Welche Comics habt Ihr heute gelesen? (Vorsicht, Spoiler!)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Neu

      Black Hammer #1-13, Annual #1
      Sherlock Frankenstein and the Legion of Evil #1-4
      Doctor Star and the Kindom of Lost Tomorrows #1-4
      Black Hammer: Age of Doom #1-8
      Black Hammer: Cthu-Louise
      The Quantum Age #1-6





      Ich bin begeistert, eine tolles Superhelden-Universum, dass Lemire hier geschaffen hat und bei dem er sich mal mehr mal weniger offensichtlich bei gängigen Konzepten und Figuren der großen Superheldenverlagen (hauptsächlich DC) bedient. Dabei ist das Ganze aber so charmant gemacht, dass das Wiedererkennen nicht störend wirkt, sondern das Leseerlebnis sogar noch steigert. :ok: Besonders DC Fans werden hier ihren Spaß dran haben, von Shazam, Martian Manhunter, Adam Strange, New Gods über Starman, Green Lantern, Anti-Monitor, JSA und Legion ist hier alles dabei.
      Neben den Hauptserien (Black Hammer, Black Hammer: Age of Doom) sind auch die begleitenden Minis durchweg gelungen und wirken nicht wie ein billiger Versuch, den Lesern mehr Geld aus der Tasche zu ziehen. Jede hat eine klare Thematik: Schurken (Sherlock Frankenstein), Starman mit einer Prise Green Lantern (Doctor Star) und Legion in der Zukunft (Quantum Age). Hierbei möchte ich nochmal besonders Doctor Star empfehlen, grandiose Mini mit tollen Zeichnungen, Herz und auch insgesamt fast unabhängig vom Rest, sodass diese Mini auch einzeln gelesen werden kann.
      Kritisch zu sehen ist vielleicht das wirklich geringe Tempo in der Haupthandlung. Lemire verliert sich hier das ein oder andere mal in den Figuren und Rückblicken, was für mich aber auch einen besonderen Charme ausmacht, manche Leser aber frustrieren könnte. Besonders wenn man das Ganze "live" liest und schonmal zwei Monate zwischen den Heften liegen... Die Zeichnungen waren teilweise auch gewöhnungsbedürftig, haben für mich nach einer kurzen Eingewöhnung am Ende aber alle super gepasst.

      Klare Kaufempfehlung, da bleibe ich zukünftig definitiv dran. :)
      "Defying gravity, together..."

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Heatwave ()

    • Neu

      Zinklette schrieb:

      churchi schrieb:

      Guter Slice of Life
      Das wird der gute Jeff allerdings nicht gerne hören ^^
      Ach, Jeff und ich sind Dicke :D

      Der Begriff bedeutet ja nicht das es biographisch aus dem Leben des Autors sein muss.

      (...oder stehe ich gerade auf einem dicken Schlauch... :whistling: )



      ALEISTER & ADOLF (2016)


      Dark Horse / US Ausgabe



      Douglas Rushkoff & Michael Avon Oeming


      New York City, 1995
      Ein Programmierer einer Website kämpft mit einem Problem. Er möchte ein Firmen-Logo einfügen, aber das scheint ein Eigenleben zu haben und verändert ständig seine Position.

      Die Seite sollt am nächsten Tag Online gehen, also macht er sich zur Firmenzentrale des Auftraggebers auf um von dort aus dem Archiv die Original Vorlagen zu holen.

      Ein mißmutiger Herr zeigt ihm die Akten, beim durchstöbern fallen dem Programmierer auch Unterlagen aus dem 2. Weltkrieg entgegen. Bilder von Kriegsgefangenen, Gräueltaten aus den KZ’s.
      Irgendwie scheinen die abgebildeten Formen auch Ähnlichkeiten mit dem Logo der Viceroy Company zu haben. Wo wohl die Idee dazu herkam…?

