Ich, der Vampir #1: Tainted Love (Spoiler)

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    • Ich, der Vampir #1: Tainted Love (Spoiler)



      Handlung & Meinung:
      Erste Gedanken vor dem Aufschlagen des Bands: DC springt jetzt also auch auf den Vampirzug auf. Haben sie bei Vertigo mit Scott Snyders "American Vampire" zwar großartig hingekriegt, aber kann soetwas auch im aktuellen DCU funktionieren?
      Zumal das Cover weniger nach einem Vertigo-affinen Meisterwerk und mehr nach einer "Foto-Love-Story" a la "Twilight" aussieht: Zwei pseudo-geile, halbnackte Teenager-Vampire mit Prä-Geschlechtsverkehr-Blick (bei denen sich die Frage "Team Edward oder Team Jacob?" schon gar nicht mehr stellt) in Verbindung mit den Worten "Tainted Love" wecken nicht gerade mein Interesse.

      Erste Gedanken nach dem Durchlesen des Bands: Leider geil (um mal diese unsagbar nervige Deichkind-Floskel zu bemühen). Oder wie es Professor Troughton an einer Stelle formuliert: "Es ist nicht so wie in den Filmen." Es ist viel besser.
      Die Geschichte ist dabei zwar nicht wirklich neu und auch nicht frei von Klischees, aber meistens kommt es ja weniger darauf an, was man erzählt, sondern wie man es erzählt. Und auf dieser Linie überzeugt "Ich, der Vampir" beinahe vollkommen.
      Im Zentrum stehen hier Andrew und Mary. Beide verliebt, beide Vampire - Beide teilen jedoch eine gänzlich gegensätzliche Meinung darüber, was ihre Bestimmung anbelangt.
      Während sich Andrew ausschließlich von Tierblut ernährt und den Menschen helfen will, sieht Mary in ihnen die Wurzel allen Übels und die Unterdrücker der Vampirrasse.
      Dabei bezeichnet sie die Menschen als reines "Nutzvieh" und vergleicht ihre Absichten mit dem Bürgerkrieg (Den Widerspruch darin, scheint sie in ihrer Verblendung, nicht zu erkennen.)
      Zwischen Beiden kommt es wie es kommen muss: Also nicht nur zur Trennung, sondern auch zum Krieg. (Bis dahin noch nichts Ungewöhnliches möchte man meinen...)
      Während Mary alias "Die Blutkönigin" eine ganze Armee auf ihrer Seite hat, findet Andrew in dem bereits erwähnten Professor und einem namenlosen Mädchen (Eine Mischung aus Van Helsing und Hit-Girl) Verbündete. Ihr Weg führt sie dabei (immer der Blutspur von Mary folgend) schnell nach Gotham City und somit in die Arme von Batman.

      Die Team-Konstellation der "Guten" gibt sich ziemlich interessant: Der Professor ist ein alter Mann, der seine guten Tage schon längst hinter sich hat und "Van-Helsing-Girl" hat sich geschworen jeden Vampir zu killen, der ihr über den Weg läuft und arbeitet daher äusserst ungern mit Andrew zusammen - Jederzeit bereit ihm ein Pflock ins Herz zu rammen.
      Und dann kommt auch noch Batman ins Spiel: Die Befürchtung das Superhelden in diesem "Heiligen Krieg" etwas deplaziert wirken könnten, kann der erste Band zwar nicht völlig von sich weisen, allerdings hat Fialkov mit Batman noch einen äusserst passenden Vertreter dieser Spezies gefunden und baut ihn gelungen in die Geschichte ein, ohne das es allzu konstruiert wirkt. Das war sicher keine einfache Aufgabe.
      Die erste Konfrontation zwischen Bruce und Andrew fällt sogar ziemlich witzig aus und es wird gut deutlich, dass der Vampir großen Respekt vor Batman hat. Wahrscheinlich ist Batman die Person, die Andrew gerne wäre, aber niemals sein kann.
      Gleichzeit bringt Fialkov Batmans enorme Unterlegenheit, in Anbetracht der riesigen Vampir-Horden und seiner Maxime "Du darfst nicht töten" rüber, ohne ihn dabei zur Witzfigur zu machen. Auch wenn die Tatsache, das die Fledermaus hier hoffnungslos überfordert ist, sicher einige stören dürfte.

      Neben Bruce Wayne gibt es hier aber noch einen nicht weniger gelungenen Gastauftritt von John Constantine. Auch diese Figur kriegt der Autor gut hin (was nicht viele können und daher nicht unerwähnt bleiben sollte).
      Er lässt ihn nicht nur (in seiner ersten Szene) in einer Nicht-Raucher-Bar rauchen, sondern spendiert ihm sogar den besten Satz aus dem ganzen Band: "Gott, ich hasse Schwuchtel-Vampire!"
      Generell (und damit wären wir wieder beim "wie" statt beim "was") sind die Dialoge richtig gut geschrieben und wirken - egal ob komisch, ironisch oder ernsthaft - absolut glaubwürdig.
      Zudem wendet Fialkov bei der Erzählweise von "Ich, der Vampir" noch ein äusserst cooles und originelles Konzept an und lässt die Ereignisse in jedem Heft aus der Sicht einer anderen Person schildern.
      Das sorgt nicht nur für Abwechslung sondern verleiht jeder dieser Figuren zusätzlich Tiefe.
      Daneben sieht die Serie auch noch absolut genial aus. Sorrentinos Zeichnungen tragen enorm zur gelungenen Atmosphäre der Geschichte bei und passen wie die Faust aufs Auge. Optisch wird dadurch sofort klar, dass man es hier nicht mit billigen Kitsch-Vampiren und/oder dem üblichen 08/15-Superheldenbrei zu tun hat.

      Fazit:
      Weder der befürchtete "Twilight-Schwachsinn", noch ein billiges Rip-Off von "American Vampire". Auch diese Serie aus der DC "The Dark"-Sparte ist äusserst gelungen und stellt innerhalb dieses Kosmos, keinen Qualitätsausfall da.
      "Ich, der Vampir" geht von Anfang an seinen eigenen Weg und weiß dabei, trotz mancher Klischees zu überzeugen. Auch wenn die Serie strenggenommen (noch?) nichts Neues zu erzählen hat.
      Daneben ist die Story natürlich auch noch ziemlich limitiert, denn irgendwann dürften sich Andrew und die Blutkönigin im finalen Kampf gegenüberstehen und wie es danach mit der Serie weitergehen wird, muss man erst noch abwarten.
      Momentan darf das aber noch völlig egal sein, denn bisher funktioniert das Konzept fast perfekt und auch das kommende Crossover mit der "Justice League Dark" sollte daran nichts ändern.
      Für Leser denen die restlichen "Dark"-Titel bisher gefallen haben und die keine generelle Abneigung gegen Vampire haben daher eine absolute Empfehlung!
      (Zwischen 7,5 und 8 von 10 Punkten)
      "I try to judge things from a position of ignorance." (Alan Moore)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Doctor Flamenco ()

    • Die Serie war eine der großen Überraschungen des New52.
      Sie ist zwar nicht grandios, aber konstant gut unterhaltend und - was noch viel, viel wichtiger ist - sehr ereignisreich. Man bekommt teilweise das Gefühl, als würde die Handlung für mehrere Ausgaben in eine oder zwei gequetscht.
      Also bleibt unbedingt am Ball, denn es wird immer unterhaltsam sein :)


      btw.: Wieso hat man hier nicht einfach den englischen Namen übernommen.
      American Vampire heißt doch auch nicht "der Amerikanische Vampir" und die JLD haben sie ebenfalls nicht "Die dunkle Justizliga" getauft.
      Das ist irgendwie inkonsequent
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    • Die Diskussion mit dem Namen gab es hier schonmal. Wenn ich mich recht erinnere, wollte Panini missverständnisse vermeiden. Es ist nicht sofort ersichtlich, dass es sich bei I, Vampire um einen englischen Titel handelt. Man könnte es halt auch als Iiiiihhhh Vampire verstehen... ;)

      Das ist wohl das gleiche Argument, warum es Superagent Frankenstein heißen wird und nicht Agent of S(C)HADE ;)
    • Also ob des jetzt i, vampire oder ich der vampier heißt...is mir Sacke. I,Vampire wär halt irgendwie logischer, da man ja den Rest auch übernimmt..aber diese sind halt doch irgendwie etablierte Namen.

      Der Band jedenfalls liest sich ganz schnell durch, is spannend, schnell erzählt, die Zeichnungen passen gut zur Story. Der Auftritt von John Constantine is cool, cooler als der von Batman und eines der Highlights. Vampire sind ja immer noch in..und so nimmt sich i, vampire wohl von allen derzeitigen Storys überall was heraus und macht so ein eigenes kleines Vampirkapitel auf.

      Find die anspielungen auf die anderen großen DC-Helden recht gelungen und find das ganze kann schon ein fester Bestanteil des DC-Universums werden...wenn aber auch nur etwas mehr am Rande.

      Bin gespannt auf Band 2.

      Der Nerd: Ein perfekter Liebhaber, mit umfangreichen Wissen über: Comics, Kino, TV und Videospiele.

