Quo vadis Vertigo ?

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    • Image war doch schon immer ein "Dachverband" unter dem viele kleine Labels/Verlage hausten. Silvestris Top Cow ist auch eins der am längsten währenden. Und die Vermarktung ihrer Produkte, dafür sind halt die Verlage selbst zuständig. Weshalb ich auch Silvestri als Beispiel nahm. Dessen Comicumsetzungen als TV-Filme oder Videospiele tragen dann auch das Top Cow Zeichen.

      Ist wohl in den Zeiten massiger Comicverfilungen als TV Serie oder Kinofilm, ebenso wie Gameumsetzungen, schon irgendwie lohnender bei Image ein eigenes Sublevel zu eröffnen und bei Zuschlag wesentlich mehr Geld aus den eigenen Kreationen rauszuholen als bei Vertigo, da steht halt immer noch irgendwo am Ende ein Warner.

      Ist halt toll für bereits renommierte Künstler zu Image zu gehen, bzw. wenn sie sich auf eine Fanbase berufen können, dann verkaufen sich irgendwie die Comics schon und es bleibt mehr im Beutel. Die Gefahr dieser Abwanderung ist leider ebenso offensichtlich. Wo sollen die nächsten Superstars in der Comicbranche herkommen? Ohne solche Versuchplattformen wie Vertigo wären Ennis, Ellis oder Snyder doch nie in den Olymp der Comicschaffenden gekommen. Mal sehen wo uns diese Entwicklung hinführt. :wacko:

      Diese Spezies:



      Also ist Image vor allem für junge aufstrebene Rebellen mit total ausgeflipppten innovativen Kreativen jugendlichen Output ohne Familie und große Festkosten ideal, die noch mit großen Hunger und naiver Euphorie an die Verwirklichung des amerikansichen Traumes und Ihrem eigenem Werk glauben
      gelten nicht umsonst als extrem suizidgefährdet ;)

      Bubi schrieb:

      @ JoeKerr: Jetzt mal Butter bei die Fische - das war doch wahrscheinlich mit Abstand Dein schlechtester Post im Forum, oder nicht?
      "If you can't dazzle them with brilliance, baffle them with bullshit." W.C.Fields
    • Joe Ker schrieb:

      ... Die Gefahr dieser Abwanderung ist leider ebenso offensichtlich. Wo sollen die nächsten Superstars in der Comicbranche herkommen? Ohne solche Versuchplattformen wie Vertigo wären Ennis, Ellis oder Snyder doch nie in den Olymp der Comicschaffenden gekommen. Mal sehen wo uns diese Entwicklung hinführt. :wacko:



      Wo all die zukünftigen "suizidgefährdeten" Genies herkommen sollen habe ich mich auch schon oft gefragt.
      Denke sie werden zum großen Teil sicherlich weiterhin erst durch die harte Superheldenlehre von DC und Marvel gehen um dann rgendwann von dort sich in der Teil- Selbstständigkeit nach individueller Persöhnlichkeit verwirklichen
      Allerdings wird dieser Prozess nicht gerade schnell verlaufen,
      Der Rest wird vielleicht direkt von Eric Stephenson oder eben von den alten Renomierten Autoren selbst unter die "Fittiche" (Sublabels) unter Ihren Namen veröffentlicht und somit gefördert und aufgebaut.
      Interessant wird auch sein, ob es zukünftig noch mehr direkte Quereinstieger und Switcher zwischen Comic und Hollywood wie Brian K. Vaughan geben wird.
      Das würde ganz neue Möglichkeiten der Bekanntheit für alle jenseits der beiden Großen ermöglichen.

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    • Ennis und Ellis haben sich ja auch nicht bei Vertigo materialisiert, sondern vorher bei 2000 A.D, gearbeitet. Wie Morrison auch.
      Bendis erschien lange bei Image, bevor er zu Marvel kam. Hickmans erste Veröffentlichungen waren war bei Image. Kirkman ist ein Image-Gewächs. Remender und Fraction auch.
      Layman ist zwar kein unbeschriebenes Blatt, aber vor Chew hatte den wohl auch niemand auf dem Schirm. Und Chew ist sehr erfolgreich.
      Es gibt auch Flops von renommierten Künstlern bei Image und Hits von unbekannten. Da spielen durchaus andere Faktoren noch eine gewichtige Rolle.