      Das Neugier des Programmierers ist geweckt und der Verwalter schickt ihn zum (eigentlich totgeglaubten) Besitzer der Firma. Der alte Roberts leidet an Krebs und hat nicht mehr lange zu Leben. Auf die Logos angesprochen beginnt er ein Beichte abzulegen…


      Fort Myer, Virginia 1938
      Roberts ist damals 23 und als Reporter für „Stars & Stripes“ tätig. Er trifft auf General Patton, der ihn auf eine Undercover Mission nach England schickt.
      Die Lage in Deutschland ist beunruhigend (Hitler hat den Anschuss an Österreich vollzogen, GB ist dabei sich auf einen Krieg vorzubereiten).



      London, 1939
      Dort angekommen soll er sich mit Aleister Crowley in Verbindung setzen. Der „böseste Mann der Welt“ ist ein bekannter Okkultist und praktizierender Magier.
      Er war Anfang der 30er in Deutschland und soll da auch Hitler kennengelernt haben.

      Es ist bekannt das Hitler und seine direkten Untergebenen selbst großes Interesse an dem Okkulten hatten. Es beginnt ein geheimer Krieg im Krieg, der so nie in die Öffentlichkeit drang.

      Aleister maninpuliert Horoskope und hält so für eine Zeit die Deutschen davon ab ihre Feldzüge zu starten, da diese auf eine bessere Sternen Konstelation hoffen.
      Die Nazis bringen den Speer des Schicksals (heilige Lanze) in ihren Besitz, damit ist ihnen der Sieg vorherbestimmt.



      Ein wichtiges Instrument sind auch Sigille (Sigils).
      de.wikipedia.org/wiki/Sigillenmagie

      Das können mächtige magische Symbole sein. Im Guten wie im Bösen.
      Die Nazis haben ihr Swastika, das sie mit ihrer Terrorherrschaft und Gräueltaten negativ aufladen und so immer stärker machen. Aleister vesucht nun ein positives Gegenstück zu finden und es gelingt ihm das Zeichen „V“ (for Victory) an Churchill zu bringen und so eine Gegenpropaganda zu initiieren. Dieses Sigill wird mit Hilfe von Ritualen und Sex Orgien positiv geladen.

      Während dieser Zeit verliert sich Roberts immer mehr. Sein Auftrag ist mittlerweile in den Hintergrund gerückt. Fasziniert von Crowley nimmt er an den exzessiven Ritualen teil.
      Dabei verschwimmen durch den Drogen und Alkoholkonsum die Grenzen des Realen.

      Nichts scheint mehr sicher zu sein. Rushkoff überlässt es dabei dem Leser ob er nun an die Taten von Aleister glaubt.
      Hat er im geheimen geholfen die Nazis zu schlagen, oder war er nur ein Riesentroll der sich am Ende den Arsch abgelacht hat? War er vielleicht sogar ein Doppelagent?



      Der Ausgang des 2. Weltkrieges ist bekannt. Crowley wurde von der Regierung verstoßen, durch seinen Lebensstil gesundheitlich angeschlagen verbringt er seine letzen Tage auf einem Anwesen außerhalb von London.
      Er stirbt am 1. Dezember 1947.

      Nicht umsonst darf Grant Morrison das Vorwort verfassen. Selbst bekennender Chaosmagier vertraut er auch auf die Kraft der Sigils. Sein Epos „The Invisibles“ ist dabei nichts anderes als ein Hyper-Sigil das sein Leben verändert hat.

      Rushkoff ufert nicht so weit aus, seine Herangehensweise ist aber ähnlich. Der Leser selbst wird unbewusst einer Initiierung unterzogen.
      Kann man alles natürlich als Geschwurbel abtun, das z.B. die erfolgreichsten Unternehmen der Welt auch entsprechend starke Logos und Symbole benutzen ist ein interessanter Aspekt.

      Soll nicht heißen das hinter einem Fed-Ex Logo ein Geheimbund steckt, aber die Symbiose und der „Glaube“ der Konsumenten an die Marke und deren „Stärkung“ gehen Hand in Hand.

      Ok. Das schweift jetzt etwas ab, um an der Geschichte Spaß zu haben, sollte man glaube ich zumindest mit den Grundbegriffen der Chaosmagie auskennen und ein Faible für die Materie haben :D

      Mir gefällt es wenn Geschichte mit Fiktiven verwoben wird. Das gelingt Rushkoff und Oeming richtig gut. Crowley kommt düster und unnahbar rüber, immer umweht von einem mystischen Aura. Wie Robertson kann man sich als Leser, nie sicher sein was in seinem Kopf gerade vorgeht. Das Artwork unterstützt die Atmosphäre ungemein.
      Der Umfang mit knapp 100 Seiten (inkl. Bonus) ist gerade richtig.

