Monika

    • Und ich wieder. Mal schauen, ob ich das jeden Monat durchhalte. Und ich bin überrascht, hier gibt's ja noch gar keine Diskussion zu "Monika"?
      Na, dann mache ich mal den Anfang. Vom Thema her reizte mich dieser Band so gar nicht, aber wie ich an anderer Stelle geschrieben habe, ich bin bisher Panini-Alben-Komplettkäufer (außer Trigan) und sehr angetan von den bisherigen Veröffentlichungen. Daher dachte ich, ich gebe diesem Comic auch mal eine Chance. Und was soll ich sagen – von der Geschichte her ist es so geblieben, das ist nicht „meins“. Ein Mix aus Cyberthriller, Theaterwelt und menschlich-kybernetischer Anziehungskraft, na ja. Ich gebe zu, gut geschrieben, lesbar, aber halt nicht meine Welt. Meine Frau fand ihn unterhaltsamer als ich. Aber, aber, aber: Die Zeichnungen haben mich umgehauen. Meine Herrn! Was hat der Mann vorher gemacht? Catwoman? Ich schau mal rein… Und freue mich wie sonst-noch-was auf den abschließenden zweiten Teil. Ich hoffe, daß Herr March nunmehr jedes Jahr ein neues Album zeichnet. Einfach genial. Panini, ist mit Band 2 wirklich Schluß???
    • Ja, Band 2 ist der Abschlußband. Wir stecken aber gerade intensiv die Köpfe zusammen, um eine Monika-Überraschung für 2016 vorzubereiten, flankierend zum Erscheinen von Band 2.
      Und schau gerne mal in Catwoman rein. Solche "format-überschreitenden" Leseräußerungenund -pläne finden wir toll, in jede Richtung! Allerdings arbeitet(e) Guillem bei den US-Zeichner nicht in coleur directe, sondern klassisch in Tusche mit nachträglicher Kolorierung. Das nimmt nichts von seiner zeichnerischen Stimme, sieht aber halt anders aus Monika. Vielleicht schreibst Du ja mal, wenn Du den gelesen hast, wie er Dir gefallen hat.
    • Bubi schrieb:

      Wir stecken aber gerade intensiv die Köpfe zusammen, um eine Monika-Überraschung für 2016 vorzubereiten, flankierend zum Erscheinen von Band 2.
      Das klingt sehr interessant, also meinerseits besteht daran grundlegend ein großes Interesse (ohne genau zu wissen worum es sich handelt). Hoffentlich tragen eure Überlegungen Früchte. Vielleicht ein Variant oder eine Figur, was auch immer, bestimmt wird es ziemlich :cool2: .
    • Rezension zur # 1

      Bei Monika handelt es sich um einen weiteren Titel aus dem Panini Albenprogramm. Der Inhalt dieses Titels wurde – stark verkürzt – wie folgt beschrieben: “Monika” ist ein Thriller voller Erotik, Kunst, Kybernetik und Terrorismus. Um ehrlich zu sein, habe ich mehrere Minuten über diesem Satz sinniert und konnte nichts damit anfangen. Dies und die Tatsache, dass Guillem March das Artwork abliefert, hat mich dann doch neugierig auf diesen Titel gemacht.

      Monika wird von der Sorge um ihre verschwundene Schwester, Erika gequält. Ihre bisherigen Nachforschungen lassen vermuten, dass der aufstrebende Politiker, Christian Epson, in diese Ereignisse verwickelt ist. Um ihm näherzukommen, beschließt sie, einen Maskenball zu besuchen, um ihn dort zufällig kennenzulernen.

      Der Plot ist voller Wendungen, so dass ich ihn hier bewusst nur anreißen möchte. Teils kommen diese Wendungen völlig überraschend, teils sind sie vorhersehbar. Doch unabhängig hiervon stellen sich diese Wendungen als konsequent heraus, so dass ich mir sicher bin, dass die Autorin ein Konzept für ihre Serie hat, auch wenn ich noch nicht weiß, wohin sie ihre Leser führen will. Handelt es sich um einen Polit-Thriller mit erotischen Momenten oder um einen Erotik-Thriller mit Mystery-Elementen? Oder verbirgt sich noch eine andere Erzählform dahinter? Schließlich baut das Computer Genie Theo einen Androiden und damit ein männliches Wesen, dem Monika vertraut.

      Das Geheimnis, das die beiden Schwestern, Monika und Erika, verbindet ist definitiv in ihrer Kindheit verborgen. Dies wird in einem Panel angedeutet und man versteht als Leser leicht, warum Monika als jüngere Schwester sich einfach nicht daran erinnern kann. Gerade Monika ist als Charakter unglaublich mehrdimensional angelegt. Sie ist Künstlerin, jüngere Schwester und eine verletzte Seele zugleich. Dabei wirkt sie melancholisch und hat Ereignisse aus ihrer Kindheit so tief in sich vergraben dass sie sie bestenfalls erahnen kann.

      Der Ball der Masken selbst erinnert atmosphärisch an Kubricks Meisterwerk “Eyes Wide Shut”. Auch hier verbirgt sich die unergründete Wahrheit samt der handelnden Personen hinter Schminke, Perücken, Seidentüchern und natürlich Masken. Die Wahrheit zu ergründen oder auch nur ergründen zu wollen, bedeutet Lebensgefahr.

      Epson ist als charismatischer Charakter eindeutig John F. Kennedy entliehen, was auch in dieser Ausgabe explizit erwähnt bzw. zugestanden wird.

      Die Terror Gruppe, die Epson nachstellt, ist noch voller Mysterien. Ihre Ziele, das Wahlprogramm Epsons zu torpedieren, das auf Annäherung der Religionen ausgerichtet ist, erscheint mir zu vordergründig. Ich bin mir fast sicher, dass da mehr dahinter steckt. Ich gehe sogar so weit, dass es ohne ein noch zu erschließendes Mysterium, das die Subplots verbindet, enttäuschend wäre.

      Doch ohne das atemberaubende Artwork von Guillem March würde das Ganze nicht funktionieren. Er versteht es, Monika als ungemein sinnlich wie erotisch darzustellen. Dabei betont er stets ihre Lippen und Augen. March schießt nicht übers Ziel hinaus, denn der eigentliche Effekt wird dadurch erzeugt, was man als Leser eben nicht sieht. Die Hintergründe sind in einigen Panels unglaublich detailliert, in anderen Panels konzentriert sich March vornehmlich auf die Charaktere. March hat seine Zeichnungen als Aquarelle koloriert. Das sieht so viel besser aus als jede Computerkolorierung. Dabei greift er je nach Atmosphäre des Panels oder auch einer Seite auf eine Farbe zurück, die auch die Aussage des Panels unterstreicht.

      Mit Band # 2 ist diese Story schon abgeschlossen und ich bin gespannt, wie Barboni all dies zusammenfassen und auflösen wird.

      Der Band wird durch 5-seitiges Zusatzmaterial abgerundet.
    • @ Jameson: Schon band 2 gelesen? Laß uns teilhaben.

      @ all: Danke für das tolle Feedback auf dem Comicsalon zum Schuber! Es freut uns, daß sowohl der exklusive Artbook-Band als auch der Schuber so gut angekommen sind (ganz zu schweigen von dem Ratzfatz-Ausverkauf der Deluxe-Variante). Guillem hat sich über den Empfang der deutschen Fans sehr gefreut und ich persönlich fand es wie immer beeindruckend, wie großartig seine Sketche sind. Und er fand das Artbook großartig und hat sich von Herzen gefreut. Tipp aus meiner Verkäuferkrämerseele: Noch sind welche zu haben, fragt Euren Comichändler wegen einer Bestellung...

      Wer in die Originale eintauchen will und es nicht weit nach München hat: Instituto Cervantes
      (den Satz mit "übersiedelte in die USA" einfach ignorieren...) Dort werden rund 40 Arbeiten ausgestellt, von Guillems Superhelden bis zu den farbenprächtigen Monika-Seiten, denen im Original ein besonderes Leuchten innewohnt. Ein Künstlergespräch gibt's auch. Bei der anschließenden Signierveranstaltung sind auch deutsche Ausgaben erhältlich, wenngleich der Schwerpunkt auf spanischen Ausgaben liegt.
    • aus „heute gelesen“, Okt. 15

      Karate Lothar schrieb:

      Monika 1 (Panini)

      Ein Thriller in zwei Teilen, prangt auf der Rückseite des Albums. Und genau das trifft es eigentlich ziemlich gut – auch schon auf nur dieses erste von zwei Alben bezogen. Denn abgesehen einer stilistisch recht extravaganten Optik, die an diverse Gialli der 70er Jahre, aber auch Filme wie bsp. Kubricks „Eyes wide shut“ erinnert, wusste Monika wenig zu fesseln. Zumindest die erste Hälfte über.

      Weder die Story um eine, auf mysteriöse Weise, verschwundene Person inmitten von bizarr-erotische Maskenbälle, politisch motivierten Terrorismus und Cyber-Implantate ist überaus spannend inszeniert noch die Atmosphäre besonders prickelnd oder gar vereinnahmend. Alles wirkt irgendwie zu hektisch und gedrängt, sowohl erzählerisch als auch optisch – teils nichtsagende Dialoge, oftmals überflüssige Panels, ein fast schon übermäßiger Einsatz von Konträr Farben - ein Raum zu freien Entfaltung wird den ansonsten schicken Zeichnungen selten gewährt. Die angestrebte verruchte, geheimnisvolle und von Dominanz geprägte Erotik kommt irgendwie nur in Ansätzen zur Geltung.

      Mit der ersten wirklich überraschenden Storywendung, etwa zur Albenmitte hin, rückt der Titel dann doch noch in Richtung Thriller und bekommt eine zusätzliche Komponente verliehen, die nicht uninteressant zu sein scheint und bewegt sich gleichzeitig auch davon weg, ein bloßes Mittel zum Zweck zu sein – nämlich die Präsentation von Marchs Zeichenarbeit. 6,5/10


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      Bubi schrieb:

      ....(ganz zu schweigen von dem Ratzfatz-Ausverkauf der Deluxe-Variante)...

      Ja, Gratulation dazu. Ob es dafür aber wirklich notwendig gewesen ist, ein knappes Viertel der gesamten Auflage an ein und die selbe Person, noch dazu einem Händler, zu veräußern, sei allerdings mal dahingestellt.

      Da schiebt mir selbst meine Lieblingskassiererin bei Penny den Riegel vor, wenn ich mal wieder in der Angebotswoche zwanzig Paletten Dosenbier auf die Theke schnalz. Und das auch nicht völlig ohne Grund. Es heißt ja nicht umsonst „Abgabe nur in haushaltsüblichen Mengen“ und macht bei Artikeln mit erhöhter Nachfrage, sei es durch einen günstigen Preis oder einer begrenzten Stückzahl, sehr wohl Sinn. Könnte ja durchaus die Möglichkeit bestehen, dass noch der ein oder andere ebenfalls ne Pulle zischen möchte.
    • Sorry, aber da muss ich Panini in Schutz nehmen, denn ich war dabei. Es standen einige Leute da, die die Luxusausgabe haben wollten, erst hat jeder, der da war, seine Wunschausgabe bekommen, als dann alle einen hatten und weiter niemand kaufen wollte, haben ein paar Leute, inkl. Händler, noch weitere Exemplare für Freunde gekauft und selbst als das vorüber war, waren immer noch eine Weile 2-3 Ausgaben frei zum Verkauf. Jeder wußte wie es läuft und jeder hatte die Chance zuzuschlagen.
    • Als einer von denen die am Donnerstag dort anstanden und einen 22er bekommen haben kann ich Cajun nur zustimmen: Anders als bei den Würfelrunden war der Andrang nicht so überwältigend dass der Verkauf in irgendeiner Weise als unfair betrachtet werden kann. Jeder hatte seine Chance am Donnerstag und jeder der eine Ausgabe wollte hat auch eine erhalten. Dass die Deluxe-Ausgabe auf Grund der Menge schneller weg gehen würde sollte allen Informierten vorher klar gewesen sein.

      Tageskontingente wären umso ärgerlicher gewesen: Bei jedem Tag 5 Stück hätten reguläre Besucher gar keine Chance gehabt denn dann hätten die "Grünbänder" morgens immer schon vor Messebeginn angestanden und der normale Besucher wie ich hätte in die Röhre geschaut. Außerdem würde ich es als kurz vor unverschämt betrachten wenn man von March verlangt hätte 100 oder mehr individuelle Zeichnungen vorab zu zeichnen. (Zumal dies aus Sammlersicht auch den Wert der Zeichnungen/Deluxe-Schuber geschmälert hätte). Zeichnungen aka Sketche konnte man sich auch erwürfeln und wenn man einen regulären Schuber für 59€ geholt hätte wäre das Ergebnis ziemlich das Selbe gewesen.

      Zum Titel selbst: Wahnsinn, ich bin vollends begeistert, sowohl vom Artwork als auch der Story. Sicher, die Story als solches mag keine Preis fürs beste Drehbuch gewinnen, aber sie blieb (abgesehen natürlich von "Philip") durchweg glaubwürdig und spannend. Untermalt von den mitunter sehr detailverliebten Zeichnungen von March kommen die Emotionen der einzelnen Charaktere sehr gut rüber und wenn man den zweiten Band zur Seite legt wünscht man sich, dass die Geschichte vielleicht eines Tages fortgeführt wird.

      Sollte Panini eine weitere Serie (abseits der Superhelden) von March veröffentlichen werde ich auch hier definitiv wieder zuschlagen. ;)
    • Kein Plan, ob sich jetzt einer der obigen Beiträge auf meinen beziehen soll, oder nicht? Denn im Grunde unterstreichen eure Antworten doch nur genau das von mir angeprangerte, Gier geprägte Wettkampfdenken, obwohl es in dieser ausgeprägten Form ja gar nicht nötig gewesen wäre, hätte sich eben ein jeder, nach erfolgreichem Zieleinlauf, mit (s)einem Exemplar zufrieden gegeben und seinen Mitstreitern das Feld überlassen – auch wenn diese auf der letzten Geraden vielleicht noch nicht einmal in Sichtweite gewesen sein mögen.

      Und gerade weil es halt „ein jeder wusste wie es läuft“ und es „allen schon vorher klar gewesen ist“ ja erst recht. Genau das ist es ja. Und dabei geht es in erster Linie auch gar nicht um „fair“ oder „unfair“, sondern schlicht und einfach nur um eine Frage des Stils, auf welche Art und Weise ein Angebot wahrgenommen bzw. dessen Nachfrage gedeckt wird - oder eben nicht. Stand ja, hüben wie drüben, beiden Parteien völlig frei.
    • Letztendlich alles Jacke wie Hose, wenn sowas dann schon nach 10 Tagen bei Ebay landen mit nem, natürlich, gleich mal höheren Startgebot.

      Bubi schrieb:

      @ JoeKerr: Jetzt mal Butter bei die Fische - das war doch wahrscheinlich mit Abstand Dein schlechtester Post im Forum, oder nicht?
      "If you can't dazzle them with brilliance, baffle them with bullshit." W.C.Fields

      Bei mir kommt das menschliche immer zuerst, nur diese Woche nicht.
    • Bubi schrieb:

      @ Jameson: Schon band 2 gelesen? Laß uns teilhaben.



      Ups, bisher überlesen. Here we go:

      Mit dem vorliegenden Band schließen March und Barboni ihre auf 2 Ausgaben ausgelegte Serie ab.

      Barboni beginnt Band # 2 gleich mit einem Kniff. Sie baut einen Handlungssprung ein, der dann als Flashback allmählich gefüllt wird.

      Auch der weitere Handlungsverlauf lebt von den zahlreichen Twists, die viel Spannung erzeugen und gleichzeitig dem Leser jede Menge Aufmerksamkeit abfordern. So ist beispielsweise Monika nicht nur darauf bedacht, ihren Namen und letztlich ihren Ruf wieder reinzuwaschen, sondern auch die Terrorgruppe auffliegen zu lassen. Natürlich gibt es auch hierbei Rückschläge. Dabei ist es nur konsequent, dass Barboni uns deutlich spüren lässt, dass sich Monika im Gefängnis verändert hat bzw. das Gefängnis sie verändert hat. Sie wirkt härter und entschlossener, was uns March durch ihre veränderte Körpersprache und kälteren Blick aufzeigt.

      Monika findet auch ihre verschwundene Schwester Erika. Hier legt Barboni gleich zu Beginn des Bandes eine deutliche Fährte. Liest man diese Fährte nicht, wird man durch diesen Twist überrascht. Doch, ob man die Fährte aufnimmt oder nicht, ist eher nebensächlich. Entscheidend ist das Verhalten und ihre Einstellung gegenüber den Geschehnissen.

      Gegen Ende dreht Barboni noch einmal deutlich spürbar am Erzähltempo, so dass sich die Ereignisse scheinbar überstürzen, aber im Grunde werden die Nebenstränge des Plots zusammengeführt. Und plötzlich ergibt auf den letzten 6 Seiten die Titelzusammenfassung „Monika“ ist ein Thriller voller Erotik, Kunst, Kybernetik und Terrorismus Sinn.

      Über allem schwebt das überragende Artwork von Guillem March, das im Wechsel mal sehr viel Wert auf die Charaktere und ihre Mimik und dann wieder auf die Hintergründe legt. Unabhängig davon hat jedes Panel seine Aussage und dies mit ungemeiner Ausdruckskraft.

      Panini veröffentlicht anlässlich des Comicsalons Erlangen eine auf 68 Seiten erweitere Ausgabe, die auf 333 Exemplare limitiert ist. Darüber hinaus gibt es eine auf 22 Exemplare limitierte Fassung, die gegenüber dem zuvor beschriebenen Album noch um eine Originalfarbzeichnung von March ergänzt ist.
    • Bubi schrieb:

      Danke!
      Kleine Ergänzung allerdings: Zu Erlangen haben wir keine erweiterte Ausgabe des zweiten Bandes gebracht, sondern ein zusätzliches, extra für Deutschland konzipiertes Artbook.

      Vielleicht beim nächsten mal einfach gleich die Luxusausgabe als freies Rezensionsexemplar zuschicken. Äh..nur so ne Idee...:D


      @Jameson: WERBUNG zukünftig bitte auch als solche kennzeichnen. Ebenfalls Danke.