Das Ultimative Universum Re-Read

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Wenn kein anderer möchte kann ich das morgen gerne mal in Angriff nehmen und mich daran versuchen. Ich habe zwar bisher nur 2/3tel meiner Sammlung durchsucht und daher noch nicht das komplette UU wiedergefunden, aber Spidey's 1-4 habe ich als Hefte schon zusammen. Überraschenderweise habe ich diese Ausgaben sogar alle doppelt als Heftausgabe. Entweder muss ich total reich gewesen sein oder mich hatte damals das UU-Fieber einfach gepackt... ;)
    • Danke, aber ehrlich gesagt bin ich mir gar nicht sicher, ob das was ich verzapft habe als klassische Review zu betrachten ist. :)

      Wenige einleitende Worte meinerseits...

      Zum Wechsel des Jahrtausends herrschte bei Marvel USA der Gedanke vor die Helden ihrer Geschichten losgelöst von deren jahrzehntelanger Vorgeschichte neu und frisch in jugendlichen Jahren im hier und jetzt zu präsentieren. So kam es das Marvel USA sich dazu entschloss ein eigenes Universum für diese Geschichten zu initiieren, welches mit der Geschichte um einen gewissen Peter Parker ihren Anfang nehmen sollte.
      Diese Geschichten sollten unbelastet von der Komplexität jahrzehntelanger Entwicklungen und Verwicklungen die Helden ihre Abenteuer erleben lassen und sich dabei auch abweichend von der altbekannten Entwicklung ablaufen. Sie sollten gleichermaßen für alte Leser und neue Leser frisch und einfach zu verstehen sein und so die Beliebtheit und das Interesse an den Figuren aus dem Hause Marvel, welches durch die aufkeimenden Kinoerfolge zunehmend mehr wurde, steigern und letztlich die Auflage des Verlags sichern.
      Ein Vorhaben, welches ohne übertreiben zu wollen, mit dem Initialstart der sogenannten "Ultimate Universe" gelang.




      Der ultimative Spider-Man - Lektionen fürs Leben
      (US-USM Heft #1 - #7)




      Als Waise lebt Peter bei seinem Onkel Ben und seiner Tante May, welche beide einen eher alternativen Lebensstil zu pflegen scheinen, statt erzkonservativ sind als geschätzte Mittfünfziger die sie sind. Sein Onkel Ben jedenfalls, ein Pferdeschwanz tragender Alt-Hippie, der durchaus selbstbewusst ist, lebt mit May, einer junggebliebenen Frau fortgeschrittenen Alters die auch nicht die Neuerungen unserer Zeit, wie das Internet, fürchtet sondern begrüßt, mit Peter zusammen im Vorort Queens.
      Peter, ein durchschnittlicher fünfzehnjähriger Teenager, hat in seinem Leben die üblichen Probleme mit Schule, Mädchen, Pubertät, Beliebtheit und dem ganz normalen Leben an sich. Während er sich lernwillig und strebsam mit seinen Büchern beschäftigen möchte bietet er somit natürlich das perfekte Ziel für Hohn und Spott seiner Mitschüler. Egal, ob nun das eher raudihafte Piesacken von Flash Thompson und Kong Harlan oder auch der Klatsch der Mädchen... Peter hat einen eher schweren Stand in der Schule.
      Dies ändert sich auch nicht unbedingt schlagartig, als ihn bei einem Schulausflug seiner Klasse zu Osborn Industries, einem führenden Konzern der chemischen Forschung, eine mit einer Wunderdroge behandelte Spinne beißt und Peter sich erst einmal vor versammelter Mannschaft erbricht. Ohnmächtig bricht er zusammen, während die Spinne zertreten wird. Dies alles bleibt auch nicht dem Leiter von Osborn Industries verborgen, Norman Osborn.
      Für ihn und seine Forschungen am Oz, der Wunderdroge an der Osborn Industries gerade forschte und welche der Spinne die Peter gebissen hatte injiziert worden war, bietet Peter eine Chance die er so nicht erwartet hätte, da der nächste logische Schritt Versuche am Menschen gewesen wären. Das diese nicht einfach so möglich wären, da sie rechtlich kaum zu bewerkstelligen waren, ist für ihn nach dem Unfall den Peter erlitt kein Problem.
      Dennoch könnten die Parkers Osborn Industries verklagen, weshalb Norman Osborn sich dazu entschließt die Arztrechnungen der Behandlung Peters zu begleichen und ihn weiterhin im Auge zu behalten. Da Peter als so ziemlich einzigen Freund in der Schule den Sohn von Norman Osborn hat, Harry Osborn, sollte man meinen das dies nicht allzu schwer zu bewerkstelligen wäre, doch Norman ist nicht gerade der herzlichste Vater. Kühl und abweisend seinem Sohn gegenüber eingestellt ist es daher zunächst ein Angestellter Osborns der Peter fortan überwacht, im Auge behält und auch sonst zu weiteren Taten bereit ist.
      Peter indes stellt für sich alleine des Nachts fest das er durch den Biss der Spinne ungeahnte Kräfte und Fähigkeiten entwickelt hat, welche er vor seinen Adoptiveltern verbirgt. Schließlich ist die Privatsphäre einem Teenager durchaus heilig...