      Das uns ohne Vertigo die Autoren ausgehen sehe ich nicht. :P Aber klar. Je mehr, je besser. Aber von Image kommen sicher eben so viele Talente zu Marvel/DC wie andersrum.

    • Kam nicht von Kirkmann selbst der Tipp, möglichst lange dem Umweg bzw. den gleichzeitigen Spagat bei einem der beiden Großen zu machen um dann erst viel später seinen Bekanntheitsgrad selbst für sich zu nutzen ?
      Aus seiner Sicht hat Ihm wohl seine Zeit und die Erfahrungen bei Marvel für den späteren Erfolg dabei sehr geholfen .

      Ein Snyder hat sich diesen Tipp anscheinend zu 100 % für seinen klasssichen Weg zu Herzen genommen
    • Ich weiß nicht mehr exakt, aber er meinte man soll für Marvel/DC schreiben wegen der Kohle bis es bei den eigenen Sachen klappt. Mit Bekanntheit hatte das nicht soooo viel zu tun, wenn ich mich recht erinnere. Denn Kirkmans Mavel-Erfolg war recht überschaubar. Außer Geheimtipps wie Team-Up und Ant-Man war da nix. Bei Ultimate X-Men wurde er regelrecht gehasst.
      Außerdem war Kirkman schon recht Erfolgreich mit Walking Dead und bis zu einem gewissen Grad auch bei Invincible bevor er zu Marvel ging. Einen Schub gab es nochmal nach der TV Serie, aber das war ja lange nach Marvel und hat damit nichts zu tun.
      Kirkmans Erfolg hat nichts mit Marvel zu tun.

      Sorry wenn das jetzt alles super klugscheißerisch klingt. Aber ich hab das damals recht genau verfolgt. Lese TWD seit der #7 und Invincible seit der #3 oder so. Ich weiß noch wie der Stand der Dinge war als Kirkman zu Marvel ging und dann auch wieder weg. Daher hab ich das recht gut auf dem Schirm und muss jetzt nicht rückwirkend mutmaßen. :)

      Okay, noch mal nachgesehen. In Kirkmans Manifest ging es schon auch um Popularität durch Marvel/DC. Nur wie gesagt: Bei ihm selbst war es gar nicht so.

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    • Doch. Die Marvel Zombies haben ihm den Weg geebnet, auch für seine eigene Serie Walking Dead.

      Aber viel wichtiger für mich bei dieser Diskussion: Ist doch wurscht, oder? Hauptsache gute Comics, welches Label druntersteht ist doch egal... Klar, Vertigo hat mich immer gut unterhalten (im Gegensatz zu manchem Image-Titel, der bessere Redakteure gebraucht hätte, die den Autoren einnorden und den Zeichner besser im Griff haben), aber solange der Markt trotzdem gute Comics hervorbringt, ist es mir als Leser wurscht, wo sie erscheinen (und als Verleger auch, weil wir ja auch Image-Titel einkaufen und nicht nur an Vertigo gebunden sind)...
    • Bubi schrieb:

      Doch. Die Marvel Zombies haben ihm den Weg geebnet, auch für seine eigene Serie Walking Dead.


      Stimmt. Das war der Titel, der für ihn funktioniert hat und sicher auch auf Walking Dead abgefärbt hat. Aber wie gesagt, die Serie lief auch vorher. "Weg geebnet" halte ich daher für übertrieben.

      Und als Leser ist es natürlich völlig wurscht. Es ging ja ehe rum die Frage ob mit Vertigo eine unersetzliche Talentschmiede flöten geht.

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    • Bubi schrieb:

      Doch. Die Marvel Zombies haben ihm den Weg geebnet, auch für seine eigene Serie Walking Dead.

