Ist "Das Buch zum Film" tot?

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    • Ist "Das Buch zum Film" tot?

      Hallo,
      seit 2 Jahren ist bei Panini kein richtiger Filmroman mehr erschienen und bei anderen Verlagen sieht es nicht besser aus (zuletzt hat Heyne den Roman zu Wolfman, trotz Ankündigung, dann doch nicht herausgegeben). In Deutschland wurde ja von jeher nur ein Bruchteil des vorhandenen Materials veröffentlicht aber mittlerweile herrscht Ebbe. Selbst bei Merchendise-Reihen wie Resident Evil oder Aliens vs. Predator wird mittlerweile keine Romanfassung mehr in Auftrag gegeben, ist mit Filmbüchern wirklich kein Umsatz mehr zu machen?

      Gruß

      Bad Moon
    • Also wenn man mal die Entwicklungen betrachtet, hat der Videogamemarkt den Filmmarkt recht gut etwas zur seite gedrängt. Das liegt nicht zuletzt an den schon teilweise sehr an der cineastischen Videospielentwicklung. Das macht sich natürlich auch auf den Comic- und Romanmarkt bemerkbar. Ganz besonders bei Panini. Ich finde das auch sehr schade.
    • Einerseits verstehe ich es ja, dass sich kaum einer ein Buch für 10-15€ kauft, wenn ich doch den Film auf DVD für die Hälfte kriege, zumindest wenn ich ein halbes Jahr drauf warten kann (länger braucht es ja kaum um den Blockbuster von gestern zur Grabbeltischware zu machen). In meiner Jugend lief ein Film einmal im Kino, wurde vielleicht irgendwann nochmal aufgeführt und ansonsten konnte man 5 - 10 Jahre warten, bis er ins TV kam. Da waren die Bücher eine schöne, leicht zugängliche Alternative.
      Heute kann ich mich dann nur noch über die seltenen Ausnahmen freuen (zu denen Panini in den letzten Jahren ja einiges beigetragen hat), auch wenn mein Bücherregal voller unvollständiger Serien steht (z.B. die Terminator-Reihe, wo auf deutsch nur die Romane zu 2 & 4 veröffentlicht wurden :oO: ).

      Gruß
      Bad Moon
    • Immerhin gibt es immer wieder Sachen, die nur das Buch zum Film bot. Da wäre die Spanier-Rüstung bei "Der mit dem Wolf tanzt", das "alternative Ende" beim "Weißen Hai". Und bei Star Wars - Krieg der Sterne - Das Buch zum Film findet sich der historisch erste Hinweis auf Palpatine und Sith. Nur Karl May fand ich immer enttäuschend. Ich glaube, der hat die Filme in Wirklichkeit gar nicht geguckt... :D
      Wir müssen unser Dasein so weit,als es irgend geht, annehmen; alles, auch das Unerhörte, muß darin möglich sein. Das ist im Grunde der einzige Mut, den man von uns verlangt: mutig zu sein zu dem Seltsamsten, Wunderlichsten und Unaufklärbarsten, das uns begegnen kann. (Rilke)
    • Dass bei den Filmbüchern jede Menge hingeschluderter Mist dabei war, werde ich bestimmt nicht abstreiten. Allerdings gibt es auch ein paar Ausnahmen, bei denen sich der Autor selber Gedanken gemacht hat, statt nur das Drehbuch in zusammenhängende Sätze umzuschreiben (z.B. Geisterbahn von Dean Koontz, der Roman zu Kabinett des Schreckens, wo die Filmhandlung gerade mal ein Drittel des Buches ausmacht).
      Aber warum laufen die Dinger heutzutage nicht mehr? Sind die Bücher zu teuer geworden oder ist die größere Verfügbarkeit der Filme der Grund?

      Und was die 'Bücher zu Filmen die auf Büchern basieren' betrifft: angeblich wurde Stephen King seinerzeit gefragt, ob er eine Romanfassung zu Friedhof der Kuscheltiere schreiben würde :oO: :tick:
    • Bad Moon schrieb:

      Und was die 'Bücher zu Filmen die auf Büchern basieren' betrifft: angeblich wurde Stephen King seinerzeit gefragt, ob er eine Romanfassung zu Friedhof der Kuscheltiere schreiben würde :oO: :tick:

      Irgendwas daran verstehe ich gerade irgendwie nicht?!

