Grimm Fairy Tales

    • Grimm Fairy Tales

      Grimm Fairy Tales 1: Mythen & Legenden

      Neuinterpretationen zum Thema Märchen gibt es viele, z.B. die Comics Fables von Bill Willingham und Argstein von Josef Rother und Eckart Breitschuh, oder den Film Schneewittchen mit Sigourney Weaver.
      Die mit Abstand blutigste Version haben sich Raven Gregory, Ralph Tedesco und Joseph Todd ausgedacht.

      Die amerikanische Originalausgabe stammt vom Verlag Zenescope Entertainment, die sich in der bereits bei Panini erschienene Wonderland-Reihe ebenso erfolgreich mit der Umsetzung von Märchen für Erwachsene beschäftigen.

      Britney Waters arbeitet in einer Klinik für Resozialisierung. Ihre Patienten sind allesamt Jugendliche mit sehr unterschiedlichen Krankheiten. Ein Mädchen leidet am Borderline-Syndrome, ein anderes ist sexsüchtig, wieder eine andere ist von Medikamenten abhängig. Bei den Herren ist es nicht besser, es gibt jemanden mit einer schweren Essstörung, ein anderer hat eine katatonische Bewußtseinstörung, und natürlich gibt es auch Alkoholiker. Doch eines eint die Patientenschaft: die schwer reichen Eltern.
      Britney tut ihr bestes, um Zugang zu den Jugendlichen zu bekommen. Doch die Gesprächsrunden und Therapien wollen nicht fruchten, da die Patienten keinerlei Interesse an einer Heilung zu haben scheinen.
      Doch plötzlich bricht ein Sturm über die Klinik herein. Und mit dem Sturm kommt ein Monster in Gestalt eines riesigen Werwolfs, der alles niedermacht, was sich in seinen Weg stellt. Kann Britney Waters sich und die Patienten retten? Und warum erinnert sie sich an ihr Lieblingsbuch aus ihrer Kindheit, Rotkäppchen, zurück?


      Fazit:

      Erfreulicherweise macht Raven Gregory nicht den Fehler, das Märchen Rotkäppchen einfach nur grausamer und für Erwachsene interessante Art und Weise zu erzählen. Er verlagert den Konflikt in die Gegenwart, und zwar in ein typisches Horrorfilmszenario, nämlich die Gruppe von Jugendlichen, die von etwas gejagt wird. Natürlich sind Gewalt und eine kleine Prise Erotik wieder Bestandteil der Handlung, jedoch verknüpft mit einer fundierten Handlung, einschließlich familiengeschichtlicher Hintergründe aus den Patientenakten. Schon jetzt ist spürbar, daß das Gesamtkonzept weit über diesen einen Band hinausgeht. Der rote Faden scheint dabei eine geheimnisvolle Blondine in Blau zu sein, die vom Himmel gefallen ist. Was mag der Hintergrund sein?

      Die morbide Interpretation wurde optisch von unterschiedlichen Zeichnern umgesetzt, was aber nicht weiter stört, da keine Stilbrüche erkennbar sind.
      Herausgekommen ist dabei ein leckerer Augenschmaus, was nicht nur an den kurvenreichen Frauendarstellungen liegt, sondern auch an der detaillierten Umgebung und den schockierenden Splashpages. Und auch die Cover sind einen Blick wert, wenngleich sie nicht immer Bezug zur Story haben.
      Aufgrund der Gewaltdarstellung eignet sich die Serie keinesfalls für Kinder und Feingeister!

      Man darf gespannt sein, wohin sich die Serie entwickelt.
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      Comic-Podcast[/center]
    • Grimm Fairy Tales – Mythen und Legenden 1



      von Raven Gregory und anderen

      Der Inhalt ist schnell erzählt. Nach einem Unwetter ist eine Gruppe von Jugendlichen mit ihren Betreuern in einem Erziehungsheim in den Tiefen der Wälder im Nordosten der USA von der Außenwelt abgeschnitten. Neben Wind, Regen und Gewitter scheint aber noch eine weitaus schrecklichere Bedrohung in den Wäldern zu lauern. Eine der Anwesenden im Heim scheint der Schlüssel zu einem Geheimnis zu sein, auf das es die Kreaturen aus dem Wald abgesehen haben und schon bald zieht das Grauen im Erziehungsheim ein…

      Wer von uns hat sich nicht abends im Bett von seiner Mutter noch ein gerne ein Märchen vorlesen lassen. Neben Hans Christian Andersons Märchen hatten auch wir selbstverständlich Grimms Märchen mit den Illustrationen von Ludwig Richter im Haus. Da ich mir Rotkäppchen am liebsten vorlesen lies, war es für mich nun ausgemachte Sache, diesen Sammelband zu kaufen. Er enthält die US-Ausgaben Grimm Fairy Tales #1 und Grimm Fairy Tales Myths&Legends #1-#5. Leider sind das Vorwort und die redaktionelle Einleitung durch Panini dermaßen mager ausgefallen, dass sich der Zusammenhang dieser beiden Serien dem interessierten Käufer nicht erschließt. Aber offensichtlich handelt es sich bei Grimm Fairy Tales Myths&Legends wohl um einen „spin-off“ der Hauptserie Fairy Tales.

