Star Wars Kollektion - der rezi thread (spoiler ahead)

    • Galaktischer Sammelwahn Nr.38: Darum prüfe, wer sich ewig bindet ("Boba Fett: Tod, Lügen und Verrat")

      Nach dem Ableben seines ehemaligen Auftraggebers Jabba, so wie dem Überleben seines "Ausfluges" ins Innere des Sarlacc auf Tatooine, begibt sich Kopfgeldjäger Boba Fett in die Dienste von Gorga dem Hutten. Dieser ist Jabbas Neffe, hat die Habseligkeiten und Geschäfte seines Onkels übernommen und ist schwer in die attraktive Huttendame Anachro verliebt. Ihr Vater Orko ist jedoch kein allzu großer Freund Gorgas, ließe sich aber höchstwahrscheinlich durch ein entsprechend gewichtiges Geschenk von den Vorteilen des zukünftigen Bräutigams überzeugen. Da einige Piraten unter dem Kommando von Bar-Kooda den Geschäften Orkos zusetzen, wird Fett kurzerhand beauftragt, den Anführer zur Strecke zu bringen und auszuliefern. Damit setzen die Beteiligten jedoch eine Kette unglücklicher Ereignisse in Gang, die sich von der Entführung der Braut bis hin zu einer ausufernden Vendetta entwickeln und in denen vor allen einer profitiert: Boba.

      Abseits aller typischen Weltraum-Epik inszeniert "Tod, Lügen und Verrat" eine fast schon heimelig anmutende Verschwörungs- und Rachestory im "Star Wars"-Gaunermilieu. Wieder ein Mal sind es die Hutten, die als Urtypus des galaktischen Verbrechers her halten müssen und die natürlich den besten aller verfügbaren Killer für sich arbeiten lassen. Das klingt zunächst wenig originell, allerdings sorgt Bobas spezielle Art der Auftragserledigung durchaus für ausreichendes Lesevergnügen. Die Anzahl handelnder Figuren ist überschaubar, die Geschichte verläuft ohne große Schnörkel und nach einer knappen halben Stunde ist man durch das Abenteuer durch. Gewöhnungsbedürftig dürfte für einige der etwas farbarme und vor allem mehr als nur leicht cartooneske Zeichenstil sein, der zwar auf der einen Seite die augenzwinkernde Geschichte betont, aber sie damit auch weit von der fast schon obligatorischen Epik entrückt. Man sollte sich hierbei also dem Umstand bewusst sein, dass es sich um eine Erzählung für ein vergleichsweise jüngeres Publikum handelt, um nicht in ein tiefes, atmosphärisches Loch zu fallen. Als Boni findet sich eine Cover-Galerie der drei enthaltenen Einzelhefte, ein kurzes Feature zur Entstehung der "Clone Wars" und eine leider etwas nichtssagende Doppelseite zum Auftritt außerirdischer und menschlicher Allianzfunktionäre innerhalb der Filme.


      Dramaturgie/Erzählung
      5/10
      Zeichnungen
      4/10
      Kreativität
      5/10
      Gesamtwertung
      4.66 / 10
    • Galaktischer Sammelwahn Nr.39: Das Imperium schlägt zurück ("Legacy: Neue Allianzen")

      Nachdem Darth Krayt, so wohl Anführer der Sith als auch mittlerweile Herrscher des Neuen Imperiums, offenbart wurde, dass ausgerechnet ein Skywalker die erneute Säuberungsaktion bei den Jedi überlebte, lässt er alle Hebel in Bewegung setzen, die noch junge Bedrohung in seine Hände zu bekommen. Sein allumfassender Geheimdienst leitet eine galaxisweite Suche nach dem Renegaten ein, der leider ein wenig zu berechenbar erscheint. Währenddessen arbeitet der einstige Imperator Roan Fel an einem Bündnis mit den noch bestehenden Teilen der Flotte der Galaktischen Allianz unter Admiral Gar Stazi, wenngleich das gegenseitige Misstrauen beider Fraktionen einander gegenüber ein kaum überwindbares Hindernis ist. Cade Skywalker begibt sich in die Ruine des Jedi-Tempels auf Ossus und begegnet nicht nur redensartlich den Geistern der Vergangenheit - nicht ahnend, dass sein Freund Jariah Syn und seine Geliebte Delilah Blue ein riskantes Spiel mit verräterischen Piraten treiben und dem Neuen Imperium dabei gefährlich nahe kommen.