      Aber viel wichtiger für mich bei dieser Diskussion: Ist doch wurscht, oder? Hauptsache gute Comics, welches Label druntersteht ist doch egal... Klar, Vertigo hat mich immer gut unterhalten (im Gegensatz zu manchem Image-Titel, der bessere Redakteure gebraucht hätte, die den Autoren einnorden und den Zeichner besser im Griff haben), aber solange der Markt trotzdem gute Comics hervorbringt, ist es mir als Leser wurscht, wo sie erscheinen (und als Verleger auch, weil wir ja auch Image-Titel einkaufen und nicht nur an Vertigo gebunden sind)...


      Das mit den Marvel Zombies hatte ich gestern auch noch so im Kopf. War mir da aber zeitlich nicht mehr so sicher ob das vor, während oder schon in der Hochphase von TWD war.
      Ich denke TWD wäre so oder so ein Erfolg geworden, nur vielleicht nicht so schnell
      Die ähnliche Grundthematik dürfte Kirkman aber sicher zusätzlich sehr gut in die Karten gespielt haben

      Klar ist es eigentlich egal woher die Comics kommen, gerade auch für uns aus Deutschland wo eh nur Panini draufsteht ;)
      Aber ist es denn nicht auch für Leser und Verlage wichtig : dass auch in Zukunft solche großen bahnbrechenden Serien oder Autoren wie einst von Vertigo das Licht der Welt erblicken bzw. das das gewährleistet scheint ?
      Schaffen das Image und Co genauso ?
      Gerade vor dem Hintergrund weil hier von Einnordung der Künstler und Richtungsweisende Comics bzw. Standards setzen gesprochen wurde.

      Kurz zurück zum Threadtitel und zum Schliessen des Kreises :
      Erwartet Ihr vom Label Vertigo selbst jetzt noch groß etwas neues Innovatives oder ist das Label nun wirklich weitesgehend tot bzw. deswegen uninteressant und wir sollten uns wie Bubi schriieb ,wirklich einfach nur noch nur freuen an den Comics die jetzt von irgendwo anders her nach D kommen ?
      Die Quelle Vertigo ist weitesgehend versiegt...
    • Nochmal Zombies: Walking Dead lief da so rund anderthalb Jahre, aber ein Hit war es zu der Zeit nicht. Daher würde ich schon argumentieren, daß die Marvel Zombies dazu beigetragen haben. Heute kann man sich das nicht mehr vorstellen, aber vor dem Hype durch die TV-Serien-Zeiten waren die Marvel Zombies mit Abstand Kirkmans beste (und finanziell erfolgreichste) Sache...

      Zu AHa: Inhalt, sprich Geschichten, sind vom ersten Lagerfeuer bis heute das, was unseren Geist umtreibt und beschäftigt. Das wird sich nicht ändern. Allerdings hast Du Recht, mit Vertigo im Rücken war es womöglich einfacher - klar, bei Image sind viele tolle Sachen dabei, aber wenn man sich die Verkaufszahlen anschaut (nicht unsere, sondern die amerikanischen), dann weiß man, daß das ein zwar sehr kreativer Tanz ist, er aber auf dünnem Eis stattfindet, was den Lebensunterhalt der Künstler betrifft - ich hoffe zwar nicht, halte es aber auch nicht für ausgeschlossen, daß es bis 2016 zu größeren Problemen bei Image kommen kann - nicht alles kann verfilmt werden, nicht alles wird durch Auslandslizenzen und überragende Zahlen in fremden Märkten rückfinanziert.

      Nichtsdestotrotz: Die besonderen Geschichten, die uns berühren, werden immer das Licht der Welt erblicken.
    • Bubi schrieb:

      weil wir ja auch Image-Titel einkaufen


      Aber leider zu wenig davon ;) Viele der qualitativ besten Serien (nach meinem Geschmack) schaffen es leider nicht nach Deutschland. Und sowas wie Hinterkind oder FBP von Vertigo hätte eine deutsche Veröffentlichung auch verdient. Aber ich hab natürlich Verständnis dafür, dass man als Verlag nur das veröffentlichen kann, was auch Aussicht auf ausreichenden Erfolg hat.

