auftritt auf der DisInfo Con zu lesen (oder wenn man in auf lange Strecken versteht eben anzuschauen :D) und auf seiner Website gibts auch einen Ausschnitt aus Pop Magic! wo er auf seine Magie eingeht.
      Ich werd in den Weihnachtsferien mal den Disinformation Guide über Okkulte lesen da schreibt unter vielen anderen auch Grant Morrison. :thumbup:
    • Also ich habs jetzt auch durchgelesen und würde das ganze in 3 Teile einordnen (Vorsicht evtl. kleine Spoiler)

      1)US Vol 1., Panini Monster 1-2, US TPB 1-3
      Alles very british. Pop Kultur in purster Form. Einführung der Figuren und erste Mysterien. Die Zeichner passen wie die Faust aus Auge. Bester Arc: In Arcadia (erinnert teilweise an Sandman). Dennoch vielleicht der aus Umsatzsicht schwierigste Teil der Serie, weshalb das ganze wohl auch bei Panini eingestellt wurde.

      2) Us Vol. 2, US TPB 4-6
      Alles wandert in die USA. Dadurch wird das ganze viel massentauglicher. Klassische Hit and Run Abenteuer sind nun auch dabei. Mehr BIlder und weniger Text, weniger kompliziert. Dazu Zeichner wie Phil Jimenez und Chris Weston und mit Ragged Robin eine Person, die heraussticht. Vielleicht hätte Panini mit den Dingern bei der Superheldenleserschaft mehr Erfolg gehabt, aber leider, waren die ersten beiden Monster wohl sehr erfolglos.

      3)US Vo. 3, US TPB 7
      Inhaltlich und zeichnerisch wieder ein Schritt zurück zum Anfang. Etwas unmotiviert fand ich das starke Auftreten von Division X. Leider kommen Boy und Ragged Robin nicht/kaum mehr vor, was vor allem bei letzterer stört. Jolly Roger ist kein adäquater Ersatz.
      Die Auflösung im letzten Arc ist dann etwas verwirrend und lädt zum Philosophieren ein. Man kann nicht erkennen, was bzw ob. Morrison überhaupt etwas damit sagen wollte oder ob er es einfach optimal für eine Serie über Chaos Terroristen fand. Das letzte Heft wird übrigens von Frank Quitely gezeichnet.

      Fazit: Ein wirklich wilder Comic Run, der zeigt wie gut Morrison sein kann und wie schräg sein Ideen manchmal sind. Ob sowas auf klassische Mainstream Superhelden passt, ist ein anderes Thema bzw. dort muss sich auch der liebe Grant etwas anpassen. Hier kommt es jedoch toll rüber. würde im Schnitt 7/10 vergeben.

      Noch besser sollen ja wohl sein Animal Man bzw. vor allem seine Doom Patrol sein. Mal sehen.


    • Invisibles Sammelband 5

      -The invisible Kingdom –
      Grant Morrison

      In diesem abschließenden Sammelband, der das komplette letzte US-Vol III (Ausgaben 1-12) enthält wird die interessanteste Serie, die ich bisher gelesen habe, beendet. Diese Serie handelt von dem ewigen Ringen zweier unterschiedlicher gesellschaftlicher Strömungen um die Vorherrschaft auf unserer Erde. Auf der einen Seite die konservativen Kräfte, repräsentiert durch Wirtschaft, Politik, Adel. Und auf der anderen Seite die Kräfte der Veränderung, der Anarchie. Eine Zelle, die für die Anarchie kämpft, sind die Invisibles um den charismatischen King Mob.

      Der Handlungsort der Serie ist unsere Erde, auf der Mythen, Verschwörungstheorien, Spiritualität, Innerlichkeit, Metaphysik, Alientheorien in einer von Popkultur geprägten Umwelt real sind. Dazu gesellen sich noch jede Menge an weiteren Verweisen, Zeitsprüngen und Verlinkungen innerhalb der fast 60 US-Ausgaben. Um das ganze noch verwirrender zu gestalten, wurden nur etwa 20 US-Ausgaben von Panini in deutscher Sprache veröffentlicht. Den Rest der zugegeben schon in deutscher Sprache schon komplizierten Stoffes (milde ausgedrückt) musste ich als interessierter Leser in englischer Sprache weiterlesen. Schande über Panini!

      Man wird sich jetzt fragen: Warum das alles? Nur, um die spleenig-paranoiden Ergüsse eines schottischen Spinners zu lesen, dessen Hirn von Drogentrips aufgeweicht wurde? Bisweilen musste ich mich das tatsächlich fragen. Morrison packt viele, manchmal leere, Symbolik in das Werk und verliert dabei den Sinn des Verständnisses. In anderen Worten, ein Fokus ist nicht zu erkennen. Und das ist ein Problem dieser Serie. Durch die vielen von ihm geöffneten Fässer, Hinweise und Einwürfe kann er keine klare ganzheitliche Prägnanz schaffen. Vielen Lesern wird durch die auf den ersten Blick scheinbare Willkür des Plots sicherlich ein klares Muster fehlen.

      Ein weiteres Problem ist nach meiner Auffassung, dass nicht alle eingesetzten Zeichner auch seine Scrips so umsetzen konnten, dass Morrisons Gedanken auch im Verständnis des Lesers Fuss fassen können. So sind viele Panels auf den ersten Blick verwirrend und scheinen zusammenhangslos. Mir haben da nur die „annotations“ zu diesen letzten 12 Ausgabe unter barbelith.com weiterhelfen können, ohne die ich das gesamte Werk wohl nie richtig geschnallt hätte.

      Apropos: „Das Werk geschnallt“. Wer hier nach solch einer vollgedröhnten Achterbahnfahrt ein rundes Ende erwartet, hat sich geschnitten. Auch der Abschluss lädt wieder einmal zu jeder Menge Spekulation und Interpretation ein, die wohl nur im Kontext gesehen werden können. Da lässt Morrison dem Leser zum Ende viel Raum, den dieser dafür auch nutzen sollte. Die Befreiung der Seele und des Körpers von den Zwängen der Zivilisation und von dem Diktat der Macht und die damit einhergehende Befreiung von den inneren Konflikte ist nur eine gedankliche Richtung, zu dem die Morrison hier den Leser inspiriert.

      Fazit: Der Leser wird nicht konventionell mit Unterhaltung berieselt, er wird bei der Lektüre gefordert mitzudenken und eigene Schlüsse zu ziehen. Anders funktioniert das wohl nicht. Wer eine in sich abgeschlossene und stimmige Story sucht, muss Superman oder so lesen. Wer aber dazu bereit ist, der findet ein Comicerlebnis, dass man wohl nie wieder vergisst. Schaut Euch David Lynchs Kinowerk „Inland Empire“ an, dann habt ihr einen ungefähren Eindruck von dem Inhalt, Aufbau und Wirkung des Comics.
      "Gott ist mit Dir mein Sohn. Auch wenn Du ein Arschloch bist!"
      (Lemmy K.)
    • Kid Savage schrieb:

      Oskar schrieb:

      Noch besser sollen ja wohl sein Animal Man

      Und wenn ich es in jeden Thread extra schreiben muss: ja,ja und nochmals ja. Dieser Run ist wirklich brilliant. Ich kanns nur empfehlen.
      Ja der Animal-Run, den ich damals in den 80gern gesammelt und begeistert gelesen habe, gehört sicher zu den besten Arbeiten von Morrison mit tollen Covern von Brian Bolland. Das wäre doch mal eine tolle Maßnahme, dass Panini dieses längst fällige Material in Form von Sammelbänden bei uns bringt. Vielleicht können wir hier so eine Art Initiative starten :-)???
    • Apropos: „Das Werk geschnallt“. Wer hier nach solch einer vollgedröhnten Achterbahnfahrt ein rundes Ende erwartet, hat sich geschnitten. Auch der Abschluss lädt wieder einmal zu jeder Menge Spekulation und Interpretation ein, die wohl nur im Kontext gesehen werden können. Da lässt Morrison dem Leser zum Ende viel Raum, den dieser dafür auch nutzen sollte. Die Befreiung der Seele und des Körpers von den Zwängen der Zivilisation und von dem Diktat der Macht und die damit einhergehende Befreiung von den inneren Konflikte ist nur eine gedankliche Richtung, zu dem die Morrison hier den Leser inspiriert.


      Mir geht das Ende nicht so richtig aus den Kopf und laufe mir meiner eigenen Interpretation noch etwas schwanger. Falls einer von Euch die Invisibels gelesen hat: Hast Du eine andere/bessere Idee wegen des Endes?
      :?:
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      (Lemmy K.)
    • gina_michi schrieb:

      Apropos: „Das Werk geschnallt“. Wer hier nach solch einer vollgedröhnten Achterbahnfahrt ein rundes Ende erwartet, hat sich geschnitten. Auch der Abschluss lädt wieder einmal zu jeder Menge Spekulation und Interpretation ein, die wohl nur im Kontext gesehen werden können. Da lässt Morrison dem Leser zum Ende viel Raum, den dieser dafür auch nutzen sollte. Die Befreiung der Seele und des Körpers von den Zwängen der Zivilisation und von dem Diktat der Macht und die damit einhergehende Befreiung von den inneren Konflikte ist nur eine gedankliche Richtung, zu dem die Morrison hier den Leser inspiriert.


      Mir geht das Ende nicht so richtig aus den Kopf und laufe mir meiner eigenen Interpretation noch etwas schwanger. Falls einer von Euch die Invisibels gelesen hat: Hast Du eine andere/bessere Idee wegen des Endes?
      :?:


      Hmm, noch keine Antwort..., soll ich denn wiklich dumm und ohe Erleuchtung sterben? Wollt ihr das denn alle? :friede:
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      (Lemmy K.)
    • Wurde doch schon längst als "Marix" verfilmt :D

      Kann mir ehrlich gesagt diesen Stoff schwer im TV vorstellen. Von der Vorlage kann nicht mehr viel übrig bleiben. Dazu kommt die Zeit in der die Invisibles spielen, um dann in den Millenium Sprung zu münden.
      Die gesellschaftliche und eigene Entwicklung die GM anstossen wollte ist IMO längst schon eingetreten (OK, im Moment geht einiges wieder rückwärts).

      Bin bei dem Projekt sehr skeptisch :/

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von churchi ()

    • churchi schrieb:

      Wurde doch schon längst als "Marix" verfilmt :D

      Kann mir ehrlich gesagt diesen Stoff schwer im TV vorstellen. Von der Vorlage kann nicht mehr viel übrig bleiben. Dazu kommt die Zeit in der die Invisibles spielen, um dann in den Millenium Sprung zu münden.
      Die gesellschaftliche und eigene Entwicklung die GM anstossen wollte ist IMO längst schon eingetreten (OK, im Moment geht einiges wieder rückwärts).

      Bin bei dem Projekt sehr skeptisch :/
      Legion ist ähnlich verwirrend.