      Der Band enthält vier, für sich genommen recht überschaubare, Handlungsstränge, die vor allem dazu dienen, den Intrigen der sich gegenseitig belauernden Kontrahenten ordentlich Raum zur Entwicklung zu geben. Größter Strippenzieher scheint der einstige Imperator Fel zu sein, der sich allerdings ausgefuchsten Gegenspielern gegenübersieht, die auf jede Reaktion den passenden Konter parat zu haben scheinen. Das Verwirrspiel rund um die beste Positionierung der eigenen Leute geht zwar etwas auf Kosten der Auftritte Cades, dieser hat allerdings in mehrfacher Hinsicht atmosphärische Rendezvous mit der Vergangenheit und ein weitere Charaktere der beiden Filmtrilogien dürfen sich über einen erneuten Auftritt freuen - einer darf sogar, in bester Familientradition, bei Skywalkers Erbe verbleiben. Wir dürfen zudem endlich die Yuuzhan Vong erleben, deren versuchte Rettung letztlich den Jedi-Orden um fast alles brachte - ein überraschender Zug! Künstlerisch fällt das Urteil hingegen etwas gemischt aus, was vermutlich dem Umstand zuzuschreiben ist, dass sich die Zeichner abwechseln. Während manche Zeichnungen schlichtweg sauber und attraktiv wirken, sind andere Teile des Bandes eher grob gezeichnet und verzerren die Konturen und Proportionen der Figuren manchmal recht grotesk. Als Bonus gibt es eine leicht unvollständige Cover-Galerie, auf die fast schon obligatorischen Schwerpunktinfos zu den Filmen wurde diesmal verzichtet.

      In Summe bietet Band 39 eine gute, wenngleich nicht wirklich voran kommende Geschichte, in der alle Parteien ihre Schachfiguren sorgsam auf dem Feld positionieren. Künstlerisch und die Boni betreffend ist er jedoch eher durchwachsen.


      Dramaturgie/Erzählung7/10
      Zeichnungen6.5/10
      Kreativität7/10
      Gesamtwertung6.83 / 10
    • majorcrampas schrieb:

      [...]


      Dramaturgie/Erzählung7/10
      Zeichnungen8/10
      Kreativität7/10
      Gesamtwertung7.33 / 10

      Richtig starker Band, wie ich finde. Duursema ist meine Lieblingszeichnerin in Sachen SW. Und die Story lässt EP 7/8 noch schlechter wirken. Find ich gut, den in der Collection zu haben, das wär in etwa der Zeitpunkt, wo ich das Interesse an den Star Wars Comics verloren habe.
    • Da bin ich auch heilfroh, die Sammlung nicht irgendwann gecancelt zu haben...ich fand zwar "Crimson Empire" als potentielle Fortsetzung noch ein Stück reizvoller, aber Legacy wäre definitiv auch ein würdiger Ansatz für eine Filmreihe gewesen...wer weiß, was da noch kommt und vielleicht finden sich in Zukunft Regisseure bzw. Drehbuchautoren, die sich von diesen Geschichten inspirieren lassen. Ein "Neustart" nach "Legacy"-Vorbild wäre sicher auch kein falscher Ansatz, da man dann sowieso fast alle etablierten Handlungsstränge über Bord werfen müsste...egal, was mit Solo, Luke, Leia und Co. so alles passiert.
    • Galaktischer Sammelwahn Nr.40: Aus dem Leben eines Lückenbüßers ("Schatten des Imperiums")

      Im Rahmen der Neuauflage der originalen Trilogie Mitte der Neunzigerjahre kam man auf die Idee, auch neuen Stoff in die Geschichte der Sternen-Saga einfließen zu lassen und lieferte damit den Startschuss für die Konzeption von "Shadows of the Empire", das in allen möglichen medialen Formen, von Roman über Comic bis hin zum Videospiel, ausgeschlachtet wurde. Zwischen "Das Imperium schlägt zurück" und "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" angesiedelt, werden die Geschichten einer unheiligen Allianz zwischen dem Imperium und dem Verbrechersyndikat der "Schwarzen Sonne", dem Versuch Vaders, seines Sohns Luke endlich habhaft zu werden und der versuchten Befreiung des in Karbonit eingefroreren Han Solo aus den Händen des Kopfgeldjägers Boba Fett erzählt. Dabei wird deutlich, dass das Imperium so dringend auf die Versorgung mit Baumaterial zur Vervollständigung des zweiten Todessternes bei Endor angewiesen ist, dass man auch vor einem Pakt mit, wenngleich auch einflussreichem, Abschaum zurück schreckt. Prinz Xizor, Anführer der Schwarzen Sonne, ist jedoch mit seiner Umtriebigkeit ein ziemlicher Dorn im Auge Vaders, der hinter jedem Zug des Verbrecherlords ein weiteres Manöver entdeckt, das nicht unbedingt zum Vorteil der Sache der Sith gereicht. Boba Fett muss sich parallel dazu mit seiner belastenden Fracht herum schlagen, denn Leia, Lando und Co. setzen alles daran, den eingefrorenen Han wieder zu bekommen. Aber auch Bobas Kopfgeldjäger-Kollegen versprechen sich von einem Raub der Trophäe eine glänzende Belohnung...