      Spaceman, Joe the Barbarian, Scalped, Southern Bastards, Manhattan Projects...alles tolle Serien, die aber wohl zu speziell sind für eine breite Käuferschicht. ;(

      Von solchen "Klassikern" wie Invisibles, Hellblazer, Moore-Swamp Thing, Morrisons Animal Man, Kirkmans Invincible oder Savage Dragon mal ganz zu schweigen, die wir womöglich nie komplett in deutscher Sprache vorliegen haben werden.

      Das soll aber jetzt kein Gejammer über Panini sein, die uns ja auch viel Tolles ermöglicht haben...

      PS. Ich bezog mich jetzt auf Vertigo- und Image-Titel allgemein.
    • Bubi schrieb:

      ...Zu AHa: ...Allerdings hast Du Recht, mit Vertigo im Rücken war es womöglich einfacher - klar, bei Image sind viele tolle Sachen dabei, aber wenn man sich die Verkaufszahlen anschaut (nicht unsere, sondern die amerikanischen), dann weiß man, daß das ein zwar sehr kreativer Tanz ist, er aber auf dünnem Eis stattfindet, was den Lebensunterhalt der Künstler betrifft - ich hoffe zwar nicht, halte es aber auch nicht für ausgeschlossen, daß es bis 2016 zu größeren Problemen bei Image kommen kann - nicht alles kann verfilmt werden, nicht alles wird durch Auslandslizenzen und überragende Zahlen in fremden Märkten rückfinanziert. ..


      Ohne jetzt zu sehr im Detail aus dem Nähkästschen zu plaudern :
      Bekommt Ihr die dortige aktuellen Marktlage und die Veränderungen in der Verlags-und Medienlandschaft als Lizenznehmer grundsätzlich ebenfalls so hautnah mit und auch selbst schon zu spüren ? (Veränderungen bei Vertigo, Fatale, Millar)
      Bedeutet und beinhaltet das nicht auch für euch große Veränderung oder Erschwernis im zukünftigen Lizensierungsgeschäft im Guten wie im Schlechten ? Spürt Ihr schon wohin die Reise hin gehen könnte, falls z.B wirklich die Image Plase platzen sollte ?

      Das auch hier die Schranke zwischen Reichtum und Erfolg doch jetzt mmer weiter auseinander driften wird (Verlage und Künstler)
      (Zu manchen erfolgreichen Künstler wie Millar und Co müsst Ihr ja anscheiend eine reeglrechte Prozedur über seinen Agenten ergehen und andere sind vielleicht froh das überhaupt einer nach einer Auslandslizenz fragt und benötigen diese Zusatzeinnahmen.die für andere nur Almosen bedeuten.)


      Mist , jetzt bin ich selbst von meiner eigentlich abschliessenden Frage zu der Zukunft von Vertigo wieder abgewichen sorry
      Vielleicht bekommt ja jemand wieder den Bogen dorthin zurück


      @rettet_sups_und_co
      Du hast Stray Bullets und die anderen eigenen Lapham Sachen vergessen

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    • AHa schrieb:

      Das mit den Marvel Zombies hatte ich gestern auch noch so im Kopf. War mir da aber zeitlich nicht mehr so sicher ob das vor, während oder schon in der Hochphase von TWD war.
      Ich denke TWD wäre so oder so ein Erfolg geworden, nur vielleicht nicht so schnell


      Nur was ist die Hochphase? Die Verkaufszahlen der Hefte stiegen die zwei Jahre vor Marvel Zombies stetig an, und danach auch. Ob nun eine Serie mit 18.000 Einheiten (geschätzt) vor MZ kein Hit ist (war nach Spawn regelmäßig der meistverkaufte Image Titel und auch nach Spawn der meistverkaufte Indietitel ohne Lizenz) , dann aber nach Marvel Zombies mit 22.000 einer, ist sicher Definitionsfrage. Klar, TWD verkauft sicher am meisten über Trades, aber wenn man das an so einem Ereignis fest machen will, wäre das sicher auch an den Heftverkäufen abzulesen. Ich bleib da skeptisch.

