Star Wars Kollektion - der rezi thread (spoiler ahead)

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    • michael j. pauly schrieb:

      Prinzenroller schrieb:

      Bin gespannt, ob die vier Fächer im Ikea Expedit für 80 Ausgraben ausreichen werden. Ist zwar mit den drei Unterbrechungen nicht optimal, aber oben drauf stellen hätte einen zu niedrigen Woman Acceptance Factor
      ausmessen hilft ;)
      Danke, ich Trottel hatte es mit Wiegen probiert. Im Übrigen dürften drei Fächer um ca. 5 Bände überschritten werden, ein Fach fasst ungefähr 25 Ausgaben. Ich plädiere hiermit um Verlängerung auf 100 :D
    • Galaktischer Sammelwahn Nr.61: Fuchsjagd ("Die Jagd nach Aurra Sing")

      Während ihrer Ausbildung durch die mysteriöse Jedi An´ya Kuro, mittlerweile nur noch als die "dunkle Frau" bezeichnet, wurde das latent aggressive Waisenmädchen Aurra Sing von Piraten entführt und von einem sicher geglaubten Weg im Dienste des Ordens auf die Kopfgeldjäger-Karriereleiter abgedrängt. Sing verdient sich ihre Credits jedoch neuerdings mit der verstärkten Jagd auf Jedi, was dem Hohen Rat natürlich überhaupt nicht in den Kram passt. Nachdem erneut zwei Ritter durch die wütende Furie das Zeitliche segnen, erklärt sich ein Team von Jedi, unter Führung des Meisters Ki-Adi-Mundi, freiwillig dazu bereit, der umtriebigen Kopfgeldjägerin Einhalt zu gebieten. Doch auch Aurra Sing hat das Spiel bereits durchschaut und verwandelt die Jäger schneller in Gejagte, als es diesen lieb sein kann.
      Die zweite enthaltene Geschichte versetzt uns wieder einmal auf den Planeten Ralltiir, auf dem so etwas wie permanenter Kriegszustand herrscht. Vor Ort muss sich eine Horde Sturmtruppen mit diversen Sabotageakten herumschlagen, bevor sie schließlich zum Einsatz auf dem in Betrieb genommenen Todesstern abkommandiert wird. Doch auch dort reißen die unglücklichen Ereignisse nicht ab, so dass sich Soldat TK-622 auf die Suche nach der Ursache der Probleme macht.

      Aurra Sings Auftritt beschert uns ein kurzweiliges, aber in Summe unspektakuläres, Abenteuer, das uns mal wieder zeigt, dass die Jedi eben nicht die unbesiegbaren Wächter der Galaxis sind. Leider wird viel zu wenig auf die Hintergründe der Kopfgeldjäger-Dame eingegangen, so dass sich auch der "historische" Mehrwert schnell erschöpft. Interessante Nebenplots, unter anderem der wachsende Einfluss der dunklen Seite auf den Tusken-Padawan A´Sharad Hett oder die diffusen Geschäfte eines Senators von Mon-Calamari, halten den Leser aber bei der Stange.
      Die Zweitstory hat jedoch überhaupt nichts mehr mit Aurra Sing zu tun, ergänzt aber die Ereignisse auf dem Todesstern kurz vor der Schlacht im Yavin-System. Wirklich neue Erkenntnisse gewinnt man jedoch nicht, ob es nun kurz vorher einen Saboteur auf der Raumstation gab oder nicht hat null Relevanz. Man könnte auch das Prädikat "überflüssig" verleihen. Künstlerisch sind beide Geschichte solide untermalt, aber präsentieren sich auch in diesem Bereich eher unauffällig. Als Bonus gibt es eine unvollständige Cover-Galerie ("Die Jagd nach Aurra Sing #1" bzw. "Star Wars #28" fehlt), sonst nix.

      Band 61 der Sammelreihe wirkt wie ein eher unausgegorener Lückenbüßer, der inhaltlich sicher nicht unbedingt zum "must read" des "Star Wars"-Universums gehört. Wirklich schlecht, was für mich zähe Lesbarkeit und/oder unterirdische Kunst bedeuten würde, ist er jedoch auch nicht, weshalb es immerhin zu einer durchschnittlichen Bewertung ausreicht. Wer die Sammlung aber nur sporadisch und "Highlight"-bewusst kauft, darf eine Runde aussetzen.