      Im Prinzip hat "Schatten des Imperiums", trotz oder vielleicht auch gerade wegen seines imposant anmutenden Titels, eine storytechnisch recht undankbare Rolle im "Star Wars"-Storygerüst inne. Zum einen muss man sich an die anzuknüpfenden Enden von Episode 5 halten und darf zum anderen nicht an der Ausgangslage des einstigen Finales der Saga rütteln - ein vorverurteilter Lückenbüßer also, der sich mit einer altbacken konstruierten und eher banalen, wenngleich immerhin nicht extrem langweiligen, Geschichte herum plagen muss. Denn: Im Grunde wechseln sich Plan, Verrat, Gegenplan, Befreiungsvorhaben, Misslingen dieses und eine "überraschende" Rettung so regelmäßig ab, das man auch mit geschlossenen Augen eine ganz gute Vorstellung der Ereignisse entwickeln könnte. Das hätte man durch eine entsprechend augenschmeichelnde künstlerische Ausstattung sicher vergessen machen können, aber auch da zeigt sich der "Schatten" von einer bestenfalls durchschnittlichen, aber leider zwischendurch auch arg unattraktiven, (Stil-)Seite. Die Charaktermodelle wirken oft grob und hastig gezeichnet, die Hintergründe sind meist sehr simpel konstruiert und lediglich die Raumschiffe bleiben in den meisten Fällen von detailloser Tristesse verschont. Als Boni gibt es eine vollständige Galerie der Cover der Einzelhefte und den ersten Teil des Features rund um die überarbeiteten Szenen von "Episode 4" im Rahmen der Special Edition.

      Man könnte aus meinen Worten teilweise fast abzuleiten versuchen, "Shadows of the Empire" wäre in seiner Comic-Inkarnation ein absoluter Rohrkrepierer. Ja, es hat definitiv entscheidende Schwächen, die aber nicht darüber hinweg täuschen, dass es sich immerhin nebenbei ganz gut weglesen lässt. Belanglosigkeit muss also nicht immer zwangsläufig mit Langeweile einher gehen.


      Dramaturgie/Erzählung5/10
      Zeichnungen4/10
      Kreativität5/10
      Gesamtwertung4.66 / 10

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    • Damian schrieb:

      Ich kenne bisher nur das Buch und das finde ich richtig gut. Ich bin gespannt auf den Comic.
      Geht mir genauso, ich fand den Plot ganz gut und mochte die neuen Charaktere Xizor, Guri und Dash. Ich erinnere mich, dass ich mir von Kenner auch das Figurendoppel Xizor und Vader geholt habe, dem ein Comic beilag. Wenn ich richtig recherchiert habe, war das aber ein Special bzw. Tie-In und ist hier leider nicht enthalten. Werde diesen Band auf dem Pile of Shame mal nach oben schmuggeln.
    • majorcrampas schrieb:

      Im Rahmen der Neuauflage der originalen Trilogie Mitte der Neunzigerjahre kam man auf die Idee, auch neuen Stoff in die Geschichte der Sternen-Saga einfließen zu lassen und lieferte damit den Startschuss für die Konzeption von "Shadows of the Empire", das in allen möglichen medialen Formen, von Roman über Comic bis hin zum Videospiel, ausgeschlachtet wurde. Zwischen "Das Imperium schlägt zurück" und "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" angesiedelt, werden die Geschichten einer unheiligen Allianz zwischen dem Imperium und dem Verbrechersyndikat der "Schwarzen Sonne", dem Versuch Vaders, seines Sohns Luke endlich habhaft zu werden und der versuchten Befreiung des in Karbonit eingefroreren Han Solo aus den Händen des Kopfgeldjägers Boba Fett erzählt. Dabei wird deutlich, dass das Imperium so dringend auf die Versorgung mit Baumaterial zur Vervollständigung des zweiten Todessternes bei Endor angewiesen ist, dass man auch vor einem Pakt mit, wenngleich auch einflussreichem, Abschaum zurück schreckt. Prinz Xizor, Anführer der Schwarzen Sonne, ist jedoch mit seiner Umtriebigkeit ein ziemlicher Dorn im Auge Vaders, der hinter jedem Zug des Verbrecherlords ein weiteres Manöver entdeckt, das nicht unbedingt zum Vorteil der Sache vorhaben, Misslingen dieses und eine "




