PREACHER # 7 (VON 9): EINSAM SIND DIE TAPFEREN (fleischige Spoiler)

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    • PREACHER # 7 (VON 9): EINSAM SIND DIE TAPFEREN (fleischige Spoiler)



      Jesse Custer wird Sheriff!

      Reverend Custers Suche nach dem Allmächtigen führt ihn in die texanische Kleinstadt Salvation. Dort leben Hinterwäldler, ein ehemaliger Spion der Nazis, ein irrer Zyklop, eine mutige Polizistin ... und eine geheimnisvolle Fremde aus Jesses Vergangenheit. Um diesen bunten Haufen vor dem diabolischen Geschäftsmann Odin Quincannon zu beschützen, braucht Custer mehr als seine Fäuste und die seltsame Kraft seiner Stimme. Er braucht einen Stern!


      Und hier zeigt sich mal wieder warum Ennis' und Dillon's Preacher zu einer meine absoluten Lieblingscomics gehört. Der aktuelle Band ist mal wieder richtig schön durchgeknallt und vollgepackt mit kranken Figuren - allen vorran natürlich der nette Herr auf dem Cover: Odin Quincannon :D Auch wenn die Story auf den ersten Blick den Eindruck macht ziemlich losgelöst von der Hauptstory zu sein (inkl. dem spaßigen Twist dass Jesse jetzt einen auf Sheriff macht) kommen doch nach und nach Komponenten hinzu welche die Geschichte mit dem Hauptstrang verknüpfen - sehr kuhl!

      Dillon liefert auch hier wieder eine tadellose Arbeit ab: kein Panel wird verhauen und sein Stil paßt einfach perfekt zu Ennis Schreibe.

      Noch 2 Bände und dann liegt Preacher ENDLICH komplett in der wundervollen HC Form vor :)

      Als Bonus gibts diesmal natürlich wieder die obligatorischen Coverskizzen inkl. Kommentare von Fabry und hin und wieder Ennis sowie eine PinUp Gallerie von Zeichnern wie Jim Lee, Quesada oder einem Fabry der nicht gemalt sondern gezeichnet hat (was ich ja bei ihm immer befürworte :D )

      10/10

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Bouncie El D.Abolo ()

    • Ich lese die Serie jetzt sage und schreibe zum 4. Mal (1. US-Heft, 2. Speed-PB, 3. Speed-Heft, 4. Panini-Hardcover) und es ist immer noch ein grandioses und zeitloses Lesevergnügen. Sie verdient zu Recht den Ruf eines modernen Klassikers und muss auch den Vergleich mit kongenialen Werken von Alan Moore nicht scheuen. Man macht Ennis oft zu Recht den Vorwurf, dass er es mit seinen skurilen Situationen, Darstellung von exzessiver Gewalt und sexuellen Abartigkeiten übertreibt, aber dabei darf man nicht vergessen und übersehen: Der Mann kann wirklich glänzende Dialoge und durchaus interesssante Szenarien schreiben und er bzw. seine Charaktere hat/haben dabei auch oft wirklich was zu sagen! Schon bei Hellblazer haben mir die texlastigeren Passagen oft besser gefallen als die zugegeben immer sehr unterhaltsamen Passagen, wo es blutig und hart zur Sache geht.

      Preacher solllte jeder mal versucht haben, der sich nur ansatzweise für Comics faszinieren kann. Für mich gehört sie neben Sandman und The walking Dead zu den besten fortlaufenden Serien aller Zeiten. Selten hat auch ein Zeichenstil (wie hier von Steve Dillon) so zur Story gepasst. Nach dem Ende von Preacher bin ich als Comicleser in eine Art Depression gefallen, weil nichts mehr auf diesem Niveau erschienen ist und man auch nicht immer Lust hat,immer nur alte Sachen von besagtem Alan Moore zu lesen. Doch dann kam "The walking Dead" von Image bzw. Kirkman/Adlard. Diese Serie bewegt sich inhaltlich zwar auf einem vollkommen anderen Terrain, ist aber mindestens genauso intensiv und sogar noch ergreifender als Preacher. Ich habe auf der Arbeit 3 Kollegen, die sich eigentlich überhaupt nicht mit Comics beschäftigen, aber seit ich ihnen die Anfangsbände von Preacher und Walking Dead gab, sind sie absolut süchtig nach diesen beiden Serie geworden. 10,5 von 10 Punkten ;)
    • Großartig, noch besser als der Vorgängerband. Der Band ist ein gutes Beispiel dafür, dass Ennis in seiner Preacher-Reihe unheimlich kreativ und einfallsreich war. Diese Story kommt ohne Tulip und Cassady aus, dafür gibts hier herrliche andere Figuren und bewegt Jesse als Sheriff mal auf gänzlich anderes Terain. Es ist herrlich mit anzusehen, wie Jesse mit Quincannon und dessen anderen Schergen Schlitten fährt und einige abstrusen Szenen (die Anwältin Outlash oder Odin Quincannon in seinem geheimen Kühlhaus) geben dam Ganzen den letzten Schliff. Daneben gibt’s die spannende und interessante „Beziehung“ zu Christina und auch das Verhältnis zum Deputy. Da darf Custer dann gerne auch mal verhalten und nachdenklich sein, was dem Charakter wieder viele neue Facetten verleiht.

      Die übergeordnete Story wird am Ende wieder aufgenommen und die Story mit Jesses peyotl-geschwängerten Visionen ist ganz groß. Tja, und selten passen wohl auch Autor und Zeichner so gut zusammen, wie hier beim Preacher. Mr. Dillon – Kompliment, sehr gut gemacht.