      Dramaturgie/Erzählung
      6/10
      Zeichnungen
      6/10
      Kreativität
      6/10
      Gesamtwertung
      6/10
    • Galaktischer Sammelwahn Nr.62: Tanz am Rande des Abgrunds ("Legacy: Monster")

      Der vereinte Widerstand, bestehend aus den Überresten des Imperiums, des Jedi-Ordens und der Allianz, ist willens, das bisher eher vage Bündnis gegen die finsteren Sith zu zementieren. Dazu begibt sich eine Abordnung hoher Abgesandter jeder Fraktion, darunter auch Imperator Roan Fel höchstpersönlich, zum Planeten Agamar. Das Sith-Imperium hat jedoch bereits Wind von der Versammlung bekommen und wittert seine Chance, der aufkeimenden Rebellion gegen sich schnell und effektiv ein Ende bereiten zu können. Cade Skywalker erhält indessen einen Auftrag, der ihn nach Wayland führt - jenen Ort, der einst den Beginn der Rekultivierung der von den Yuuzhan Vong verwüsteten Planeten darstellen sollte, aber nach der Sabotage des Projektes eher zu einem Mahnmal wurde, welche Verheerungen fehlgeleitete, machtvolle Kräfte anrichten können. Um seine große Liebe zu retten, muss Cade erneut den Balanceakt zwischen heller und dunkler Machtseite absolvieren, der ihn immer tiefer in finstere Gefilde führt. Auf Korriban machen die Sith selbst hingegen eine alles in Frage stellende Entdeckung.

      Da ist sie wieder: Jene unnachahmliche Spannung, welche die ersten Bände der "Legacy"-Reihe fast durchgehend durchzog und die in den vergangenen Abenteuern leider etwas an Wirkungskraft verlor, da man nach dem Duell zwischen Cade und Krayt inhaltlich zu sehr auf der Stelle trat. Hier erleben wir, in geschickt gestalteten Szenenwechseln, geballt den verzweifelten Kampf von Admiral Gar Stazis Flotte gegen einen überlegenen Feind, eine schier unausweichliche Falle für die Köpfe der neuen Rebellion gegen die Sith, Cades albtraumhafte Rückkehr nach Wayland, Vertrauensrisse zwischen den führenden Sith und den folgenden Befehlsempfängern und erfahren Umwälzendes über Cades Herkunft. Endlich mal wieder ein Band, den man gar nicht mehr aus der Hand legen will, wenn man mit Lesen angefangen hat. Dank Jan Duursemas gewohnt exzellenten Zeichnungen, so wohl was Figuren (ok, da gibt es dann vielleicht doch ein bis zwei Panels, auf denen es dezent bizarr wird...) als auch Planeten- und Raumschiffzeichnungen betrifft, bleibt das Abenteuer auch auf künstlerischer Ebene ein Erlebnis - die Mischung stimmt! Boni sind leider mal wieder Mangelware, denn bis auf eine unvollständige Cover-Galerie gibt es nichts.

      Die Geschichte um Cade Skywalker, die Crew der "Mynock" und die Zuspitzung des galaktischen Konflikts katapultiert "Legacy" wieder zu alter Erzählstärke.


      Dramaturgie/Erzählung9/10
      Zeichnungen9/10
      Kreativität9/10
      Gesamtwertung9/10

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    • Galaktischer Sammelwahn Nr.53: Die Rückkehr der Finsternis ("Das dunkle Imperium I")