      Mit Grimms Märchen hat der Inhalt aber nur wenig zu tun, allerhöchstens wurden Motive aus dem schönen Märchen um das unschuldige Rotkäppchen übernommen. Angelehnt ist die Handlung eher an klassischem Teeniehorror, in denen sich die Spannung aus der Frage „Wer wird der nächste sein?“ rekrutiert. Dass eine auf dem ersten Blick solch triviale Frage äußerst interessant beantwortet werden kann, dass beweist der Autor Raven Gregory. Er verleiht mit guten Ideen den jugendlichen Patienten, den Betreuern und Wärtern eine gewisse Tiefe, so dass ich schnell einen Bezug zu den Figuren aufbauen konnte. Die Geschichte ist spannend und spricht klaustrophobische Ängste an. Das Szenario einer unfreiwilligen Notgemeinschaft von Menschen, die sich einer unbekannten Bedrohung von Außen zu stellen hat ist natürlich nicht neu, bietet aber immer noch Potenzial für eine gelungene Unterhaltung, da sie gut umgesetzt wurde. Und am Ende bereitet Raven Gregory mit einem netten Twist noch den Boden für weiteren interessanten Stoff zu diesem Thema.

      Luft nach oben ist auf jeden Fall bei der graphischen Umsetzung vorhanden. Auch wenn die Erotik der Frauen und der Schrecken der Bestien zeichnerisch gut herausgearbeitet worden sind, so scheinen die Gesichter der Figuren wie aus einer einzigen Schablone entstanden zu sein. Angst, Freude, Sinnlichkeit, Wut, alle menschlichen Regungen haben einen und denselben Gesichtsausdruck und stören erheblich den Lesegenuss. Ein weiterer Mangel ist die schlechte redaktionelle Begleitung durch den Paniniverlag. Es fehlen eine vernünftige Einleitung, das Nachwort und die Künstlerportraits. Die Abgrenzung der beiden Serien ist auch nicht erläutert worden. Da muss Panini noch ordentlich nachlegen im folgenden Band.

      Fazit: „Großmutter, warum hast du so große Augen?“ Jacob und Wilhelm Grimm würden sich bei der Lektüre dieser Storys sicher im Grabe umdrehen. Ich drehe mich lieber nach dem zweiten Sammelband dieser Mischung aus Märchenmythen, Erotik und blutigem Horror um.

      2. Fazit, ohne großen Worte: Die Zeiten ändern sich! Rotkäppchen und der Böse Wolf nach Ludwig Richter aus meinem alten Märchenbuch und aus Grimm Fairy Tales.
      "Gott ist mit Dir mein Sohn. Auch wenn Du ein Arschloch bist!"
      (Lemmy K.)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von gina_michi ()

    • Die erwartete Neuauflage von Rotkäpchen in der heutigen Zeit war dieser Band nicht. Eher eine 08/15-Werwolf-Teenie-Horrorgeschichte.
      Dafür aber keine sooo schlechte.

      Handlung:
      Wir befinden uns in einer Anstalt, in der schwerreiche Teenies von ihren Süchten befreit werden sollen. Ein schwerer Sturm zieht auf, man sitzt als fest. Dazu kommt ein Stromausfall und ein Werwolf schleicht mordend durch das Gebäude. Jetzt beginnt für die Teenies der Kampf ums überleben, was durch den Umstand, dass jeder der Werwolf sein könnte, nur erschwert wird.

      Die Story ist alles andere als neu, sondern war schon zig mal in den verschiedensten Versionen da. Auf große Überraschungen braucht man also nicht zu hoffen.