      Weniger ist ja oft mehr ^^

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von churchi ()

    • Neu

      DC Legends (Eaglemoss)...reread
      Darkseid versucht die Helden der Erde zu besiegen indem er als Strippenzieher im Hintergrund nach und nach die einzelnen Legenden zu Fall bringt.
      Soll auch gleichzeitig noch irgendwie den Status nach der CoiE zeigen.
      Einen stößt vllt die etwas langsame Erzählweise auf, aber ich finde es passt sehr gut ins Setting, da Darkseid ja auch ganz entspannt auf seinem Planeten rumhängt und von dort aus seinen Plan durchzieht.
      Auch die Idee, in einem Heft 2 Storystränge parallel voneinander laufen zu lassen, ist auch nicht unbedingt die lesefreundlichste gewesen.
      Die Zeichnungen von Byrne sind 1 Augenschmaus am been vong Optik her (aber ich bin auch ein Fanboi)
    • Neu

      Das stimmt leider, so aktuelle Indie Sachen gehen immer hart an mir vorbei... Die gängigen News-Seiten bringen aber halt auch immer eher den Mainstream (weil es natürlich mehr Klicks bringt).
      Würde gerne öfters in gute aktuelle Sachen reinschnuppern, aber bei der extremen Masse an Veröffentlichung finde ich es zunehmend schwierig einen vernünftigen Überblick zu bekommen. Und ich hab auch nicht die Zeit mir jede Woche die Veröffentlichungen einzeln und genau anzugucken.
      "Defying gravity, together..."
    • Neu

      Ich bin jetzt mit meinem ersten richtig großen, "virtuellem" Comicband im Original durch und zwar Daredevil Epic Collection : The Man without Fear



      Enthalten sind die allerersten Daredevilausgaben (1-21) von 1964 - 1966 und es hat mich einfach mal gereizt, die im Original zu lesen. Ausserdem wollte ich mal testen ,wie lange ich brauche mich durch so einen Schmöker von 467 Seiten durchzubeissen und was mein neues Kindle Fire Tablet dazu sagt :D

      Erstaunlicherweise ging das aber jetzt doch schneller als ich gedacht hätte. Am Anfang habe ich so ein Heft am Stück geschafft, gegen Ende zu aber auch mal recht locker 2- 3 Hefte und der Fire Kindle hat sich auch tadellos gehalten, keinerlei Verzögerungen beim Umblättern (das hatte ich ein wenig befürchtet ;) )

      Aber jetzt zum Inhalt : Die Stories sind alle von Stan Lee und zugegebenermassen sind die allermeisten recht simpel gestrickt. Ein Superschurke taucht auf, Daredevil gibt ihm ein paar auf die Nuss und das wars dann. Dazwischen die Langzeitliebesgeschichte mit Karen (bei der Daredevil nicht recht weiterkommt) und endlose Wiederholungen, dass der große Held blind sei, damit man das auch ja nieeeeeee vergisst :D Für Neueinsteiger vermutlich gar nicht soooooooo schlecht, das Alleinstellungsmerkmal des Furchtlosen so deutlich herauszustellen, wenn man aber die Hefte schnell hintereinander liest, dann nervt es irgendwann ;)

      Höhepunkte waren für mich die Begegnungen mit Ka-Zar (Heft 12/13) , mit Spiderman (16/17) und überhaupt die ganze Storyline in der Foggy so tut, als wäre er DD um Karen zu beeindrucken. Das entbehrt echt nicht einer gewissen Komik, v.a. in Heft 18 als er in einem DD Kostüm, das er sich vom Gladiator hat machen lassen gegen ebendiesen "kämpft". Ein Kostüm macht einen nicht zum Superhelden, kann einen aber verdammt komisch aussehen lassen :D