      Neu

      Ungefähr sechs Jahre sind nach dem Ende des Imperators über Endor vergangen und der Umsturzversuch der Rebellion, der einst so hoffnungsvoll zu enden schien, verlief dennoch im Sande. Die Überbleibsel des Imperiums setzten ihren Widerstand gegen die Rebellenallianz fort und nun mischt sich auch noch ein übermächtiger Gegner aus dem galaktischen Kern in den Konflikt ein. Gigantische Vernichtungsmaschinen tauchen über allianzfreundlich gesinnten Planeten, darunter z.B. Mon Calamari, auf und überziehen diese mit Wellen der Zerstörung und der Plünderung ihrer Ressourcen, um daraus wiederum vor Ort weitere Kriegsmaschinen herzustellen. Gleichzeitig spürt Luke Skywalker eine fatale Manifestation der dunklen Seite der Macht, die ihm nicht unbekannt ist. Um dieser auf den Grund zu gehen, begibt er sich in die Höhle des Löwen, was bei seiner Schwester Leia und ihrem Ehemann Han Solo natürlich nicht unbedingt auf Verständnis trifft. Obwohl Luke beiden eindringlich von einer Rettungsmission abrät, begibt sich die Crew des Millennium Falken zunächst nach Nar Shaddaa, der Heimat der Hutten und Sitz allerhand kriminellen Gesocks, um von dort aus die Weiterreise in den galaktischen Kern, genauer gesagt ins Byss-System, anzutreten, den man jedoch nur mit speziellen Codes anfliegen darf. Doch immer noch ist ein beachtliches Kopfgeld auf Han Solo und dessen Gefolgsleute ausgesetzt, das allerhand Kopfgeldjäger und andere Gierschlunde anlockt, so dass die Rettungsmission bereits im Vorfeld zum Scheitern verurteilt zu sein scheint.

      Nachdem der Marvel-Verlag 1987 die "Star Wars"-Lizenz an Dark Horse abgegeben hatte, widmete man sich anno 1992 einer grundlegenden Comic-Fortsetzung der fortlaufenden Ereignisse nach "Die Rückkehr der Jedi-Ritter". Die Rebellenallianz steht mal wieder am Rande des Abgrunds, der Jedi-Orden liegt immer noch in Trümmern und der Kampf gegen das Imperium ist alles andere als vorbei. Im Prinzip liefert "Das dunkle Imperium" damit eine erzählerische Rolle rückwärts, die alle bis dato gelaufenen Bemühungen der edlen Recken ad absurdum führt. Der dabei eingeschlagene Weg erinnert in vielen Puzzleteilen an die aktuelle Kinotrilogie, die auch mit Elementen wie den Kindern der Solos, besonderen Machtkräften bezüglich vorgetäuschter Anwesenheit eines Jedi-Ritters an einem bestimmte Ort (siehe Episode 8 "Die letzten Jedi") und möglichen Erklärungen für die Identitäten auftauchender Figuren (z.B. Snoke) aufwarten kann. Man könnte also durchaus schlussfolgern, dass die Verantwortlichen der aktuellen Filme diesen speziellen Comic durchaus kennen, denn er liefert letztlich Antworten auf die mögliche Identität Snokes, den allumfassenden Plan mit Ben Solo aka Kylo Ren und den Verbleib Luke Skywalkers. Künstlerisch ist "Das dunkle Imperium" aber vor allem eines: Absolute Geschmackssache. Auf den ersten Blick sind die manchmal recht groben Zeichnungen nebst der ausgeblichen wirkenden Farbgebung nämlich alles andere als sonderlich attraktiv - aber eben ein recht typisches Kind ihrer Zeit, weshalb ich das eher ein wenig unter "kulturhistorischer Nostalgie" abhake. Mit aktuellen Kunstwerken, z.B. der Marke Jan Duursema, haben diese Bilder jedoch nicht viel gemein. Als Boni gibt es eine vollständige (!) Cover-Galerie der Einzelhefte, so wie ein doppelseitiges Porträt der Figur Luke Skywalker.

      Ein erzählerisch durchaus solider Band, mit zeitgenössischer Kunst und einem unweigerlichen Wiedererkennungs-Effekt, was die aktuelle Trilogie angeht.


      Dramaturgie/Erzählung
      7/10
      Zeichnungen
      6/10
      Kreativität
      7/10
      Gesamtwertung
      6.66 / 10
    • Neu

      Mathew schrieb:

      Waren diese Bände inhaltlich mit Lucas abgestimmt?
      Tatsächlich hat man sich bei Lucasfilm die Erlaubnis für diesen Kniff
      Spoiler anzeigen
      Imperator = durch einen Haufen Klone quasi unsterblich, er transferiert immer seine Seele in den nächsten Klonwirt
      eingeholt und musste wohl die Story einige Male etwas anpassen. Schlussendlich wird also damals auch noch Lucas ein Wörtchen mitgeredet haben dürfen. Vielleicht hat er die Strahlkraft des Mediums Comic unterschätzt, denn im Endeffekt ist diese Geschichte sonst nirgendwo in anderen Medien erzählt worden.
    • Galaktischer Sammelwahn, die Licht ins Dunkle bringende Nr.64 ("Waffenbrüder")