      Ziemlich schnell wird klar, dass die Hauptperson die scharfe blonde Arzthelferin ist, deren Namen ich vergessen hab und die das "Rotkäpchen" darstellen soll. Es gibt zwar noch nen ganzen Haufen an Nebencharakteren, welche aber alle sehr enttäuschend sind. Zum Einen weil sie alle groß und bedeutungsschwanger eingeführt werden, dann aber doch eh alle unbedeutsam den Löffel abgen. Zum Anderen sind sie alle dermaßen überzeichnete, blasse, klischeehafte Stereotypen, die es nicht schaffen aus ihren Rollen auszubrechen.
      Da haben wir zum Beispiel den Chefarzt, der von Anfang bis Ende einfach nur ein Arschloch bleibt, Blondies Arzt, welcher der Ritter in schillernder Rüstung ist, den Wachmann und die Patienten.
      Letztere bilden die größte Enttäuschung, da ihre Charakterisierung alleine auf ihren Süchten und Verhaltensstörungen basiert. So zum Beispiel der fette Fresssüchtige, der in jeglicher Situation nur ans Essen denkt und ständig am Kauen ist. Mich hats nur gewundert, dass er den Werwolf nicht auch essen wollte. Oder die Sexsüchtige, die mit jedem in die Kiste hüpfen will. Mich hats nur gewundert, dass sie nicht auch dne Werwolf bespringen wollte. Oder die Ritzerin, die sich bei jeder Gelegenheit Arme, Beine und Gesicht aufschneidet. Mich hast nur gewundert, dass sie den Werwolf nicht, ach, ihr habts schon kapiert...
      Einzig die Emo-Trulla und der schwarze Wachmann erhalten etwas mehr Persönlichkeit, dass sie neben Rotkäpchen Interesse beim Leser erwecken können. Allerdings Führt der Autor diese beiden Personen auch nicht wirklich weiter; die eine stirbt plötzlich und unspektakulär, die andere verschwindet einfach und wart niemehr gesehen.
      Zuletzt noch der Wolf: Mehr ein verrückter Killer, als ein Tier findet er Spaß an den Morden und kann in die Häute seiner Opfer schlüpfen. Er bietet doch tatsächlich den interessantesten Charakter.

      Der Band ist ganz klar auf Schockmomente ausgelegt, worunter zum teil sogar die Logik erheblich leidet.
      Ein Beispiel dafür:
      Spoiler anzeigen
      Blondie und schillernder Ritter-Arzt trennen sich von den anderen um Chefarzt Arschloch zu suchen. Als sie ihn finden werden alle 3 von dem Wolf angegriffen. Dabei trennen sich wieder die Wegen von dem Liebespaar und dem Chefarzt. Szenenwechsel zu den Patienten, welche sich in einem Raum verbarrikadieren. Chefarzt Arschloch kommt in den Raum und verwandelt sich in den Wolf und schlachtet alle ab.
      Warum zum Geier hat sich der Wolf als Chefarzt ausgegeben? Antwort: nur um dem Leser einen "Tja, das hättest jetzt nicht gedacht, wa?"-Schock-Moment zu geben (welcher noch nicht mal zündet, weil zu vorhersehbar). Für den Wolf bringt dieses Vorgehen überhaupt keinen Vorteil, da die Patienten eh nix von der Begegnung des Paares mit dem Chefarzt und die darauffolgende Flucht und Trennung wussten. Der Wolf hätte ebenso als Werwolf durch die Tür kommen können; das hätte auch nix geändert... :hmm:


      Aber es gibt bei diesem Band auch Positives: die Optik!
      Die Zeichnungen sind geil, es gibt viele viele viel Splash-Pages, Blut, Gedärme und Sexy Mädels.

      (Der Band ist quasi das genaue Gegenteil vom Morning Glorys-Band ;) )

      Wem das Reicht, und die Story zweitrangig ist, der kommt hier auf seine Kost.

      lg Task

      Jones schrieb:

      Wenn ich mir mal einen Hund zulege, wird's ein Dobermann...und ich nenne ihn Taskmaster.

    • Taskmaster schrieb:


      Letztere bilden die größte Enttäuschung, da ihre Charakterisierung alleine auf ihren Süchten und Verhaltensstörungen basiert. So zum Beispiel der fette Fresssüchtige, der in jeglicher Situation nur ans Essen denkt und ständig am Kauen ist. Mich hats nur gewundert, dass er den Werwolf nicht auch essen wollte. Oder die Sexsüchtige, die mit jedem in die Kiste hüpfen will. Mich hats nur gewundert, dass sie nicht auch dne Werwolf bespringen wollte. Oder die Ritzerin, die sich bei jeder Gelegenheit Arme, Beine und Gesicht aufschneidet. Mich hast nur gewundert, dass sie den Werwolf nicht, ach, ihr habts schon kapiert...
      Roflmao! :thumbsup2:

      Was die Zeichnungen anbelangt, für GFT-Verhältnisse sind die zwar ziemlich gut, aber wirklich umgehauen haben die mich auch nicht.

      Noodles
      >>I am hoping that I can be known as a great writer and actor some day, rather than a sex symbol.<<

      -Steven Seagal