      Dramaturgie/Erzählung5/10
      Zeichnungen4/10
      Kreativität5/10
      Gesamtwertung4.66 / 10

      Danke, war bei dem Band am überlegen. Dank dir bleibt der im Laden. Dafür hab ich mir Barks: Trail of the Unicorn bestellt.
      Neuauflagen-Wünsche: New X-Men und JLA von Morrison, Batman: Der Fluch, Spider-Man von JMS, Hulk: Grau, DareDevil: Gelb und Spider-Man/Black Cat von Smith. Hätte alles gerne als Paperback.
    • Galaktischer Sammelwahn Nr.41: Nebenkriegsschauplätze ("Schlachtfelder")

      Während des zähen Ringens um den Sieg im Konflikt zwischen der Republik und den aufstrebenden Separatisten bilden die offensichtlichen Schlachtfelder nur einen Teil des galaktischen Krieges. Doch wo sich Kompanien von Klonsoldaten und Droiden mit gezückten Blastern gegenüberstehen, laufen im dunklen Hintergrund oft ebenfalls wichtige Missionen ab, die das Schicksal des Krieges und seiner Beteiligten maßgeblich bestimmen. Zu Beginn bekommen wir es mit einem auf Jedi ausgesetztes Kopfgeld zu tun, mit dem sich die verantwortliche Organisation jedoch keinen Gefallen getan hat. Nachdem mehrere Mitglieder des Ordens bei einer Attacke der Kopfgeldjäger verletzt oder getötet wurden, nimmt sich Mace Windu persönlich der Situation an und zeigt, wie ein perfekter Racheplan aussieht. Im Anschluss versetzt es uns auf den Planeten Zaadja im Outer Rim, der eine geheime Basis der Separatisten beherbergt. Da ein Frontalangriff hohe Verluste nach sich ziehen würde, schleusen die Jedi einen Infiltrator ein, der die Einrichtung entweder schwächen oder im Idealfall gleich von Innen heraus vernichten soll - sehr zum Leidwesen Anakin Skywalkers, der die Parameter des Vorhabens nicht unbedingt gut heißt. Danach bekommt es Aayla Secura auf Honoghr mit einem Entlaubungsmittel der Separatisten zu tun, dessen technische Spezifikationen nach einem Absturz auf dem Planeten verloren gingen. Doch so wohl die Noghri, die Einwohner Honoghrs, als auch ein alter Jedi-Bekannter stehen einer erfolgreichen Mission im Weg. Den Abschluss des Bandes bildet die angestrebte Übergabe der Heimatflotte des Planeten Rendili an die Republik, die von den Separatisten sabotiert wird und in einem Gefecht zwischen den von den Jedi kommandierten Truppenverbänden und der von den Ereignissen überforderten Welt enden soll. Parallel bekommt es Obi-Wan Kenobi auf einem havarierten Forschungsschiff mit einem dunklen Jedi und seiner Erzfeindin Asajj Ventress zu tun.

      Als "roter Faden" zieht sich die Wiederkehr des vermeintlich zur dunklen Seite der Macht konvertierten Jedi Quinlan Vos, bei dem man nie so ganz weiß, woran man ist, durch die einzelnen Abschnitte des Bandes. Das sorgt angenehm dafür, dass man die Erzählungen nicht als eigentliche Versatzstücke, sondern tatsächlich als zusammenhängend wahrnehmen kann. Zwar sind die ganz großen epischen Momente nicht vertreten, aber die ständige Unsicherheit dem Charakter Vos gegenüber, bleibt die Spannung stets auf einem ordentlichen Level und man kann gar nicht anders, als sich in einem Rutsch durch den Band zu begeben. Die Zeichnungen variieren qualitativ ein wenig, bleiben aber auf einem weit überdurchschnittlichen Niveau, was nicht zuletzt Jan Duursema zu verdanken sein dürfte. Bem Bonus wurde diesmal ein wenig gegeizt, da es "nur" eine, immerhin vollständige, Cover-Galerie gibt - die sonst meist obligatorischen Features glänzen diesmal mit Abwesenheit, aber wenn wir ehrlich sind, muss man die redaktionell nicht immer überzeugenden Texte nicht zwingend vermissen.

      Ein durchaus solider Band, der inbesondere Freunde Quinlan Vos´ und der Geschichten rund um den Klonkrieg erfreuen dürfte.


      Dramaturgie/Erzählung7/10
      Zeichnungen8/10
      Kreativität6/10
      Gesamtwertung7 / 10
    • majorcrampas schrieb:

      Ein durchaus solider Band, der inbesondere Freunde Quinlan Vos´ und der Geschichten rund um den Klonkrieg erfreuen dürfte.

      Jup. Interessant das eine Geschichte rund um Vos und Ventress später im Roman "Schülerin der dunklen Seite" (teils deutlich, aber immer noch mit einem undurchsichtigen Quinlan) verändert im aktuellen Kanon auftaucht. ;)

      Tritt der Dunkle Jedi Skorr nochmal irgendwo auf? (Wo kommt der denn her? :P Darth Sidious war ja schon Ventress irgendwann zu viel Sith. :blaugrins: )
    • Galaktischer Sammelwahn Nr.42: Der Tanz am Rande des Abgrunds ("Legacy: Die Klauen des Drachen")

      Fest vom Vorsatz ergriffen, dass nie wieder jemand für ihn sterben müssen soll, begibt sich Cade Skywalker in die Höhle des Löwen, um dort den durch ihn in die Hände der Sith geratenen Jedi-Heiler Trey´Lis zu befreien. Darth Krayts Plan, sich dem letzten lebenden Nachfahren der legendären Skywalker-Sippe zu bemächtigen, spielt diese Entwicklung natürlich enorm in die Hände und Cade muss sich auf ein riskantes Spiel einlassen, bei dem nichts Geringeres als seine eigene Existenz als unfreiwilliger Jedi oder noch unfreiwilligerer Sith auf dem Spiel steht. Krayt, über dessen Vergangenheit wir in Rückblicken einige überraschende Dinge erfahren, beschließt, dem widerspenstigen Schmuggler die Vorteile der Dunklen Seite nahe zu bringen und bietet ihm die Ausbildung zum Sith an. Und tatsächlich gerät Cade in einen anziehenden Sog der Verführung, dem schon ein in sich gefestigter Jedi wohl kaum widerstehen könnte. Derweil laufen im Hintergrund allerlei imperiale Winkelzüge, die auf eine Schwächung der Regierung der Sith und Krayts hinaus laufen, aber eher "ergebnisoffen" orientiert sind...in seiner ungewohnt schwachen Verfassung sind die Reste des alten Imperiums offensichtlich zufrieden mit dem, was sie bekommen können. Die Crew der "Mynock" arbeitet parallel an einem Befreiungsversuch, dessen Vorbereitungen jedoch Zweifel daran aufkommen lassen, ob Cade überhaupt aus den Untiefen des Sith-Tempels auf Coruscant fliehen möchte.

      Im mittlerweile dritten, im Rahmen der Sammlung veröffentlichten, Band zur 133 Jahre nach "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" spielenden "Legacy"-Saga, treffen die beiden mächtigsten Kontrahenten direkt aufeinander und es scheint eine gütliche, wenngleich für den Rest der Galaxis fatale, Einigung zwischen beiden Seiten zu geben. Die Reste der imperialen Regierung von einst spinnen ihr Intrigengerüst, etwas ziellos wirkend, weiter und Cades Freunde schmieden einen verzweifelten Rettungs"plan" (bei so vielen zufälligen Faktoren von einem solchen zu reden, erscheint mir recht mutig...")...Zutaten, die auf der einen Seite unterhaltsam und kurzweilig sind, aber auf der anderen Seite die Geschichte stellenweise schlicht zu weit dehnen und diese kaum voran bringen. Der schwelende Konflikt zwischen dem Neuen Imperium und den Sith wird weitestgehend komplett ausgeblendet, was der Geschichte spürbar etwas an Faszination entzieht. Dafür dürfen wir uns unter anderem auf ein Wiedersehen mit Obi-Wan Kenobi freuen und erfahren einige weitere Nuancen seiner Geschichte im Exil auf Tatooine. Künstlerisch liefert Jan Duursema pragmatische, aber durchaus attraktive Zeichnungen ab, welche die Atmosphäre der Geschichte treffend einfangen. Als Bonus gibt es eine Cover-Galerie, von den Begleittexten zu Hintergründen der Filmreihe fehlt erneut jegliche (nicht sonderlich vermisste...) Spur.

      Unterm Strich ist "Die Klauen des Drachen" ein solider Band, der aber erzählerisch ein wenig zu sehr auf der Stelle tritt, um die vorangegangenen "Legacy"-Ausgaben toppen zu können.


      Dramaturgie/Erzählung6 /10
      Zeichnungen8/10
      Kreativität6/10
      Gesamtwertung7 / 10