      Recht interessant waren dann noch mal die Hefte 20/21
      Spoiler anzeigen
      Matt Murdock wird auf eine Insel entführt auf der er einen Richter, der The Owl ins Gefängnis gebracht hat in einem Schauprozess verteidigen soll. Zumindest ist das der Vorwand weswegen die Eule ihn entführen hat lassen, in Wirklichkeit ist das Ganze eine Falle für Daredevil, in die unser furchtloser Held auch brav tappt. Aber am Ende kann er sich befreien und er und der Richter fliehen mit einer riesigen Robotereule, die ihn eigentlich killen sollte, von der Insel, die in einem gigantischem Vulkanausbruch untergeht. Da ist echt ganz schön was los :D


      Zeichnerisch gefällt mir der Band ab Heft 5 immer besser. Da übernimmt nämlich Wally Wood, verschafft Daredevil gleich mal sein berühmtes Doppel-D und ab Heft 7 verpasst er ihm auch das berühmte rote Kostüm. Vorher war es ja scharz-gelb und sieht echt übel aus :D Auch sonst mag ich seinen Stil.

      Ab Heft 12 übernimmt dann John Romita (sr) und liefert auch einen sehr guten Job ab und zum Schluss übernimmt mit Heft 20 und 21 Gene Colan. Der gefällt mir als Zeichner in diesem Band am besten. Oft wenige, aber große, schön ausgearbeitete Panels pro Seite, schöne Splashpages, ungewöhnliche Perspektiven, tolle Dynamik, sehr ausdrucksvolle Gesichter. Hoffentlich bleibt der noch eine Weile an der serie dran :)

      Mein Fazit : Die ersten 21 Daredevils sind inhaltlich sicher keine ganz große Comickunst, aber sie haben einen gewissen nostalgischen Reiz und vom Artwork her, sind sie besser als ich es erwartet habe. Nach einer kurzen Pause (ich muss auch mal meinen deutschsprachigen Lesestapel abtragen ;) ) mache ich mich dann gleich an den zweiten Daredevil Epic Band und freu mich schon drauf :D


      Freunde des klassischen Swamp Thing, die sooooooooooo gerne schöne Neuausgaben hätten und von einem deutschen Omnibus träumen :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Tom ()

    • Neu

      Vito schrieb:

      Heatwave schrieb:

      Klare Kaufempfehlung, da bleibe ich zukünftig definitiv dran.
      Schade, dass es erst ein Crossover mit DC braucht, um Leute auf solche Perlen aufmerksam zu machen. :baeh:
      Ich wusste bis gerade nicht einmal, dass es ein solches Crossover gibt, habe aber alles von Lemire, was es auf deutsch gibt hier. Er ist seit Essex County und Sweet Tooth mein Lieblingscomicschaffender...
      excelsior 8)
      ...meine Zeit, mein Raubtier...
    • Neu

      Zwischen Akte X und Godzilla passt immer noch ein Brasilianer…



      Titel: Monster! Und Andere Geschichten

      Verlag: Panini (US: Dark Horse)

      Format: 168 Seiten im Hardcover

      Inhalt: CÓ!; Birds; Monster!

      Autoren: Gustavo Duarte

      Zeichner: Gustavo Duarte

      Klappentext bzw. Angaben des Verlags:
      Geschichten "ohne Worte" zu erzählen ist eine Kunstform für sich. In der Tradition der Meister ihres Fachs – E. O. Plauen mit "Vater und Sohn" und der große Sergio Aragonés (MAD, Groo) – präsentiert der brasilianische Künstler Gustavo Duarte eine Sammlung von beeindruckenden Kurzgeschichten, denen es ein ums andere Mal gelingt, den Leser bild- statt wortgewaltig zu überraschen. Hinter Duartes vordergründig anthropomorphem Stil verbergen sich nämlich auf den zweiten Blick erfrischend heitere Abgründe der Ironie, des Horrors und des Abenteuers – und manchmal alles auf einmal.