      Neu

      Quinlan Vos, ein Jedi der die dunkle Seite der Macht stets zu nah an sich heran lässt, begab sich im Auftrag des Jedi-Rates in den Dienst Count Dookus, um sich dessen Vertrauen zu erschleichen und aufkommende Pläne des Sith-Schülers an die Republik zu verraten. Doch Vos hat seine eigenen Vorstellungen, wie er den Job zu erledigen und vor allem sein Jedi-Dasein zu verbringen hat, so dass ihm auch eine Tätigkeit als Doppelagent nicht allzu fern liegen könnte. Aber auch in dieser Funktion ist es eine seiner Kernaufgaben, den vermeintlichen zweiten Sith zu finden, den er in dem ehemaligen Padawan Sora Bulq identifiziert zu haben glaubt. Dieser leitet eine geheime Klonoperation der Separatisten auf Saleucami, die es sich zum Ziel gesetzt haben, der Klonarmee der Republik ein eigenes Heer ähnlicher Herkunft, wenngleich auf Morgukai (echsenartigen, robusten Kriegern) basierend, entgegenzusetzen. Gemeinsam mit drei Bataillonen Klonkriegern und einigen Jedi-Meistern im Gepäck, macht sich Quinlan Vos ans Werk und muss sich dabei nicht nur mit seinem ehemaligen Meister Tholme, dem wachsenden Misstrauen seiner Jedi-Gefährten und den verschlägenen Winkelzügen Dookus herumplagen, sondern auch noch irgendwie verhindern, dass ihn die von der dunklen Seite gekostete Macht vollkommen verzehrt.

      Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich etwas gegen Saubermänner habe? Und vor allem gegen die obligatorischen Jedi-Lichtkrieger, die allesamt lieber philosophisch in den Tod rennen, als einen richtig dreckigen Kampf zu liefern? Quinlan Vos weicht, wie auch der in der Zeitlinie später auftauchende Cade Skywalker, angenehm von diesem optimistischen Schema ab und präsentiert uns erneut einen pragmatischen Jedi, der einen klaren, fast unmöglich zu erfüllenden, Auftrag erfolgreich abschließen will und dafür mehr als ein gewichtiges Opfer bringen muss. Bereits in Band 41 der Kollektion ("Schlachtfelder") konnten wir Einblick in diese Mission nehmen, die jetzt ihre Fortsetzung findet. Die Atmosphäre wirkt düsterer als bei manch anderer Erzählung, von einem emotionalen Kahlschlag wie in den "Dark Times"-Bänden sind wir aber noch einen Schritt entfernt. Dazu sind die von Autor John Ostrander eingesetzten Charaktere auf den Punkt richtig ausgewählt worden und der Schritt, auf allzu prominente Figuren der Saga zu verzichten stellt sich schlichtweg als goldrichtig heraus. Er erzählt eine Geschichte voller Unsicherheit, Täuschungen und Verlockungen so kurzweilig, dass man den Band eigentlich kaum aus der Hand legen will. Unterstützt wird der durchweg positive Eindruck durch Jan Duursemas fast durchgängig wunderbare Zeichnungen, die sich nur in wenigen Panels einen Ausrutscher von den sonst sehr detaillierten Figurendarstellungen leisten. Gemeinsam mit den "Legacy"-Bänden stellen die Ausgaben mit Inhalten aus der "Republic"-Reihe somit bislang die künstlerische Speerspitze der Sammlung dar. Als Bonus gibt es eine nicht ganz vollständige Cover-Galerie ("Star Wars: Republic #72 - #76", #77 fehlt) der jeweiligen Einzelhefte.

      Ein erzählerisch und künstlerisch starker Band, der mit seinen perfekt ausgewählten Charakteren keine Chance für Langeweile gewährt.


      Dramaturgie/Erzählung9/10
      Zeichnungen9/10
      Kreativität8/10
      Gesamtwertung8.66 / 10