      „Life doesn’t have plots and subplots and denouements. It’s just a big collection of loose ends and dangling threads that never get explained.“.
      - Grant Morrison als "er selbst" in Animal Man, vol. 3: Deus ex machina
    • Ist hier niemand, der den Band als bisher schwächsten erlebt hat? Das wundert mich. Ich habe mich sehr geärgert, wie weit Ennis sich hier von der Hauptgeschichte entfernt, weil ich dachte, es sei an der Zeit der Auflösung etwas näher zu kommen. Stattdessen gibt es ein überlanges retardierendes Moment mit noch einem Schurken, der nicht ganz dicht ist (da hatten wir schon zwei von und alle drei bedienen im Grunde exakt denselben Abscheueffekt), und dann diese Sache mit , von der ich gar nicht weiß, was ich davon halten soll. Die paar Aspekte, die diese Episode wenigstens dramaturgisch zu einem notwendigen Teil des Ganzen machen, können mich nicht überzeugen.
      Wir müssen unser Dasein so weit,als es irgend geht, annehmen; alles, auch das Unerhörte, muß darin möglich sein. Das ist im Grunde der einzige Mut, den man von uns verlangt: mutig zu sein zu dem Seltsamsten, Wunderlichsten und Unaufklärbarsten, das uns begegnen kann. (Rilke)
    • so aufgesetzt ist die Thematik nun auch nicht.

      Immerhin ist Jesse ja auch schon in Band 2, zu seiner alten Heimat zurrück gekehrt.

      Der Spagat aus Charakterisierung und Unterhaltung hat doch klasse funktioniert. Die anderen Charaktere hätten Jesses Selbstfindungstrip unnötig ausgebremst. Außerdem wird Spannung erzeugt, was bei der nächsten Konfrontation passiert.

      Das macht doch die Reihe aus, das am Ende alles passt, es gab genug derbe Witze, Western ,abgedrehten Humor, und Charakterstellen so das alles zusammenpasst. Keines der Elemente wirkt deplaziert.

      Lesen ist eine inteligente Methode sich das Denken zu ersparren. - Walter Moers
    • Exilphilosoph schrieb:

      Ist hier niemand, der den Band als bisher schwächsten erlebt hat? Das wundert mich. Ich habe mich sehr geärgert, wie weit Ennis sich hier von der Hauptgeschichte entfernt, weil ich dachte, es sei an der Zeit der Auflösung etwas näher zu kommen. Stattdessen gibt es ein überlanges retardierendes Moment mit noch einem Schurken, der nicht ganz dicht ist (da hatten wir schon zwei von und alle drei bedienen im Grunde exakt denselben Abscheueffekt), und dann diese Sache mit , von der ich gar nicht weiß, was ich davon halten soll. Die paar Aspekte, die diese Episode wenigstens dramaturgisch zu einem notwendigen Teil des Ganzen machen, können mich nicht überzeugen.


      Ich hatte häufiger von irgendwelchen Leuten gelesen, dass sie diese Episode nicht besonders mögen, da sie sich zu weit von der eigentlichen Geschichte bewege, ich fand es imemr sehr passend, Jesse als Sheriff passt einfach und fügt sich dem ganzen Westernmythos gut ein. Dazu großartige neue Figuren und wundervolle Szenen...muss die ganze Serie auch nochmal zum dritten Mal durchlesen...

      "What's y'r problem, space shrew? Y'got somethin' against ducks"
    • Habe den Band jetzt noch einmal gelesen und bestätige meine Negativmeinung. Über das bereits Gesagte hinaus finde ich den Band auch inhaltlich extrem platt im Vergleich zu den bisherigen Bänden. Eine populistische Hahaha-Polemik in Sachen Rechtsprechung, die mehr das Stammtischvolk befriedigt als mich. In diesem Band findet sich viel von Ennis' anderen Comics wieder, die ich verschmähe, weil es mir zu eindimensional wurde. Wenn hier der wahre Ennis spricht, relativiert das imo viel von meiner Begeisterung für den Preacher als Ganzes.
      Wir müssen unser Dasein so weit,als es irgend geht, annehmen; alles, auch das Unerhörte, muß darin möglich sein. Das ist im Grunde der einzige Mut, den man von uns verlangt: mutig zu sein zu dem Seltsamsten, Wunderlichsten und Unaufklärbarsten, das uns begegnen kann. (Rilke)
    • "einsam sind die tapferen" ein passender name, wenn man an die geschehnisse des letzten bandes denkt, jesse gerät von seinem vorhaben ab um ein paar dinge raus zu finden, dabei kommt er in ein kleines kaff, das von einem kleinen, perversen metzger und seinen arbeitern terrorisiert wird, also macht sich jesse kurzerhand zum sheriff, bzw bekommt den stern und räumt dann auf eindrucksvolle weiße mit dem wicht, seinen leuten und dem KKK auf. auf diesem weg findet er auch wieder zu seiner mutter und am ende findet er auch raus, was mit ihm passierte, nachdem er aus dem flugzeug gestürzt war.

      natürlich ist dieser band relativ losgelöst von der haupstory, was einen im bezug auf das ende des letzten bandes natürlich ärgern kann, dennoch lernt man wieder viel neues über jesses vergangenheit und es ist auch ein band mit viel aktion, humor und coolen ideen, da ist man richtig gespannt auf band 8 :)
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