      Ich könnte hier weiterhin ausschweifend über die Entstehungsgeschichte von Spider-Man schreiben, doch der Verlauf dieser Geschichte ist in groben Zügen sicherlich jedem bekannt. Falls nicht, so reiche ich dies gerne auf Nachfrage nach. :)
      Stattdessen widme ich mich gerne dem Teil meine Meinung nieder zu schreiben zu dieser in Teilen doch durchaus abweichenden Fassung zur originalen Entstehungsgeschichte.
      Bill Jemas und Brian Micheal Bendis, welche beide an diesen ersten Geschichten zusammen als Autorenteam gewirkt haben, verstanden es Peter und seine Welt aus den doch durchaus weit entfernten Jahrzehnten in die Neuzeit der Jahrtausendwende zu katapultieren. Unter den wirklich sehr guten Zeichnungen von Mark Bagley gelang es ihnen die Geschichte um das Entstehen von Spider-Man spannend und aktuell zu interpretieren ohne hierbei den Kern der Entstehungsgeschichte oder die Charaktere selbst unglaubwürdig zu verfälschen.
      Dabei war es sicherlich nicht gerade einfach die Geschichte zu ändern ohne einen Aufschrei der Leserschaft zu provozieren. Sei es nun, das der Dieb den Peter laufen lies nicht den Wrestling-Promoter überfiel, das es keine radioaktive Spinne war, das Mary Jane bereits an der Schule mit Peter zusammen lernte und als strebsame Schülerin fast schon so etwas wie ein Paar war... Es gibt viele Änderungen die Abweichend sind und allesamt dennoch positiv von mir bewertet werden. :ok:
      Die allgemeine Grundangst der Bevölkerung der realen Welt vor Radioaktivität, welche noch zur Entstehungszeit vom originalen Spider-Man im sogenannten "616er-Universum" vorgeherrscht hatte, wurde hier durch das durchaus aktuelle Thema der Genetik ersetzt ohne das es speziell erwähnt wurde. Da heutzutage über die Auswirkungen möglicher Änderungen des Erbguts durch gezielte Genetik oder indirekt wirkender Gentechnik z.B. im Mais gesprochen wird, spiegelt das ultimative Universum an dieser Stelle durchaus die reale Welt wieder, wie es Marvel zumeist in ihren Geschichten zugesprochen wird.
      Auch ist der allgemeine Grundton der Geschichte eher an einer realistischeren Reaktionsweise der Protagonisten orientiert aufgebaut. So macht sich Peter Gedanken darum wie er unerkannt verschwinden könnte ohne das es zu auffällig ist das seine Abwesenheit stattfindet, während Spider-Man auftaucht. Die Polizei fackelt nicht lange und schießt, bevor sie Fragen stellt. Der Streber wird geduldet von den Sportlern, solange er ihnen als Emporkömmling in ihrem Metier hilfreich ist und dienlich zur Seite steht. Selbst Peters Probleme mit der Damenwelt erscheint, befeuert durch klassische Missverständnisse, sich durchaus an realistischen Gegebenheiten zu orientieren.
      Vor diesem Hintergrund ist es fast schon Schade das Onkel Ben sterben musste, statt Tante May, doch die bereits gewagten Abweichungen eines durch den Selbstversuch scheinbar zum Kobold mutierten Norman Osborn, statt eines maskierten Wahnsinnigen, deutet bereits darauf hin das sich zukünftige Geschichten im ultimative Universum auch weiterhin in der Art ihrer Entwicklung zu dem Originalgeschichten abgewandelt entwicklen und dennoch durch eben diese Art zu unterhalten wissen.
      Als Beginn des ultimativen Universums wurde hier mit Ultimate Spider-Man und der damals als Schwesterserie in Deutschland ebenfalls gestarteten Ultimate X-Men jedenfalls ein solider, überzeugender Grundstein gelegt der zu begeistern wusste und auch heute noch zu begeistern weiß.

      Keine Ahnung, ob euch das so als Review vorgeschwebt hat oder ob ihr detaillierter die eigentliche Geschichte beschrieben haben wolltet. Wenn letzteres zutreffen sollte sagt es ruhig. Ich reiche es, wie bereits beschrieben, in dem Fall gerne nach. :)
    • Feine Rezi. :hutab:
      Gerade die Nähe zur originalen Serie habe ich daeinst geschätzt, alles andere wären "Verschlimmbesserungen" gewesen.
      Es ging halt darum, ohne den Ballast von 40 Jahren allen Neueinsteigern eine tolle Serie zu bieten...
      Diese "klassische" Origin hätte man nicht besser machen können...
      Ich werde die Hefte jetzt nach und nach mit meinen Kindern lesen ( und dann auch meinen Senf dazu geben)...
      Ein Frohes Osterfest!
      :ostern: :ostern: :ostern:
      excelsior 8)
      ...meine Zeit, mein Raubtier...
    • Danke. :)

      Hand auf's Herz... wer hätte Onkel Ben lieber leben lassen und May sterben sehen? Ich schon, weil ich auch finde das Ben hier wesentlich mehr und besser in der Geschichte ausgearbeitet wurde als May.
      Gut, man kann argumentieren das May im Rest der kommenden Serie weit mehr Zeit hat um an Profil zu gewinnen, aber grade weil Ben hier besser ausgearbeitet wurde und weil er so eine realistischere Bezugsperson für Peter und den Leser darstellt finde ich es eigentlich schade das er hier sterben musste.

      Was mich auch noch abseits der Geschichte interessiert, da ich nur die Hefte und nicht das Paperback vorliegend habe:

      Wie ist denn das Paperback so aufgebaut? Im 08/15-Stil die Geschichte einfach rein und fertig oder hat es auch das Interview mit Bagley drin? Sind dort ebenfalls ein paar Infos auf redaktionellen Seiten enthalten? Schließlich umfassten die Heftausgaben ja einen recht langen Zeitraum, da sie zweimonatlich erschienen und somit wir hier über einen Geschichte uns unterhalten die 8 Realmonate lang in Deutschland veröffentlicht wurde, während im monatlichen Wechsel damals die Ultimate X-Men erschienen sind.
    • Tja das Ultimative Universum, und ich bin von Anfang an dabei. Auch wenn es noch nicht so ist wie im Vorwort der ersten Ausgabe steht, und ich im Altersheim sitze und meinen Enkeln davon erzähle, so ist es doch jetzt schon fast 14 Jahre her. Eine doch ziemlich lange Zeit in der ich Fast alles (Das Ultimative Spider-Man Special #1 und die 1/2 nummer fehlt noch) davon gelesen und gesammelt habe.

      Und bei Spider-Man wurde ich immer durchweg gut unterhalten, und das schon von Anfang (also hier) an. Insgesamt nimmt sich die Geschichte mehr Zeit und Raum um die Figuren einzuführen und das ist auch gut so.
      Der Spider-Man Komplett Lesemarathon (Die Leseliste im Link) Und Seite 46 [Post 909] & 78! :twip:
    • Was es meiner Meinung nach aber auch sehr angenehm zu lesen macht. Man flutscht beim ultimativen Spider-Man quasi von Panel zu Panel.
      Immer wenn ich einen Trade vom ultimativen Spider-Man lese vergeht die Zeit wie im Flug, da einfach ein total entspannter Lesefluss bei mir entsteht. Vorallem trifft Bendis mMn meistens die perfekte Mischung aus Action, Spannung, Soap, Charaktertiefe/-entwicklung und Humor. Gepaart mit den durchaus guten Zeichnungen(besonders die aktuelleren Hefte von Pichelli), sowie der Bodenständigkeit und den etwas realistischeren Ansätzen des UU macht es den Ultimativen Spider-Man als Gesamtwerk zu meiner allerliebsten Marvel Serie überhaupt.

      Im Laufe der Woche gehe ich noch genauer auf den ersten Trade ein, hatte wegen Ostern und Familie keine Zeit ihn zu lesen.

      @morethanone: Leider sind die Trades 08/15. Mehr als eine Cover Gallery oder ein par Bleistiftskizzen gab es, soweit ich mich erinnere, nie an Extras. Deine Rezension hat mir aber sehr gut gefallen, vorallem bist du auf einige DInge eingegangen die mir nie so bewusst waren, aber dann wie Schuppen von den Augen gefallen sind als du es erwähnt hast (Atomangst durch Genetikangst ersetzt, usw.)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von CriticalCid ()

    • Mueli77 schrieb:

      Wobei Charaktertiefe nie Bendis' Stärke war und leider auch ist.

      Find ich nicht, gerade wenn er nur einen Helden schreibt (Spider-Man, Daredevil) kann er sehr wohl auch charakterlich überzeugende Geschichten schreiben. Wenn dann eher Haudrauf Action angesagt ist oder es wegen zu vieler Helden nur auf eine dezente Schwarmintelligenz hinausläuft, da geb ich dir recht.

      Bubi schrieb:

      @ JoeKerr: Jetzt mal Butter bei die Fische - das war doch wahrscheinlich mit Abstand Dein schlechtester Post im Forum, oder nicht?
      "If you can't dazzle them with brilliance, baffle them with bullshit." W.C.Fields
    • Joe Ker schrieb:

      Mueli77 schrieb:

      Wobei Charaktertiefe nie Bendis' Stärke war und leider auch ist.

      Find ich nicht, gerade wenn er nur einen Helden schreibt (Spider-Man, Daredevil) kann er sehr wohl auch charakterlich überzeugende Geschichten schreiben. Wenn dann eher Haudrauf Action angesagt ist oder es wegen zu vieler Helden nur auf eine dezente Schwarmintelligenz hinausläuft, da geb ich dir recht.

      Bei USM und DD war er auch noch gut. INzwischen hat es aber leider auch nachgelassen. Und Teamserien und Bendis geht meiner Meinung nach gar nicht. Die neuen X-Men habe ich eigentlich nu wegen der durchaus interessanten Ansätze und den tollen Zeichnungen von Stuart Immonen im Abo.
    • Wobei Charaktertiefe nie Bendis' Stärke war und leider auch ist.

      Find ich nicht, gerade wenn er nur einen Helden schreibt (Spider-Man, Daredevil) kann er sehr wohl auch charakterlich überzeugende Geschichten schreiben. Wenn dann eher Haudrauf Action angesagt ist oder es wegen zu vieler Helden nur auf eine dezente Schwarmintelligenz hinausläuft, da geb ich dir recht.

      Bei USM und DD war er auch noch gut. INzwischen hat es aber leider auch nachgelassen. Und Teamserien und Bendis geht meiner Meinung nach gar nicht. Die neuen X-Men habe ich eigentlich nu wegen der durchaus interessanten Ansätze und den tollen Zeichnungen von Stuart Immonen im Abo.
      Ich sehe es ganauso wie Joe Kerr. Sonst kann ich mir nicht erklären warum Ultimate Fallout der für mich bisher emotionalste Trip in meiner bisherigen Comickarriere war. Ansonsten hatte der ultimativen Spider-Man auch durchweg immer wieder packende emotionale Momente, was eben nur mit gut ausgearbeiteten und glaubhaften Charakteren funktioniert. Und das er inzwischen nachgelassen hat kann ich zumindest bei USM nicht behaupten. Die aktuellen Hefte gefallen mir nach wie vor sehr gut.
      Alles was ich zu Bendis oben geschrieben habe bezog sich natürlich ausschließlich auf den ultimativen Spider-Man. Das (vorallem bei großen Team Serien) auch viel Murks von ihm kommt ist mir durchaus bewusst. Seine letzte Avengers Serie habe ich z.B. bereits mitten im 2. Arc gekickt, weil es mir absolut nicht gefallen hat.

      Crabman schrieb:

      Zur Leseliste: Ich täusch mich vermutlich, aber war Ultimate Vision nicht in den deutschen Floppies enthalten? Oder waren das nur die Cover???
      Auf Deutsch ist nur die #0 erschienen, die der Prolog für "Ultimative Auslöschung" war. Es gibt aber noch eine 5-teilige Mini-Serie die danach spielt und es nie zu uns geschafft hat.

      EDIT:
      @Rafinator: Da der Marathon ja jetzt gestartet ist wäre es nicht schlecht wenn du noch meine Ergänzungen zur Lesereihenfolge, die ich HIER bereits geschrieben habe, noch in deinen Startpost dazu editierst. Am Wochenende kann ich mich auch noch gerne hinsetzen und die jeweiligen Heftausgaben für UXM und UFF raussuchen, wie du es bereits bei USM gemacht hast.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von CriticalCid ()