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    • Doch, die Heftverkäufe spielen bei solchen Sachen eine untergeordnete Rolle. Anderes gutes Beispiel: Der Zauberer von Oz. Als Heft? Hat wenig Leute interessiert. Als Trade einer von Marvels besten überhaupt... Und nein, durch den Erfolg der Trades steigen die Heftabverkäufe nur marginal an. Aus zwei Gründen: Allgemeine Verfügbarkeit (Buchhandel + Online versus Comicfachgeschäfte) und Käufer (Leser versus Hardcoresammler).
      Daher sorry, meine Aussage lasse ich unverändert. Wenn die Erschaffungskosten über die Hefte hereingeholt werden können, ist das super, der Gewinn kommt dann über die Trades. Daher auch die Zweischneidigkeit der Euphorie in der Kernzielgruppe der Heftchenkäufer - das sagt nichts über den langen Erlösweg aus. Bei "normalen" Serien wohlgemerkt, wenn Heftserien erstmal über 50k laufen, klappt das natürlich auch so.

      @ AHa: Ja, wir bekommen da vieles hautnah mit, auch durch den Kontakt zu Zeichnern.
    • Okay. Also die zweitbestverkaufte Imageheftserie mit stetig steigenden Verkäufen ist kein Hit und der Erfolg von TWD kam durch MZ und schlug sich ausschließlich und komplett in den Tradeverkäufen wieder? Oookaaaaay...
      Und das mit den 50k hab ich von einigen Image-Künstlern ganz anders gehört, da man da keine Marvel-Zahlen ansetzen darf. Aber gut. Wie du meinst.

    • Okay, man kann mich offenbar, sofern gewünscht, komplett anders interpretieren. Aber weder habe ich gesagt, daß die Serie nicht erfolgreich ist, noch habe ich gesagt, daß der Erfolg ausschließlich auf Marvel Zombies zurückzuführen ist. Das zu unterstellen ist ein Witz. Und wenn ich über Entstehungskosten und Honorare spreche, sollte jedem klar sein, daß 50k keine verbindliche Zahl ist, sondern ein Argument war, daß sich Verlage freuen, wenn die Kosten auf diese Art bereits abgedeckt sind, bevor der Trade-Rubel rollt. Himmel, man sieht ja deutlich, wieviele Serien nicht mal 10.000 schaffen. Sorry, das ist so verdreht, daß ich gerade nicht verstehe, was das soll. Geht's hier um die übliche Internet-Provokation, damit wir uns zoffen?

      Unabhängig davon wollte ich noch was ergänzen, weil ich nochmal nachgedacht habe: Ich glaube zwar nach wie vor, daß gute Comics immer ihren Weg machen, aber das besondere Qualitätsmerkmal von Vertigo hatte schon eine deutlichere Strahlkraft, als ich beim ersten Nachdenken unterstellt habe. Wenn ich an Titel wie Sandman oder Vendetta denke, an Preacher, Fables, meinetwegen Transmetropolitan, eventuell Y the last Man - das sind Titel, die teilweise Dekaden überstanden haben, ohne ihre Wirkung einzubüßen, und noch lange bestehen bleiben werden. Andere Vertigo-Sachen sind und waren großartig, haben aber nicht diesen Stellenwert. Wenn ich mir Image anschaue, was bleibt? Was strahlt über zwanzig Jahre hinaus als Meisterwerk? Ich weiß es nicht. Der kommerzielle Erfolg von Walking Dead beschert der Serie zur Zeit (und wahrscheinlich noch auf zehn Jahre hinaus) einen Sonderstatus, Spawn bleibt natürlich ein Begriff (aber ich würde doch sagen, wenn wir uns "harte" Comicleser rausnehmen, daß eine historische Wirkung über den Wow-Grafik-Effekt zu Beginn der Serie innerhalb der damaligen Zeit hinaus ausbleibt), aber dann? Da sind viele, viele, viele gute Comics dabei, die Spaß machen, anregen, unterhalten, aber ich kann mir nicht vorstellen, daß in zwanzig Jahren jemand die Einstufung "Meisterwerk" vornimmt. Ich lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen. Insofern: Ja, schade, wenn Vertigo einem Dämmerschlaf anheimfällt (wobei es ja nochmal einen Unterschied zsichen USA und uns gibt, weil einige von deren Titeln hier nicht funktionieren werden und wir deshalb nicht alles gedruckt zu sehen bekommen), aber persönlich schreibe ich das Label noch nicht ab, sondern warte, was DC nach dem Umzug als neue Strategie ausgibt.
    • Bubi schrieb:

      ....Unabhängig davon wollte ich noch was ergänzen, weil ich nochmal nachgedacht habe: Ich glaube zwar nach wie vor, daß gute Comics immer ihren Weg machen, aber das besondere Qualitätsmerkmal von Vertigo hatte schon eine deutlichere Strahlkraft, als ich beim ersten Nachdenken unterstellt habe. Wenn ich an Titel wie Sandman oder Vendetta denke, an Preacher, Fables, meinetwegen Transmetropolitan, eventuell Y the last Man - das sind Titel, die teilweise Dekaden überstanden haben, ohne ihre Wirkung einzubüßen, und noch lange bestehen bleiben werden. Andere Vertigo-Sachen sind und waren großartig, haben aber nicht diesen Stellenwert. Wenn ich mir Image anschaue, was bleibt? Was strahlt über zwanzig Jahre hinaus als Meisterwerk? Ich weiß es nicht. Der kommerzielle Erfolg von Walking Dead beschert der Serie zur Zeit (und wahrscheinlich noch auf zehn Jahre hinaus) einen Sonderstatus, Spawn bleibt natürlich ein Begriff (aber ich würde doch sagen, wenn wir uns "harte" Comicleser rausnehmen, daß eine historische Wirkung über den Wow-Grafik-Effekt zu Beginn der Serie innerhalb der damaligen Zeit hinaus ausbleibt), aber dann? Da sind viele, viele, viele gute Comics dabei, die Spaß machen, anregen, unterhalten, aber ich kann mir nicht vorstellen, daß in zwanzig Jahren jemand die Einstufung "Meisterwerk" vornimmt. Ich lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen. Insofern: Ja, schade, wenn Vertigo einem Dämmerschlaf anheimfällt (wobei es ja nochmal einen Unterschied zsichen USA und uns gibt, weil einige von deren Titeln hier nicht funktionieren werden und wir deshalb nicht alles gedruckt zu sehen bekommen), aber persönlich schreibe ich das Label noch nicht ab, sondern warte, was DC nach dem Umzug als neue Strategie ausgibt.


      Mit den Richtungsweisenden Meisterwerken und der Strahlkraft über Dekaden hinaus von Vertigo, genau das meinte ich übrgens bei der Threaderöffnung ...danke für Deine Worte die mir genau bei der Eröffnung fehlten :)



      Andere Meinungen ? Schafft Vertigo es irgendwann wirklich mit neuen Team und veränderten Marktbedingngen, nochmal solche Meilensteine zu setzen ?
      Immerhin leben ja noch all die Autoren von damals , aber wahrscheinlich braucht unabhängig von den Autoren es wirklich doch viel eher einer gänzlich übergreigfenden ausgefeilten ordnenden fast schon visionären Strategie und Masterplanes


      Aber ist solch ein Denken und Ansätze was die Comicwelt im ganzen nach vorne bringt , auch im kurzfristigen Profitdenken und streben eines Verlages-und Mediengiganten wie DC/Warner überhaupt erwünscht und denkbar ?

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    • Nun, ich glaube schon. Ein gutes Beispiel: Der Ansatz von DC mit dem Relaunch ihrer Superhelden hat zwei Dinge bewirkt: Gewaltig gestiegene Umsätze und PR. Und es war ein hohes Risiko. Ich glaube nicht, daß sie für Vertigo in ähnlich großem Maßstab denken, der Fokus hat sich definitiv verschoben, aber wenn Preacher als TV-Serie ein Hit wird, wird für DC (und Warner, zudem sitzen sie ja nun nicht quer über einen Kontinent entfernt sondern zusammen) der Katalog interessanter, wie auch die Möglichkeit, da weiter aufzusetzen. Definitiv wird es aber jemanden mit Herzblut und verlegerischer Weitsicht brauchen.
    • Bubi schrieb:

      Okay, man kann mich offenbar, sofern gewünscht, komplett anders interpretieren. Aber weder habe ich gesagt, daß die Serie nicht erfolgreich ist, noch habe ich gesagt, daß der Erfolg ausschließlich auf Marvel Zombies zurückzuführen ist. Das zu unterstellen ist ein Witz. Und wenn ich über Entstehungskosten und Honorare spreche, sollte jedem klar sein, daß 50k keine verbindliche Zahl ist, sondern ein Argument war, daß sich Verlage freuen, wenn die Kosten auf diese Art bereits abgedeckt sind, bevor der Trade-Rubel rollt. Himmel, man sieht ja deutlich, wieviele Serien nicht mal 10.000 schaffen. Sorry, das ist so verdreht, daß ich gerade nicht verstehe, was das soll. Geht's hier um die übliche Internet-Provokation, damit wir uns zoffen?


      Ne. Das ist keine Internet-Provokation. Sorry wenn das so rüberkam. Aber ich hab, weil ich mich wie gesagt damit beschäftigt habe, schon damals, gesagt, das bei Kirkman seine Marvel-Engagement kaum einen Einfluss auf seine Popularität hatte (verglichen mit anderen). Kirkman ist diesbezüglich eine Ausnahme, keine Frage. Weshalb ich auch so hervorgehoben haben.
      Daraufhin meinst du, dass Marvel Zombies den Weg für den Erfolg von TWD geebnet haben und vor Marvel Zombies KEIN Hit war (siehe oben). Wenn eine Image-Serie damals fast 20.000 Hefte verkauft, Tendenz steigend, argumentiere ich, dass es sehr wohl schon ein Hit war. Außerdem zeigen die Heftzahlen, dass sich da nach Marvel Zombies nicht derart signifikant was geändert hat, dass man von "weg geebnet" sprechen kann.

      Du hast ja mit allem Recht was du sagst. Klar sind die Tradeverkäufe bei so Serien wichtig. Und bei TWD sehr wichtig. (Jetzt unbedingt den Extremfall "Oz" als Argument zu bringen tut ja nicht wirklich was zu Sache. Klar läuft alles was nicht Marvel-Universum ist bei Marvel in Heften total kacke. Und klar läuft eine Serie die sich auch an Kinder richtet und ein bekanntes Franchise hat im Buchhandel super. Tut aber für TWD nix zur Sache. Andere Zielgruppe, anderer Verlag.). Aber wenn etwas den Weg geebnet hat, dann finde ich zumindest, müsste der Einfluss deutlich sichtbar sein. AUCH in den Heftverkäufen. Ist er aber so gut wie gar nicht. Und wie gesagt: Die Serie war vorher auf dem besten Wege genau das zu werden, was sie nachher war. Es gab auch keinen wirklichen Sprung, so weit ich weiß. Erst mit der TV Serie.

      Weshalb ich hier vielleicht ein wenig biestig rüberkam (und das tut mir leid) ist die Tatsache, dass ich hier eine konkrete Argumentation aufbaue und du ihm vorbeigehen sagst "Nö, ich als Vertriebler sag euch jetzt mal wie es wirklich war" und mit allgemeingültigen Dingen zu kommen, die sicher alle richtig sind, in dem Fall aber einfach nichts zur Sache tun. Vielleicht verstehst du das ja auch.

      Klar lässt sich mit 10.000 verkauften Heften, die bei Image ja nur wenige erreichen, kein Staat machen, es sei den man schmeißt den Laden alleine (Autor, Zeichnungen Komplett, Lettering), aber anderes Thema.



      Zu Vertigo: Da hast du sicher recht. Die Qualität der Vertigo-Titel aus dieser Zeit war sicher durch die Bank höher als bei Image. Aber der Output auch deutlich geringer. Und natürlich erinnert man sich auch lieber an die Klassiker, als an Air, Army@Love oder Codename:Knockout. :P Andererseits glaube ich das Chew oder Saga schon das Zeug haben, ein Klassiker zu werden. Powers ist einer (wenn auch nicht sooo gut gealtert) und The Maxx auf jeden Fall auch. Beides keine Image-Titel mehr, aber ohne Image undenkbar. Fell ist mit Sicherheit ein Kulthit denn weder Ellis noch Templesmith können irgendwo auftauchen, ohne danach gefragt zu werden.
      Ob man überhaupt noch mal einen Stellenwert wie Preacher oder Sandman erreichen kann, weiß ich nicht. Es ist eine andere Zeit, ein anderer Markt. Es wird ja auch niemand mehr Pink Floyd oder Led Zeppelin.
      Ich glaube Vertigo kann nur zurückkommen, wenn DC es als Prestige-Imprint sieht und nicht auf die Verkäufe guckt. Aber da bin ich mehr als skeptisch.

    • Bubi schrieb:

      Nun, ich glaube schon. Ein gutes Beispiel: Der Ansatz von DC mit dem Relaunch ihrer Superhelden hat zwei Dinge bewirkt: Gewaltig gestiegene Umsätze und PR. Und es war ein hohes Risiko. Ich glaube nicht, daß sie für Vertigo in ähnlich großem Maßstab denken, der Fokus hat sich definitiv verschoben, aber wenn Preacher als TV-Serie ein Hit wird, wird für DC (und Warner, zudem sitzen sie ja nun nicht quer über einen Kontinent entfernt sondern zusammen) der Katalog interessanter, wie auch die Möglichkeit, da weiter aufzusetzen. Definitiv wird es aber jemanden mit Herzblut und verlegerischer Weitsicht brauchen.




      Bedeutet auf das Beispiel Vertigo bezogen (vielleicht auch generell in der heutigen Comicwelt bei den Großen), Das das große Hauptaugenmerk wirklich einzig auf dem Profit und die Aufmerksamkeit und Umsetzbarkeit bei Warner als TV-Serie bzw, Kinofilm liegen und die Großartigkleit der Comics, wenn überhaupt, immer im denken nur Mittel zum Zweck sind
      Ausser man hat jemand mit Herzblut und Weitsicht der bei den entscheidenen Stellen Einfluss nehmen kann
    • AHa schrieb:

      Bubi schrieb:

      Nun, ich glaube schon. Ein gutes Beispiel: Der Ansatz von DC mit dem Relaunch ihrer Superhelden hat zwei Dinge bewirkt: Gewaltig gestiegene Umsätze und PR. Und es war ein hohes Risiko. Ich glaube nicht, daß sie für Vertigo in ähnlich großem Maßstab denken, der Fokus hat sich definitiv verschoben, aber wenn Preacher als TV-Serie ein Hit wird, wird für DC (und Warner, zudem sitzen sie ja nun nicht quer über einen Kontinent entfernt sondern zusammen) der Katalog interessanter, wie auch die Möglichkeit, da weiter aufzusetzen. Definitiv wird es aber jemanden mit Herzblut und verlegerischer Weitsicht brauchen.




      Bedeutet auf das Beispiel Vertigo bezogen (vielleicht auch generell in der heutigen Comicwelt bei den Großen), Das das große Hauptaugenmerk wirklich einzig auf dem Profit und die Aufmerksamkeit und Umsetzbarkeit bei Warner als TV-Serie bzw, Kinofilm liegen und die Großartigkleit der Comics, wenn überhaupt, immer im denken nur Mittel zum Zweck sind
      Ausser man hat jemand mit Herzblut und Weitsicht der bei den entscheidenen Stellen Einfluss nehmen kann


      DC ist auf jeden Fall nur daran interessiert, ihre Marken zu...äh...vermarkten. (Marvel sicher auch, da ist es aber nicht ganz so offensichtlich) . Das heißt natürlich nicht, dass Autoren, Zeichnern und Editoren egal ist, was sie da machen Die möchten sicher auch in dem Rahmen der ihnen ermöglicht wird möglichst gut Arbeit abliefern, aber für die Führungsetage ist es nur wichtig, dass da jeden Monat ein Heft im Regal steht auf dem groß BATMAN steht. Egal wie und egal von wem.
      Vertigo, wie wir es mögen, kann so nicht funktionieren, befürchte ich.