      Soll die Frage bedeuten ob King eine Romanfassung des Filmes, der auf dem Roman "Friedhof der Kuscheltiere (Pet Semetary)" beruht schreiben wolle/solle?
      Weil Friedhof der Kuscheltiere wurde doch bereits 1983 als Roman veröffentlicht bevor es 1989 verfilmt wurde. :kratz:

      Immerhin gibt es nur marginale UNterschiede zum Film vom Roman:

      KingWiki schrieb:

      Während der Roman in den Jahren 1983 und '84 spielt, gibt es keine Zeitangabe im Drehbuch.

      King veränderte außerdem die Umstände der 'Tode' Timmy Batermans. Im Roman wird Timmy als US Soldat auf dem Weg nach Rom am 15. Juli 1943 erschossen. Sein Vater erschießt ihn erneut im späten Juli oder frühen August.

      Im Drehbuch wurde Timmy von einem Betrunkenem in Georgia überfahren, während er 1944 auf dem Weg nach Hause war. Nach seiner Wiederbelebung wurde er von den Männern von Ludlow verbrannt. Mit dabei waren sein Vater und ein sehr junger Jud Crandall.

      Quelle
    • Das ist ja das Absurde daran: weder ist das Buch so alt, dass es sprachlich nicht mehr aktuell gewesen wäre, noch hat der Film sich so weit von der Vorlage entfernt, dass eine extra Romanfassung berechtigt wäre.
      Den Vogel abgeschossen in Sachen Adaptionen hat dann wohl Dracula: es gibt eine Romanfassung zu der britischen Miniserie "Count Dracula" von 1977 (weder Buch noch Serie haben es nach Deutschland geschafft), eine zu Werner Herzogs "Nosferatu" von 1979 (in doppelter Hinsicht eine Besonderheit: erstens haben wir eine deutsch/französische Co-Produktion mit einer amerikanischen Buchfassung, die es noch nichtmal zu uns geschafft hat, und zweitens ist es eine Romanfassung zu einem Remake von einem Plagiat :wacko: ) und natürlich eine zu Coppolas "Bram Stoker's Dracula".
    • Und natürlich die Urfassung - die aber wohl in weiten Teilen wirklich nicht mehr ganz den heutigen Trivialliteraturlesern zu sagt ;)
      Ich meine damit ganz bestimmt nicht alle und das Buch ist großartig. Nur teilweise halt durchsetzt von der Zeit, in der Stoker lebte ^^

      Wenn der Film jedoch stark von der Urgeschichte divergiert, kann ich eine erneut Romanfassung nachvollziehen. Bei Dracula ist das hinsichtlich der Stofffülle und der sich häufig vom Buch stark unterscheidenden Filme doch nicht so übel.
      Am dunklen Himmel leuchtet das Licht am hellsten.
      (Andreas Tenzer)


    • Frankenstein lässt sich in weiten Teilen wirklich recht schwer lesen. Ist in fast genau den gleichen Teilen auch eine Erziehungs- und Entwicklungsroman, was das ganze vielleicht etwas anspruchsvoller macht als Dracula - von dem ich auch finde, dass er sich gut lesen lässt. Es ist halt nur nicht mehr ganz der heutigen Trivialliteratur angepasst. Man kann ja mal fragen, wieviele Twilight-Vergötterer noch was mit Jonathan und Mina Harker anfangen können ;)
      Am dunklen Himmel leuchtet das Licht am hellsten.
      (Andreas Tenzer)


    • In die Fraktion gehört auch meine, oben bereits erwähnte Tochter (neben Twilight liest sie natürlich auch noch die "Vampire Diaries"-Reihe und hat jetzt mit der "True Blood"-Reihe angefangen) :D Das war auch einer der Gründe, warum ich Dracula zum Vorlesen ausgesucht hatte, wenn sie doch eh gerade am Vampir-Thema interessiert ist...
      Wobei ich ja froh bin, dass die Generation Nintendo überhaupt noch Bücher liest (übrigens mehr als allgemein vermutet wird), man muss es den Kindern nur vorleben.
      :lesen:
    • Ich vermisse eigentlich immer nur die Vorlage. Das Buch zum Film lese ich meistens nicht, aber das Buch, auf dem der Film basiert, landet in meinen Bereichen (Spider-Man, Batman, Superhelden allgemein) stets im Regal.
      Auch gab es ja mal ne Superhelden-Buchreihe, die aber sang- und klanglos ins Nirvana verabschiedet wurde von Panini. Selbst mit nem Abo hat man da keine Info bekommen! :oO:
      :D Schon der Einwand: ich kann auch irren, ist störender Unglaube! :D