      Mit einem Vorwort von Sergio Aragonés und exklusivem Bonusmaterial nur in der deutschen Ausgabe

      Just my 2 cents:
      Nach den Aliens und dem Hellboy-Band hatte ich noch immer nicht genug, bin scheinbar gerade auf einem kleinen Monster-Trip :batman: . Heute stand allerdings etwas auf dem Plan, auf das ich von selbst nie gekommen wäre. Niemals hätte ich mir einfallen lassen mir einen Hardcover-Band mit humoristischen Geschichten eines brasilianischen Cartoon- und Comiczeichners zuzulegen, von dem ich noch nie was gesehen oder gehört habe. Dazu auch noch in Pantomime-Comic-Strip Manier (da gibt’s doch bestimmt einen Fachbegriff für so Comics ohne Text? – Bin für Hilfe dankbar!), also komplett ohne Text! Aber gut, wozu hat man denn das Forum hier und die ganzen lieben Leute, die einem ständig neue Sachen empfehlen. Ich kann nur raten weshalb mich der nette Kollege hier quasi mit der Nase drauf gestoßen hat. Vielleicht wegen meiner mittlerweile bekannten Vorliebe für Science-Fiction und gerade auch für die Klassiker dieses sehr wandelbaren Genres. Oder auch wegen meiner Leidenschaft für Godzilla und andere Kaijus, oder meinem Lovecraft-Fanatismus, oder vielleicht auch, weil ich allgemein Horror- und Monsterklassiker sehr gerne mag, oder ich abgedrehten Humor zu schätzen weiß und immer für durchgeknallte Ideen mit verschmitztem Augenzwinkern zu haben bin, oder, oder, oder…

      Egal, auf jeden Fall sind all das gute Gründe sich dieses Buch zu kaufen und sicher gibt es da noch eine ganze Menge mehr! Aber was haben wir hier eigentlich? Eine Hardcover-Ausgabe mit drei Comics von Gustavo Duarte. Gustavo Duarte ist ein brasilianischer Künstler Baujahr ‘77, der zumeist alleine arbeitet und bevorzugt Geschichten ganz ohne Text erzählt, so auch hier. Allein durch Bildsprache, Mimik und Gestik der Charaktere will er Storyhergang und Gefühle vermitteln. Ob ihm das gelingt kann jeder anhand der drei, hier enthaltenen Kurzgeschichten selbst herausfinden. Es handelt sich um humoristische Sci-Fi/Horror-Strips die, soviel kann ich vorwegnehmen, genau mein Beuteschema treffen und mich mit exakt den richtigen Zutaten antriggern.



      - CÓ!
      Eine Farm, weit ab vom Schuss (also abseits gelegen, falls das hier jemand nicht kennt). Spät abends sitzt der Farmer vor der Glotze (so schön Oldschool mit Antenne direkt auf dem Gerät) und genießt bei einem Schnäpschen den wohlverdienten Feierabend, als er plötzlich aus dem Schweinestall ungewöhnlichen Aufruhr vernimmt. Pflichtbewusst und besorgt um seine Tiere geht der Bauer natürlich sofort nachsehen, was da los ist und – Schockschwere Not! - Ein außerirdischer Besucher tummelt sich im Schweinegehege. Seine fliegende Untertasse ist auch nicht weit und als nächstes folgt eine UFO-Entführung in bester Akte X-Manier. Als der arme Farmer am nächsten Morgen feststellen muss, dass in seiner Welt nichts mehr ist wie es war und ihm zu allem Überfluss noch eine gefiederte Invasion ins Haus steht nimmt der Wahnsinn seinen Lauf…

      Gleich zu Beginn ein Knaller, der so viele Genreperlen streift, dass es eine wahre Freude ist! Ob Akte X (oder nahezu jeder Andere UFO-Entführungsstreifen), Filme, in denen sich Menschen unfreiwillig verwandeln oder eine Invasion durch irgendwelche Tiere stattfindet. Alles gemeinsam extrem lustig verheiratet und sogar mit ein oder zwei übertrieben spaßigen Splatterszenen gewürzt – Aber niemals so, dass es nicht stilvoll wirken würde!



      - Birds
      Ohne jetzt jede Story schon halb zu spoilern: Birds ist eine äußerst schwarzhumorige Zeitparadoxon-Variation, die sehr aufmerksam (oder wie in meinem Fall gleich zweimal ;) ) studiert werden will, richtig intelligent daherkommt und zum Wegschmeißen komisch ist. Ein wahrlich brillantes Kleinod.



