Zeitenwende

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    • Ich habe mich total gefreut, dass Warnauts und Raives wieder auf dem deutschen Markt sind. Ist schließlich schon wieder eine Weile her, dass Finix die herausragende Serie Lou Cale beendet hatte.

      Wie nicht anders erwartet kommt eine schöne, spannende Geschichte eingebettet in Zeitgeschichte. Sehr gelungen (habe gerade Band 1 gelesen), ich bin gespannt wie es mit den Hauptfiguren weiter geht.


    • Zeitenwende 3: Nach dem Krieg Band 1



      Ende der 30er Jahre kam Thomas Deschamps in sein Heimatdorf in den Ardennen zurück. Thomas war ein Weltenbummler und Lebemann, der unter anderem in Afrika und Südamerika unterwegs war, und eine Menge gesehen hatte. Das genaue Gegenteil davon war sein Bruder Charles, der solide zuhause geblieben war, allerdings auch Thomas‘ große Liebe geheiratet hat. Kein Wunder also, dass die Stimmung zwischen den Brüdern nicht die beste war. Auch politisch fanden die Brüder nicht zusammen. Während Charles nationalistische Ideen verfolgt, will Thomas davon nichts wissen, und ist sogar mit einer Spanierin, ehemaliges Mitglied der Internationalen Brigade, verbandelt. Doch als die Deutschen über das Land herfallen und der 2. Weltkrieg seinen Lauf nimmt, ist nichts mehr so, wie es war. Charles kommt ums Leben, und Thomas nimmt seine Tochter aus dem Kongo zu sich. Und auch für das Umfeld von Thomas änderte sich einiges.

      Im Band „Nach dem Krieg“ erleben wir nun, wie Thomas sich auf sein Umfeld im Nachkriegs-Europa im Jahre 1947 einstellen muss. Die Narben sind noch lange nicht verheilt, da werden die ehemaligen Alliierten zu Gegner, und der Kalte Krieg beginnt. Während man in Brüssel und Paris größtenteils nicht zerstört wurden, liegt Berlin in Trümmern, und ist dazu in 4 Sektoren unterteilt. Zwar steht die Mauer noch nicht, aber es ist bereits problematisch, von einem Sektor in den anderen zu gelangen. Als ein Spion mit Daten über Gefangene in russischen Straflagern entkommen kann, taucht der Name von Thomas ehemaliger spanischer Geliebten auf der Liste auf. Nun will er alles tun, um sie befreien. Die Rettungsaktion verlagert sich von Berlin über Brüssel hin zu den einflussreichsten französischen Kommunisten. Doch der Coup fordert weit mehr von Thomas, als er denkt.


      Fazit:

      Die Serie „Zeitenwende“ von Eric Warnauts ‎ und Guy Raives ist eine anspruchsvolle Serie für den Geschichtlich interessierten Leser. Anhand der Bewohner eines kleinen Dörfchens in den Ardennen führen uns die Künstler eindrucksvoll europäische Zusammenhänge vor, und zwar eben nicht aus rein deutscher Perspektive, sondern mit vielen Aspekten, die man nicht aus dem klassischen Schulunterricht kennt. Es wechseln sich lange Gesprächspassagen mit geschichtlichen Schaukästen ab, etwa zum Marshall-Plan oder dem Wiederaufbau Berlins. Auch schwierige Themen wie Vergewaltigung durch Besatzer werden nicht ausgespart, und am Ende gibt es noch eine Zusammenfassung der wichtigsten geschichtlichen Ereignisse, wo man sehr gut nachschlagen kann. „Zeitenwende“ vereint eine mitreißende Handlung mit Wissen und zauberhaften Zeichnungen. Sowas hätte ich mir in der Schule gewünscht.
      Die Serie kann man nur verstehen, wenn man sie von Band 1 beginnend liest, ein Seiteneinstieg ist nicht möglich.