      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von Kaspian ()

    • Ich habe es eben gelesen und bin voll davon überzeugt. Die Geschichte ist sehr gut in düsteren Szenen verpackt, wovon mir die Stellen während der Dämmerung besonders gut gefallen haben. Das ganze liest sich echt toll. Die Panels während der Kämpfe zeigen nicht alle Bewegungen die stattfinden und das passt auch sehr gut dazu. Die Beziehung zwischen Mary und Andrew ist wundervoll dargestellt und der Verzicht auf Zeitangaben bei den Rückblicken verleiht dem ganzen noch mehr Flair. Batman haben sie echt gut eingesetzt und seine Unbeholfenheit während der kleinen Schlacht am Ende war absolut glaubhaft. Es gab nur eine Stelle im Band die mich stört. Kurz nachdem Andew Tig trifft, begegnet er rein zufällig ihren Vater und sorgt unbeabsichtigt dafür, dass er von Monster übermannt wird und tötet diesen danach. Und ganz zufällig ist es der Vater von Tig. Das war ziemlich einfallslos erzählt, hatte aber auch was gutes, denn so konnte Andrew ja Constantine treffen. Die Verbindung am Ende mit Justice League Dark war auch cool und jetzt weiß man endlich was Xanadu am Ende gesehen hat. Das ganze hat mich jetzt so kribbelig gemacht, sodass ich es kaum abwarten bis es mit den beiden Serien weitergeht. :D

      Ich, der Vampier 1
      8/10

      -3-
      ComicHunters-Sammlung
      [Mein Tausch-Thread]


      "Ein Mann wie ein Löwe, der nackt wie Gott ihn erschaffen hat, voller Stolz den Wellen entgegen tritt."
      -Cutty Fram a.k.a. Franky-
    • Hat mich mega gut unterhalten.
      Ich, der Vampir finde ich als Titel okay. Ich find nur das Cover etwas "gay" aber naja.
      DC DARK entwickelt sich wirklich zu einem geilen Gebiet im neuen DCU. Auch die Interpretation der Vampire gefällt mir hier gut. Sie können sich verwandeln und zu Nebel werden und gehen bei Tageslicht nicht direkt ein. Alles sehr coole Kräfte. Besser als im Sonnenlicht glitzern. Sehr cool finde ich aber auch, dass Vampire keine seelenlosen Monster sind, sondern genauso unterschiedlich sein können, wie Menschen. Der Durst ist für einen Menschen mit Gewissen scheinbar unterdrückbar...die Macht stellt nur eine sehr große Verführung da.

      Hat es Andre Bennet vorher schonmal gegeben? Oder ist er ein völlig neuer Char?
      Man wird ja sicher noch was aus seiner Vergangenheit erfahren und wie er sich das Menschenblut abgewöhnte. ^^
      Was ich nicht ganz verstanden habe...ist dass man Bennet und andere superalte Vampire gar nicht richtig töten kann. Das erscheint mir doch etwas sehr hart. Da fehlt dann ja eigentlich die Bedrohung für ihn oder?

      Story Top. Zeichnungen Top. 8,5/10
    • MasterFreak schrieb:

      Hat es Andrew Bennett vorher schonmal gegeben? Oder ist er ein völlig neuer Char?

      Die Figur gibt es schon recht lange. Seinen ersten Auftritt hatte Andrew bereits 1981 in "House of Mystery #290". Seine eigene Serie hat es damals aber nur auf 24 Ausgaben gebracht.
      (en.wikipedia.org/wiki/I%E2%80%A6Vampire)
      "I try to judge things from a position of ignorance." (Alan Moore)
    • Doctor Flamenco schrieb:

      MasterFreak schrieb:

      Hat es Andrew Bennett vorher schonmal gegeben? Oder ist er ein völlig neuer Char?

      Die Figur gibt es schon recht lange. Seinen ersten Auftritt hatte Andrew bereits 1981 in "House of Mystery #290". Seine eigene Serie hat es damals aber nur auf 24 Ausgaben gebracht.
      (en.wikipedia.org/wiki/I%E2%80%A6Vampire)
      Hey, cool :ok:

      Wikipedia: I... Vampire schrieb:

      The Original Series was collected into a single volume in April 2012. It includes House of Mystery #290, 291, 293, 295, 297, 299, 302 and 304-319 and The Brave and the Bold #195

      Irgendeine Idee wie das heißt? Würde ich mir gerne holen.

      -3-
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      -Cutty Fram a.k.a. Franky-
    • Cnog schrieb:

      Zitat von »Wikipedia: I... Vampire«
      The Original Series was collected into a single volume in April 2012. It includes House of Mystery #290, 291, 293, 295, 297, 299, 302 and 304-319 and The Brave and the Bold #195

      Irgendeine Idee wie das heißt? Würde ich mir gerne holen.


      Ich weiß, das wird dich umhauen, aber der klassische Sammelband heißt tatsächlich »I, Vampire«. ;)