      - Monster!
      Der alte Mann und das Meer. Also, eher ein fast alter Mann auf dem Meer, aber immerhin am Angeln. Allerdings holt er keinen Speerfisch heraus, sondern ein riesiges Monster! – Godzilla lässt grüßen. Als dann auch noch ein riesiger Oktopus auftaucht und sich ein gigantisches Schildkrötenwesen dazugesellt finden wir uns mitten im größten Kaiju-Fest wieder. Nur wird die Zerstörungsorgie diesmal in dermaßen abstrusen und lustigen Szenen erzählt, dass es eine wahre Freude ist! Schließlich gibt es nur einen Mann, der sich der Apokalypse entgegenstellt: Ein altersweiser Barkeeper fasst sich ein Herz, versucht sich als verrückter Wissenschaftler und mixt eine einzigartige Formel zusammen – nach einem Buch von Okkult-Legende Aleister Crowley.

      Es ist einfach zum Schießen wie hier die Zahnräder von unzähligen Referenzen des fantastischen Kinos und selbiger Literatur zu einem perfekt laufenden Uhrwerk zusammengesetzt werden, welches statt einem Gong in regelmäßigen Abständen ein herzliches Lachen auslöst. Allein die ganzen Details und Ideen zeugen von Duartes großem Wissen und tiefer Liebe zum Thema. Da läuft im Hintergrund auf einem TV eine Folge Ultraman oder Ähnliches und dass neben einem Godzilla-ähnlichen Monster eine Riesenschildkröte auftritt ist sicher auch kein Zufall, wo die Daiei-Studios mit der Riesenschildkröte Gamera doch Godzillas heißesten Konkurrenten auf dem Kaiju-Markt zu bieten hatten und versuchten den Toho-Studios den Rang abzulaufen. Für mich als Fan (beider Studios) ein echtes Schmankerl, für alle anderen immer noch ein lustiges Riesenmonster.

      Ihr ahnt es schon, ich bin begeistert von Gustavo Duarte, der Sorte von Geschichten, die er erzählt UND die Art und Weise wie er das macht. Noch dazu ist der Mann ein äußerst sympathischer Zeitgenosse. Zumindest kommt er im enthaltenen Interview so rüber, und das nicht nur, weil er Deutschland und Underberg gerne mag. Eines seiner größten Idole ist übrigens Bill Watterson und Calvin & Hobbes somit sein all time favourite Comic-Strip, was meine Frau ebenfalls gleich sehr positiv auf ihn gestimmt hat.

      Insgesamt ist das Buch toll ausgestattet, bietet es neben dem Interview zwischen Autor/Zeichner Gustavo Duarte und Alexander Bubenheimer doch auch noch ein Vorwort von MAD-Magazine-Legende Sergio Aragonés und eine umfangreiche Skizzenabteilung, wo wir die groben Entwürfe zu Gustavos wunderbarem Artwork bewundern dürfen, welches in klassischem Schwarz/Weiss mit blassem Blau als Kontrastfarbe äußerst harmonisch daherkommt.



      Tja, unverhofft kommt oft und wer nix probiert lernt nix! Da steckt viel Wahrheit drin und ich freue mich diesen tollen Künstler mit seinem extrem gut zu mir passenden Humor für mich entdeckt zu haben. Nochmal danke für die Empfehlung! Derjenige weiß schon. :ok:
      Ach, und bevor ich‘s vergesse: Ja, da sind Tentakel auf dem Cover – und nein, Bezüge zu Lovecraft konnte ich ausnahmsweise mal keine ausmachen.

      Meine Wertung: 9/10

      Habt Ihr schon Stories von Señor Duarte gesichtet? Wenn ja, wie haben sie Euch gefallen und könnt Ihr eine Empfehlung aussprechen?

      VG, God_W.
      Ich freue mich über Besuch und Austausch in meinem Rezi-Thread:
      :guitar: Just my 2 cents :kette:




      :!: WE WANT SWAMP THING! MOORE KOMPLETT UND ALLES DAVOR! :!: