Batman: Europa (mit giftigen Spoilern!)

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    • Batman: Europa (mit giftigen Spoilern!)




      Als der Dunkle Ritter mit einem unheilbaren Virus infiziert wird, muss er sich mit dem Joker verbünden! Gemeinsam reisen Batman und sein Erzfeind zunächst nach Berlin, um in der deutschen Hauptstadt alles über die Infektion herauszufinden.

      Die künstlerisch anspruchsvolle Miniserie von Brian Azzarello, Jim Lee u.a. erscheint bei Panini in zwei superstarken Heftausgaben und im November 2016 als Paperback! Die US-HC-Ausgabe ist gerade im April erschienen.

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      Ich habe mir bereits die US-HC-Ausgabe gegönnt und soeben zu Ende gelesen. Auf zwei Hefte hatte ich hier keine Lust und die Ankündigung des Paperbacks seitens Panini kam mir zu spät. Sei's drum, da das erste Heft ja auch hier nun erscheint, eröffne ich mal einen Thread zu dieser Miniserie.

      Zur Story - Achtung, Spoiler:
      Spoiler anzeigen

      Das Heft beginnt damit, dass sich Batman und Joker scheinbar schon nahezu K.O. geprügelt haben, ehe die eigentliche Geschichte in Gotham beginnt:
      Batman, sichtlich erschöpft, fragt sich, warum er sich nicht so gut fühlt und schon über 7,5 Minuten auf Killer Croc einprügeln muss und er noch nicht zu Boden gegangen ist. So lange hätte er noch nie gebraucht. Anspielung auf Azzarellos "Kaputte Stadt"? ;) Zumindest beginnt auch dort die Geschichte mit - einem zugegeben anders aussehenden - Croc, der erstmal überwältigt wird.
      Batman besiegt aber auch hier Croc dann doch und wird von Alfred in die Höhle gerufen. Der Bat-Computer meldet einen Virus: Colossus. Aber nicht ein Computervirus ist das Problem, sondern Batman ist infiziert und das merkt er zunehmend. Er macht sich direkt mit dem Batwing auf die Reise nach Berlin. Dort folgt er zunächst einem Ganoven, der ihn zum Joker führt und gerade einem deutschen Hacker-Mädel namens Nina etwas antun möchte. Doch auch wenn Batman erst dachte, der Joker sei der Täter, nein, den auch der Verbrecher-Clown ist ein Opfer. Dieser nimmt es - natürlich - mehr oder weniger mit seinem irrwitzigen Humor, den Bats noch auf die Nerven gehen wird. Nina wurde angeheuert, diverse Systeme zu hacken und sollte viel Geld dafür bekommen, weiß aber nicht genau, wer der Auftraggeber ist. Sie kennt nur den Namen "Trojan Horse" (trojanisches Pferd). Zusammen reisen die drei dann nach Prag, wo Nina entführt wird und Batman und Joker sich durch eine Armee von diversen Robotern prügeln müssen. Es scheint zunächst, als ob Batman und Joker dem Drahtzieher erwischen können und man als Leser ihn bereits zuvor präsentiert bekommt, bis dieser schließlich aus der Egoperspektive im Flugzeug erschossen wird.
      Die Spur führt nach Paris. Auf dem Weg durch die Pariser Katakomben erfährt Batman und der Leser, dass der Joker Paris liebt und auch französisch durch frühere Aufenthalte spricht. Gab es das schonmal?
      Auf jeden Fall ist dieser Teil recht abgefahren, nicht nur, dass mich der Joker etwas irritierte und dann ein Fledermausdämon mit der sterbenden Nina auftaucht, nachdem sie die eigentliche Spur, den Mann names Trojan Horse tot aufgefunden haben, driften die Zeichnungen fast in die Sphären eines Ben Templesmith. Sieht cool aus, erfordert teils aber auch ein genaueres Hinsehen.
      Eine bedeutende Szene ist dann schließlich die Rettung Batmans durch den Joker. Als Batman droht abzustürzen und nicht mehr ganz Herr seiner Sinne ist, feuert Joker den Enterhaken knapp an Batman vorbei, sodass dieser das Seil ergreifen kann. Nun führen, wie auch von Batman angemerkt wird, alle Wege nach Rom.
      Nach einer kurzen Prügelszene zwischen Batman und Joker, die den Beginn aus Heft 1 aufgreift, und etwas Geschichte zu Rom, dauert es nicht lange, bis sich der Mann hinter all dem zeigt. Die ganze strapaziöse Tour war durchgeplant. Und welchen Bösewicht verbindet man auch mit Gift? Eigentlich klar: Bane!
      Bane scheint beide zu besiegen, bis Joker und Batman eine List anwenden. Joker irritiert Bane, indem er sagt er solle Batman ruhig töten. Doch laut Bane wird keiner der beiden ohne den anderen überleben, denn das jeweilige Gegengift ist im Blut des anderen. Batman ruft dann einen riesigen Schwarm an Fledermäusen
      herbei, die Bane angreifen und Batman es ermöglichen, diesen K.O. zuschlagen. Dabei wird er auch wütend, da er nicht nur an das miese Spiel von Bane denkt, sondern auch an den unnötigen Tod von Nina, den er nicht verhindern konnte. Anschließend schlagen sich Batman und Joker und kosten dann vom Blut des anderen an ihren Händen und sind direkt geheilt.
      Witzig und cool zugleich dann die Schlussszene: Joker schlägt vor, weiter Spaß zu haben und in London Jack The Kipper vs. Sherlock Holmes zu spielen, aber Batman versteht den Spaß anders und stürzt sich mit weit ausgespannten Cape und samt Fledermäusen auf Joker. Nun ist es Batman, der zuletzt lacht.


      Die Story an sich eigentlich ziemlich simpel, macht aber Spaß zu lesen. Diverse Zitate und Verweise sind zu finden und das Finale ist cool inszeniert. Ach eigentlich ist das gesamte Artwork toll. Dazu gleich mehr... Ich wurde jedenfalls gut unterhalten, auch wenn manche Szenen vielleicht etwas untypisch sind - z.B. für Batman, als er einfach mal "Basta!" zum lachenden Joker sagt. In der US-Ausgabe sind übrigens speziell im Berlin- und Paris-Heft manche Wörter oder Sätze auch auf deutsch bzw. französisch gelassen. Trägt ein wenig zur Atmosphäre bei.
      Warum "Batman: Europa"? - Jeder Stadt und deren Geschichte sind 1-2 Seiten gewidmet und diese zeigen auf ganzen Seiten oder in ein paar schönen Panels ein paar Details, die die Städte auszeichnen. Nette Idee, aber letztendlich hätte die Story ansonsten auch überall bzw. im gewohnten DC-USA stattfinden können. Wirklich Gewicht und besonderen Einfluss auf die Story an sich, haben die Städte nicht. Eher stehen wieder einmal die Charaktere Batman und Joker im Mittelpunkt, nur dass sie hier ein gemeinsames Ziel haben. Allgemein kann man die Story auch in einer Zeile zusammen fassen oder auf den berühmten Bierdeckel schreiben. Das kann den einen oder anderen vielleicht doch enttäuschen. Letztendlich haben wir hier aber auch eine vierteilige Miniserie, die einfach nicht die Tiefe und Epicness eines Eulen- oder Hush-Runs erreichen kann. Von The Killing Joke ganz zu schweigen. Dennoch finde ich, dass man diesen Comic als Batman- und Joker-Fan gelesen haben sollte...
      ... allein wegen dem Artwork:
      Erst dachte ich "schade, dass Jim Lee nicht für alle vier Hefte die Bleistiftzeichnungen geliefert hat", sondern nur für das erste US-Heft. Im zweiten Teil übernimmt Guiseppe Camuncoli die Zeichnungen, im dritten zusammen mit Diego Latorre und im vierten Teil Gerald Parel, wo es dann doch sehr ins aquarellartige geht, aber einfach fantastisch ausschaut. Allgemein und besonders ab Heft 2 sind die Farben leicht verwaschen/verschwommen. Im Jim Lee-Teil kommen die Farben noch von Alex Sinclair. Diese Kombination ist noch am "klassischsten"/"gewöhnlichsten" und dürfte den meisten gefallen. Aber auch das sonstige Artwork kann sich sehen lassen und sticht aus der Masse der üblichen Superhelden-Comickost hervor, wobei es auch noch gut zum Verlauf der Story und dem zunehmenden Fieber und schlechter werdenden Zustandes Batmans passt.
    • Ich hab Batman Europa bereits in US-Heftform gelesen, das ist zwar schon etwas her, ich hab es aber größtenteils aber noch gut auf dem Schirm.
      Die Story fand ich insgesamt eher mittelmäßig, da hätte man das ganze Setting Europa mit mehreren Schauplätzen deutlich besser nutzen und ausweiten können. So bleibt es leider nur ein kleiner Genuss für zwischendurch und nichts was längerfristig hängen bleibt. In vier Ausgaben ist eine Story mit vielschichtigem Tiefgang eben nicht ganz so leicht realisierbar. Was allerdings positiv auffällt sind die Sticheleien zwischen Joker und Batman, die immer wieder für ein schmunzeln sorgten. Ganz besonders die letzte Seite war großartig. :thumbsup:
      Aber wie 'Der Dunkle Ritter' bereits sagte, lohnt es sich alleine wegen den 'Zeichnungen' diese Geschichte zu kaufen. Anfänglich darf man noch ein gewohnt schönes Artwork von Jim Lee genießen, während sich der Stil von Heft zu Heft durch den Artist Wechsel schon fast zum malerischen hin wandelt. Was mich erst überraschte, harmonierte schließlich wunderbar mit der getrübten Wahrnehmung Batmans und Jokers. Diesbezüglich ist es echt genial gemacht und absolut sehenswert. :ok:
    • ne leseprobe gibts übrigens hier.

      mein fazit für dvd-fan.net:

      Auch wenn andere Leser das teilweise anders sehen, so kann ich dem europäischen Setting dieses Comics viel abgewinnen. Berlin und Prag sind zwar plakativ dargestellt, aber eindeutig zu verifizieren und ich finde es toll, bekannte Wahrzeichen wiederzuerkennen. Die Motivation für das Werk haben wir allerdings auch Jim Lee zu verdanken, welcher zeitweise in Italien lebte und schon vor einigen Jahren einen in Europa angesiedelten Band schaffen wollte. Das Ergebnis liegt nun vor uns und wir können uns auf ein flottes, actiongeladenes und schlichtweg wunderschönes Batabenteuer freuen.
      Macht für mich: 5 von 6 Punkten

      gruß
      andi
    • Das Artwork ist schon sehr sehr schön anzuschauen und ist mit dem Team Up Batman Joker wohl das Highlight einer eher mittelmäßigen Story. Natürlich ist das leicht und schnell zu lesen, wenn pro Seite gefühlte 10 Wörter zu lesen sind. Gut das die Panes riesengroß und wenig Worte zu lesen sind...mehr Platz für die schönen Zeichnungen. Die Dialoge zwischen Batman und Joker sind im Vergleich zu der Snyderserie mal ne nette Abwechslung.
      Das Thema Europa ist auch für mich ein wenig am Ziel vorbei gegangen. Nur weil da jetzt ein wenig Erdkunde bzw Geschichtsunterricht erteilt wurde.....

      Der Nerd: Ein perfekter Liebhaber, mit umfangreichen Wissen über: Comics, Kino, TV und Videospiele.
    • Ich fand die Story eigentlich sehr langweilig, aber das Artwork war Grossartig, allerdings ist es ziemlich egal ob es jetzt in Berlin oder sonst wo spielt, man sieht auf einem Panel einmal das Brandenburger Tor und das wars, man hätte wenigstens einen Kampf oder sowas an einem der Wahrzeichen machen können, es könnte genau so gut in Gotham spielen. :bats: 4 von 10 Punkten
      :bats: :pupsi: :supers: :twof: :hupf: :laser2: :logan: :deadp: :nightw:

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    • So nachdem ich mich jetzt endlich mal dem Heft widmen konnte, muss ich sagen das passt doch alles gut zusammen :)
      Die Story find ich hier durchaus Interessant, wobei sie nicht all zu neu seien dürfte, also die Idee an sich. Das Team-Up ist natürlich überragend und hier gibts wenigstens mal wieder einen richtigen Joker (kleiner Seitenhieb zum Squad-Film :P )
      Die Zeichnungen find ich richtig gut, das gibt alles in allem so eine schummrige neblige Atmosphäre. Auch die "speziell europäischen" Panels mit einigen Sehenswürdigkeiten fand ich gut umgesetzt.
      Heute gibt es dann wohl Teil 2 :bats: :pupsi: