Hail to the Chief - Der Grant Morrison Reading Thread ||

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    • London Zukunft:
      Wieder zu Zenith und Mandala. Die beiden suchen die Gegend ab und sehen nur Zerstörung. Eine Flucht oder verstecken vor den Lloigor ist nicht möglich. Während einer Pause unterhalten sich die beiden über die ursprünglichen Pläne die in den 60ern gemacht wurden.

      Von der Regierung zur Sterilisation gezwungen (um „unkontrollierte“ Vermehrung der Metawesen zu verhindern), nehmen die Teammitglieder von Cloud 9 ihr Schicksal selber in die Hand.
      Dr. Peyne pflanzt in ihre die Köpfe die Idee, das sie nächste Stufe der Evolution seien. Allerdings erreichte er damit, dass sich die Metas untereinander aufspalten.

      Mandala möchte die Menschheit auf IHRE Stufe heben, die anderen wollen einen klaren Schnitt und eine neue „Herrenrasse“ gründen.

      Die Metas wollen Kinder bekommen. Dr. Beat und White Heat sind die ersten und bringen Zenith zur Welt. Das zweite Pärchen wäre Mandala und Ruby. Die beiden können sich aber nicht auf eine gemeinsame Linie einigen.

      Sie trennen sich und Red Dragon stellt sich auf die Seite von Mandala.

      Der Rest meint das die beiden sowieso keine Chance gegen sie hätten. Der „Plan“ sieht vor 90% des terrestrischen Lebens im Zuge der Reinigung und Neubeginns auszulöschen.

      „Now Look. What they’ve done.“


      Zwischenspiel Dr. Peyne:
      Der wird immer jünger. Mittlerweile hat er ein Alter von etwa 20 Jahren erreicht.
      Wieder eine Erinnerung: Dieses mal geht es um ein Treffen zwischen Ruby und ihrem Klon Shockwave. Ruby fordert ihre DNA zurück und tötet Shockwave. Kurz nach der Tat verlassen die Metas die Erde und verschwinden in der schwarzen Sonne (zu diesem Zeitpunkt treten Mandala und Zenith aus der Zeitblase).

      Kurz darauf kündigt Sirenengeheul am Himmel das Ende aller Dinge an.

      Risse erscheinen in der schwarzen Sonne. Mandala erkennt: Die Sonne ist nichts anderes als eine Tür, eine physische Verlängerung in das Reich der Lloigor, den dunklen Göttern.

      „And on that Day the Gateway was finally opened“.


      Nun kann sie nichts mehr aufhalten und die Lloigor können in diese Welt eindringen. Zeit wird bedeutungslos. Auf einem Platz mit der Statue von Maximan kommt es zur letzten Entscheidungsschlacht (Zenith wäre lieber sonst wo).



      Kurzer Sprung zu Dr. Peyne. Der hat mittlerweile das Teenageralter erreicht. In seinem Journal beschreibt er den finalen Kampf der Menschheit:
      Zenith und Mandala versuchen es mit einem Frontalangriff. Ein Lloigor (nun wieder in Insektenform) schnappt sich Mandala und fliegt mit ihm über die Stadt. Wie sich herausstellt ist es Ruby.

      Ruby: „Haven’t you realized? We ARE God and this is our Heaven? This is the BEST there is.”
      “It could have been yours.”


      Mandala wird nun aus diesem Paradies vertrieben. Ruby lässt in aus großer Höhe fallen, er stürzt dem Boden entgegen und wird vom Arm der Maximan Statue durchbohrt.


      „For him and for you.“


      Dr. Peyne hat nun Kindesalter erreicht. Das schreiben und sich an die Geschehnisse zu erinnern fällt ihm immer schwerer. Was für einen Sinn hat es überhaupt, wenn das Buch niemals von jemandem gelesen wird?
      Seine Erinnerungen entschwinden: Was wollte Peter St John von ihm? Was hielt er in den Händen? Was bleibt ist sein unbeständiger Glaube und Vertrauen in Mandala.

      Die Lloigor haben nun Zenith umzingelt. In einem Wutausbruch entfesselt er Kräfte von denen er selber keine Ahnung hatte. Blitze schießen aus ihm und die alten Götter sind verschwunden.

      Ein schwebendes Kind erscheint am Horizont. „Daddy. Are you there Daddy?“. Zenith steht nun zum ersten mal seinem Sohn gegenüber von dessen Existenz er nichts wusste.

      „Imagine not knowing your own son.”
      “Look.”
      “MAYBE YOU REMEMBER ME NOW."



      Ein alter Bekannter. Es ist Iok Sotot. Dieses mal hat Zenith keine Chance.

      Auch das letzte Kapitel von Dr. Peyne bricht nun an. Nun ein kleines Kind, kaum noch der Sprache mächtig entwickelt er sich immer weiter zurück.
      Müde die Augen reibend legt sich der Junge in sein Bett.

      Ruby betritt das Zimmer. „Ah. Da bist du.” Sie nimmt die die nun fast schon embryoyhafte Figur hoch und liest in seinem Kopf.
      Dort ist nicht mehr viel, die Gedanken entschwinden und der letzte Mensch ist nicht mehr…



      Die Lloigor betreten Dr. Peynes Zimmer. „Ist das sein Buch?“. „Das letzte Testament. Ja.” Seine Daten gehen in Flammen auf, Zeit aufzubrechen.

      Draußen bricht die Apokalypse los. Raum und Zeit brechen in sich zusammen. Totale Zerstörung. Die Lloigor schießen wie geisterhafte Kometen in das Weltall, immer höher.

      Immer schneller und weiter dehnen sich die Götter aus. Die ultimative Grenze des Universums wird erreicht und noch weiter bis außerhalb der Raumzeitkurve.
      Sie erreichen die Barriere der Schöpfung. Die Schwelle des Seins wird überschritten. Plötzlich werden sie von einer undurchdringlichen, unsichtbaren Wand gestoppt und etwas GROSSES scheint sie zu beobachten.

      Dr. Peynes Erzählung setzt wieder ein:
      Man sieht die Chimera Pyramide, die von Händen gehalten wird. Sie gehören zu Peter St John. Der Bildausschnitt wird aufgezoomt.

      „To see a World in a Grain of Sand. And Heaven in a Wild Flower.”
      “Hold Infinity in the Palm of your Hand.”
      “And Eternity in an Hour”.

      (William Blake: Auguries of Innocence)


      Mit einem Lacher stellt Mandala die Pyramide auf den Tisch. Die Lloigor erkennen dass sie für immer in diesem Mini-Universum gefangen sind.

      Happy End?

      Ein fairer Deal, die Lloigor haben ein Universum das sie regieren können. Mandala gewinnt (nicht ganz sauber) die Wahlen und zieht in die Downing Street ein. Zenith kann sich wieder wie ein Arsch aufführen.
      (Fakt: Labour Leader John Smith stirbt in der Geschichte kurz vor den Wahlen an einer Herzattacke, im wirklichen Leben passiert genau das, knapp 2 Jahre später. Morrison der Wahrsager :schocker: )

      Bonus 1: Zzzzenith.com (Prog 2001)
      Das Heft erschien im November 2000, also fast 8 Jahre nach der Hauptserie. Eine fortlaufende Handlung gibt es so gut wie gar nicht.
      Es beginnt mit Britney (Spears ?), die die Polizei ruft und meldet das sie vergewaltigt wurde. Zenith ist inzwischen merklich reifer, älter und Star einer Reality TV Show.
      Serientypisch besucht er seinen Manager für einen Smalltalk. Weiter geht es in die Downing Street, wo Tony Blair inzwischen von Mandala als „Handpuppe“ verwendet wird.
      Seit Jahren zieht dieser schon im Hintergrund der Regierung die Fäden. Zenith kümmert das natürlich nicht weiter.
      Im Millennium Dome gibt es eine Ausstellung mit allem möglichen Superkram. Unter anderem sieht man auch Chimera wieder. Mandala erzählt das Marconi (Seven Soldiers of Victory!) einen Laserstrahl abfeuerte und sich so mehrere Babyuniversen aufspalteten. Eine neue Crisis?
      Zenith besucht noch zu PR Zwecken ein Kinderkrankenhaus („For God’s Sake Eddie. I can be nice. I’m not 19 anymore.“). Dort wird er mit einer Panzerfaust vom Freund Britney’s angegriffen.
      Am Ende stellt sich heraus der Vergewaltiger war der verkleidete Acid Archie. Der wollte wohl das berühmte „Appetite for Destruction“ Cover von GnR nachstellen… 8|



      Im ganzen eine seltsame Story. Der Flow alter Tage ist weg und eine Vergewaltigung als Witz? Auch wenn das ganze Satire ist, darf man das kritisch sehen. Passt eigentlich auch nicht zu Morrison :huh: .

      Bonus 2: Winter Special 1990
      Dieses mal darf Mark Millar ran. Eine kurze Textstory in einer alternativen Welt in der Arthur Mongomery der einzige Mensch unter Superhelden ist. Witzige Geschichte, aber keine Ahnung was das mit Zenith zu tun hat.


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      Phase IV bietet die stärkste Geschichte von allen Bänden. Man merkt auch das Morrison inzwischen als Autor (Animal Man, Doom Patrol, Arkham Asylum) wesentlich selbstsicherer geworden ist.
      Der Witz der früheren Episoden ist fast komplett weg und die Geschichte schlägt einen ernsteren Grundton an. Der Mix aus Horror, Sci-Fi und Superhelden passt aber prima.
      Es bleiben keine losen Enden und Morrison versteht es Zwischenspiele und Nebenhandlungen die in früheren Phasen vorkommen aufzugreifen und nahtlos in die Story einzufügen.
      IMO eine große Stärke von ihm und es besteht kein Zweifel das Morrison das von Beginn an plante.
      Mit dem Kniff Dr. Peyne als Erzähler und die Geschichte rückblickend zu erzählen, erlaubt es Morrison Zeitsprünge in der Handlung zu machen und auf das Tempo zu drücken.

      Ein Thema das in ähnlicher Form später wieder aufgegriffen wird ist das Taschenuniversum „Chimera“. Bei DC ist es dann „Qwewq“ und kommt in mehreren Serien vor (All Star Superman, JLA Qlassified, Seven Soldiers…).

      Was ich aber mittlerweile nachvollziehen kann, ist der Ausspruch von Alan Moore: Alles was Morrison schreibt gab es vorher schon von ihm. Sicher etwas übertrieben, aber die Ähnlichkeiten zu Miracleman sind frappierend.
      Schon der Titel wird abgewandelt, bei „Miracleman: A Dream of Flying“, macht Morrison den Traum zu der Angst vor dem fliegen.
      Die Ideen aus „Book 3: Olympus“ werden fast 1:1 übernommen, wobei die Ausgangslage verdreht wird. Bei Morrison sind es die Bösen. Macht korrumpiert und absolute Macht korrumpiert Absolut.
      Während Miracleman seine Kräfte in ähnlicher Weise einsetzt, hat er trotzdem ein gewisses Vertrauen in die Menschheit.
      Für die von einer Regierung geschaffenen Cloud 9 Mitglieder sind die Menschen nur eine Zwischenstufe die evolutionsbedingt abgelöst werden und nicht wert sind frei zu leben.

      Vieles erinnert auch an den ewigen Kampf der X-Men mit Magneto, wobei jeder einen anderen Standpunkt zur Evolution hat.

      Morrisons Welt ist aber nicht nur schwarz und weiß. Die richtig Bösen haben verloren, aber andererseits gibt es keine richtig Guten…

      Trotzdem ein toller Schlussakt und sehr empfehlenswert. Wie bei Morrison üblich erschließt sich alles erst bei mehrfachem lesen und macht richtig Spaß. Visuelle Hinweise, wie das aufbrechen des Panelrasters beim Wechsel in das Chimerauniversum gehen sonst leicht unter, sind aber vorhanden.

      Zu Yeowell bleibt nicht viel zu sagen. Tolles Artwork dieses mal unterstützt durch eine gelungene Kolorierung. Weiter geht es dann mit Animal Man ^^


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    • In den späten 80ern ist DC auf der Suche nach neuen Talenten und die „British Invasion“ erreicht ihren ersten Höhepunkt. Die Schreiber sollen alte Charaktere modernisieren und zu einem erfolgreichen Neustart verhelfen.
      Alan Moore als Speerspitze belebt „Swamp Thing“, Neil Gaiman schreibt „Sandman“ und Grant Morrison landet bei „Animal Man“.

      Animal Man‘s erster Auftritt ist in „Strange Adventures # 180“ (Sept.1965), man sieht in aber nur sporadisch. Er hat ein paar Gastauftritte, später schließt er sich den "Forgotten Heroes" an, einem Team das nur aus C-Z Helden besteht. Das letzte mal hört man von der Gruppe beim Großputz "Crisis on Infinite Earths", bei dem sich der Verlag vieler Figuren entledigt um das DC Universum kompakter und zugänglicher zu machen.



      Grant Morrison findet Gefallen an der Figur. Selbst gerade Vegetarier geworden und für den Tierschutz aktiv, sieht er hier eine Chance über Superhelden Stories auf Gräueltaten gegen Tiere und Umwelt aufmerksam zu machen.

      Animal Man wird erst als Mini-Serie mit 4 Heften angelegt, die Geschichte kommt aber gut an und wird in eine fortlaufende Erscheinungsweise umgewandelt.
      Morrison schreibt insgesamt 26 Ausgaben (und eine Secret Origins Story) die zwischen 1988 und 1990 bei DC erscheinen. Später kommt die Serie beim Vertigo Label unter, bei dem auch die Reprints erscheinen.

      Der erste Storyarc ist recht konventionell und Morrison hat anfangs noch keinen Plan wie sich Animal Man weiterentwickeln soll. Ab der fünften Ausgabe beginnt er seinen Erzählstil experimenteller zu gestalten.

      „… during the writing of the ‘The Coyote Gospel‘ I was utterly convinced that what I was writing was absolute unreadable gibberish and that it would hammer the final nail into the coffin of my fledgling career as a writer of American super-hero comics. The Success and popularity of the story took me entirely by surprise and encouraged me to go on to produce the entirely unreadable gibberish which has since become my stock-in-trade.“ :D

      GM typisch baut er schon recht früh Subplots ein die erst bei seinem Abgang aufgeklärt werden. „Metafiktion“, oder „Fiktion über Fiktion“ ist ein großes Thema und die Serie wird später dafür bekannt werden.

      Die Serie ist in gesammelter Form in drei US Trades (SC) erhältlich:



      Animal Man Vol.1 (US Animal Man # 1-9)
      Animal Man Vol.2 (US Secret Origins (II) # 39 und Animal Man # 10-17)
      Animal Man Vol.3 (US Animal Man # 18-26)

      Und als US Omnibus (HC), hier präsentiert von Chaz Truog höchstpersönlich :D



      The Animal Man Omnibus (US Animal Man # 1-26 und Secret Origins (II) # 39)


      Lesetipps zur Vorbereitung:

      Crisis on Infnite Earths

      Die Eaglemoss Collection (95) enthält einen netten Bonus, nämlich „Strange Adventures # 180“ (Sept. 1965). Die Geschichte ist für GM’s Secret Origins ganz interessant.
      Warum man im Vorwort (!) der Collection auch gleich das komplette Ende von Morrisons Run spoilert muss man wohl nicht verstehen… :omg:


      Einzelbesprechungslinks:

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    • ANIMAL MAN 1-4

      VÖ: Animal Man # 1: It’s a Jungle Out There (DC Comics / Spet. 1988 )
      VÖ: Animal Man # 2: Life in the Concrete Jungle (DC Comics / Oct. 1988 )
      VÖ: Animal Man # 3: The Nature of the Beast (DC Comics / Nov. 1988 )
      VÖ: Animal Man # 4: When we all lived in the Forest (DC Comics / Dec. 1988 )


      Autor: Grant Morrison
      Artist: Chaz Truog und Doug Hazlewood




      Deutsch: DC Comics Graphic Novel Collection 95: Animal Man (Eaglemoss 2016)
      US: Animal Man - Book One (DC/Vertigo 1991)



      “…we were given PARADISE… and we turned it into an… ABATTOIR...”


      Chapter One: It’s A Jungle Out There
      Eine Figur, vermummt in einen Trenchcoat, das Gesicht verdeckt von einer Maske macht sich auf den Weg nach San Diego.

      Buddy Baker und seine Familie (Ehefrau: Ellen, Sohn: Cliff, 9 Jahre & Tochter: Maxine 5 Jahre) wohnen in einem idyllischen Vorort. Wir treffen Buddy bei seiner ersten Heldentat. Das Kätzchen der Nachbarin hat sich in einem Baum verirrt und will gerettet werden.
      Morrison nimmt sich Zeit die Familie einzuführen und sie so geerdet wie möglich darzustellen. Buddy wird als normaler Durchschnittstyp portraitiert der mit Problemen des Alltags zu kämpfen hat.

      Ellen: „Buddy, I don’t know what makes YOU think you’re a Super-Hero!
      You paid 800 Dollars for those Animal Man Costumes and they’ve only been out of the Closet a half-dozen times in eight Years!”


      Die maskierte Gestalt ist nun in der Stadt angekommen. Der Lärm der Großstadt und Stimmen in seinem Kopf überwältigen ihn. In einer Seitengasse nimmt er seinen Helm ab und wird von einem Gangster überfallen. Für den geht die Aktion übel aus,
      der Unbekannte tötet ihn und wirft ihn achtlos auf den Gehweg.

      Buddy jobbt als Stuntman und Ellen verdient nebenher ein wenig mit dem Schreiben von Storyboards und Kinderbüchern. Das reicht für die Miete, aber ansonsten geradeso um über die Runden zu kommen.
      Mit seinem Kumpel und Manager beschließt Buddy, das er einem Superheldenteam beitreten will. Das Training beginnt und Ellen unterstützt ihn dabei tatkräftig (Ähnlichkeiten mit Miracle Man sind sicher Zufall).



      Spider… äh Animal-Man!


      Dabei nimmt sich Morrison nicht zu ernst und baut viel Situationskomik ein. Buddy tritt in einer Fernsehshow auf, der Moderator bemerkt, dass man in dem hautengen nicht viel verbergen kann.
      Am nächsten Tag modifiziert Animal Man sein Kostüm mit einer Jacke „I think the Jacket looks pretty neat AND it gives me somewhere to keep Money and Stuff.“ :D

      Eine Gruppe von Rednecks macht sich auf den Weg um ihren Wochenendvergnügen nachzugehen. Das besteht daraus Alkohol zu trinken und wehrlose Tiere abzuknallen.

      „Oh Man! What have I DONE? I just shot BAMBI!
      Uncle WALT’S gonna kill me!“


      Animal Man wird zu einem Auftrag in ein Labor von S.T.A.R. gerufen. Ein Wissenschaftler erklärt ihm die Lage („To be perfectly frank, we were hoping for Superman’s Help.“), jemand hat eingebrochen und die Einrichtung verwüstet.
      Warum sollte das ein Job für einen Superhelden sein? Buddy wird in einem Raum geführt und erkennt warum:



      Chapter Two: Life in the Concrete Jungle
      Mehrere Labor Affen wurden zu einer undefinierbaren Masse “verschmolzen”. Die Affen siechen dahin und sterben. Der Wissenschaftler ist seltsam fasziniert davon („It was grotesque, but somehow quite beautiful. How can I explain?...“)
      Es kommt noch besser: Eine Riesenkakerlake soll für den Schaden verantwortlich sein und nach der Tat geflüchtet sein.

      Animal Man absorbiert den Geruchssinn von Hunden die als Versuchstiere im Labor vegetieren und nimmt die Verfolgung auf. Es kommt noch zu einer kuriosen Begegnung mit Superman:



      Der Unbekannte ist in einer Gasse unterwegs und trifft auf einen Obdachlosen. Mit seinen Kräften fusioniert er diesen mit einer Ratte.
      Animal Man ist gerade in einer Telefonzelle als er vom Rattenmann angegriffen wird. Die beiden keilen sich durch die Straßen, Buddy kann die Kräfte einer Gottesanbeterin annehmen und sich zur Wehr setzen.
      In einer Seitengasse kommt es zum Showdown und Rattenmann reißt Buddy einen Arm ab. Dieser fällt stark blutend in Ohnmacht und kann gerade noch beobachten wie sich die Kreatur wieder zurückverwandelt.

      Ellen macht derweil mit Maxine einen Ausflug in den nahegelegenen Wald. Maxine findet ein Babykätzchen, Ellen macht eine grausigere Entdeckung: Um sie herum liegen mehrere erschossene Tierkadaver.
      Sie laufen genau in die Arme der schiesswütigen Hinterwäldler...
      „Well it looks like Ol’ Lew was right. This IS the Garden of Eden.
      And we just found EVE.”


      Chapter Three: The Nature of the Beast
      Es wird enthüllt wer dieser mysteriöse Fremde ist. Es handelt sich um B’Wana Beast, den weißen Gott vom Kilimanjaro!



      Flashback: In Tansania herrscht Bürgerkrieg. B’Wanas bester Freund seit Collegetagen wird von einem Militärdespoten in seinem Dorf hingerichtet. B’Wana lässt seiner Wut freien Lauf und meuchelt die
      Mörderbande. Er verliert seine Menschlichkeit und wird endgültig zum Biest. Er kehrt zum Kilimanjaro zurück um seine „Prinzessin“ Djuba, ein Gorillaweibchen zu besuchen.
      Zu allem Übel ist die auch noch verschwunden. B’Wana nimmt die Witterung auf und verfolgt die Fährte über den gesamten Erdball…

      Jetzt: …Bis er vor dem Gebäude der S.T.A.R. Labs steht. Drinnen wird Djuba mit anderen Tieren gefangen gehalten. B’Wana befreit sie und flüchtet mit dem todkranken Tier.

      Animal Man liegt immer noch blutend und ohne Arm in der Gosse. Er streckt seine Sinne aus und kann durch Erdschichten hindurch die Kräfte von Regenwürmern übernehmen.
      Die Fähigkeit zur Regeneration lässt ihm einen ganzen Arm nachwachsen. Buddy findet den verletzten Mann der vorher noch als Ratte unterwegs war.
      Er ruft S.T.A.R. zu Hilfe. Männer ihn Schutzanzügen kommen und nehmen Buddy vorsichtshalber auch gleich mit.

      Bei Ellen spitzt sich die Lage inzwischen zu. Ray und Lew von den Rednecks bedrohen sie und werfen eine verlaufene Katze ihren beiden Dobermännern zum Fraß vor.
      Die kleine Maxine kann sich in den Büschen verstecken und beobachtet die Situation. Einer der Freizeitjäger wird auf sie Aufmerksam und Maxine muss flüchten.



      Sie erreicht ihr zuhause und kann einen Nachbarn um Hilfe bitten. Der sonst grummelige und zu nichts nutze erscheinende Mr. Weidemeir macht sich auf den Weg.
      Ray macht sich daran Ellen zu vergewaltigen, Weidemeir kann gerade noch eingreifen um so Schlimmeres zu verhindern. Er bedroht Ray mit seiner Waffe.
      Die Lage eskaliert, einem Redneck Kumpanen geht das ganz zu weit und erschießt Ray. Morrison treibt es hier auf die Spitze.



      Nichts ahnend was gerade mit seiner Frau passiert, kommt Animal Man bei den S.T.A.R. Labs an. Dort schnappt er sich Dr. Myers und will endlich wissen was hier los ist, ganz ohne Ausflüchte.

      Dr. Myers erklärt, dass hier an einem mutierten Anthrax Bazillus geforscht wird. Ziel ist es eine biologische Waffe zu entwickeln, die das Vieh des Feindes töten soll, aber nicht die eigene einfallende Armee.
      Den „Super-Virus“ zu züchten war der leichte Teil. Das Problem bestand darin wie der Virus zwischen niederen Tieren und Primaten wie Menschen oder Affen unterscheiden kann.
      Eine Militäreinheit die in Afrika während den Unruhen stationiert war, hörte von einem Gerücht über einen hochentwickelten Affen der mit einem „weißen Gott“ am Kilimanjaro lebt.
      Von einem „weißen Gott“ gab es keine Spur, aber den Affen gab es wirklich… und sie nahmen ihn gefanegn. Untersuchungen ergaben, dass sein Stammhirn weiterentwickelt war als üblich.
      Die Wissenschaftler bezeichnen den Affen als mögliches „Fehlendes Glied“. Das wird auch so bleiben, denn sie infizieren ihn mit dem immer noch für Menschen tödlichen Anthrax Virus…



      Der Virus ist hoch ansteckend und Dr. Myers bittet Buddy den „weißen Gott“ zu finden. Wenn dieser sich infiziert, kann sich der Bazillus innerhalb kürzester Zeit ausbreiten und die Einwohner von Kaliforniern töten.
      Animal Man nimmt den Auftrag widerwillig an („I Hope you live long enough to get what’s coming to you, Myers.“)



      B’Wana ist den San Diego Zoo geflüchtet und verbringt die Zeit die noch bleibt mit der sterbenden Djuba. Der weiße Gott ist schäumt vor Wut…!

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    • Chapter Four: Once Upon A Time... When we all lived in the Forest

      Animal Man versucht mit B’Wana Kontakt aufzunehmen und fliegt in den Zoo. Der weiße Gott ist nicht zum reden aufgelegt und es kommt zum Kampf.
      B’Wana benutzt seine Kräfte und fusioniert verschiedene Tiere (Tigerella! :oO: ) die sich auf Animal Man stürzen..






      Buddy kann sich mit Müh und Not wehren und kann sich in eine Aussichtsgondel einer Hochbahn retten. Mit übernommener Elefantenstärke attackiert er B’Wana.
      Der Kampf wird telepathisch im Geiste fortgeführt. Die beiden stehen sich regungslos gegenüber, bis B.Wana zusammenbricht und Blut spuckt.

      Der Anthrax Virus ist in B’Wanas Körper und tötet ihn langsam. Buddy nimmt ihm den Helm ab und legt seine Arme um ihn.


      „No! Don’t take the HELMET…
      I can’t hear the Animals...
      The World’s so... EMPTY... withour them...”



      Buddy versucht zu helfen sieht aber keine Möglichkeit wie. Ihm fallen B’Wana’s Fusions-Kräfte ein und übernimmt sie. Wenn es mit Tieren gelingt warum nicht mit Blutzellen?







      Animal Man kombiniert B’Wanas körpereigene Polymorphe und Makrophagen und produziert so „Super Abwehrzellen“. Die greifen den Anthrax Virus an und zerstören diesen.
      Buddy lässt den weißen Gott stehen und heilt die verwandelten Tiere im Zoo. Anschließend macht er sich auf den Weg zu Dr. Myers.
      Die beiden streiten sich.


      Dr. Myers: „Do you realize we could have an ANTHRAX EPIDEMIC on our Hands becaus of you?”


      Buddy: “Because of YOU, Myers. It’s your Problem. I’m FINISHED.
      I’m ashamed i ever got involded.”



      Zum Abschied gibt es noch eine Schelle für Dr. Myers.


      Zuhause kämpfen Ellen und die Kinder darum, die Babykätzchen der verstorbenen Mutter durchzubringen. Bis auf eine tapferen Kämpfer sterben alle.


      Epilog:
      B’Wana besucht nun seinerseits Dr. Myers. Er wirft die tote Djuba auf den Arbeitstisch und zwingt Myers seine Leute anzurufen und den Fund des verschollenen Affens zu melden.

      „You and Djuba are going to be together now.“



      Der weiße Gott fusioniert den toten Affen mit Dr. Myers und verlässt den Raum. Die Männer in Schutzanzügen tauchen wieder auf. Sie nehmen den stammelnden Affen mit und legen ihn auf einen Untersuchungstisch.
      Myers versucht etwas zu sagen bringt aber nur unverständliche Laute hervor. Mit aufgerissenen Augen kann er nur mehr schreien, als die Wissenschaftler mit einem Skalpell auf ihn zukommen… :schocker:

      GM zieht hier alle Register. Was auffällt ist für die 90er typische Gewalt um realistisch und ernst zu wirken. Gerade in Heft 3 haben wir eine beinahe Vergewaltigung, einen Kopfschuss (eigentlich zwei), eine aufgefressene Katze, tote Babykätzchen und andere tote Tiere. Für tote Babyrobben und Delphine hat wohl der Platz nicht mehr gereicht. Dazu kommen noch große Kulleraugen und weinende Affen, also die volle Gefühlskeule. :wacko:


      Ein bisschen differenzierter hätte es von mir aus sein dürfen, aber der Plot funktioniert ganz gut. B’Wana als fehlgeleiteter „Bösewicht“ passt da auch ins Bild. Morrison drückt im richtigen Moment auf die Tränendrüsen, wen kann das Schicksal von Djuba kalt lassen…?


      Buddy wird als richtiger Kumpeltyp eingeführt. Ein Held der nicht in der Oberliga mitspielt, aber dafür das Herz am rechten Fleck hat. Gerade die Alltagssituationen werden gut geschildert und machen Animal Man nur allzu menschlich.
      Nach Zenith tut das richtig gut. Morrison baut trotz der ernsten Themen auch Komik ein, wie die Szene mit Superman, oder als ihn ein Junge nach einem Autogramm fragt weil er Buddy für Aquaman hält… :D


      Man merkt das Morrison Themen wie sinnlose Tierversuche am Herzen liegen und wütend machen. In dem 1991 erschienen Heft „Born to be Wild“ sind 2 Kurzgeschichten, die sich um das Thema drehen und später in „we3“.
      B’Wana und seine Fähigkeiten wirken im ersten Moment leider etwas doof, passen aber zum übergeordneten Tierthema.


      Was ich nicht ganz nachvollziehen kann, ist der Sinn hinter der „Affensäule“ in Heft 1. B’Wana überschätzt sich mit seinen Kräften und will sieben (oder mehr?) Affen fusionieren. Das geht schief weil er nie mehr als zwei Tiere verbinden kann. OK.
      Aber was wollte er da eigentlich machen? Was bringen sieben zusammenhängende Affen? Sollte das King Kong werden? Der Plot verläuft da einfach ins Leere... :kratz:


      Das Wäldchen zu den Ellen mit Maxine spaziert ist auch etwas seltsam. Die Hinterwäldler fahren eine längere Zeit mit dem Auto und ballern dort wie wild rum. Als Maxine flüchtet kann sie aber nicht weit vom Haus sein, weil die Zeit in der sie die Strecke zurücklegt dafür zu kurz wäre. Bei vorhergehenden Bildern sieht es auch nicht aus als ob hinter dem Haus ein Dschungel ist. Sollte also auffallen wenn dort geschossen oder sonst was gemacht wird… aber gut.


      Bleibt ein gelungener Einstieg und die Serie entwickelt sich sowieso in eine andere Richtung.

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    • ANIMAL MAN 5
      VÖ: Animal Man # 5: The Coyote Gospel (DC Comics / Dec. 1988 )

      Autor: Grant Morrison
      Artist: Chaz Truog und Doug Hazlewood




      Deutsch: DC Comics Graphic Novel Collection 95: Animal Man (Eaglemoss 2016)
      US: Animal Man - Book One (DC/Vertigo 1991)



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      “Don’t look back!”...” Heh! Advice for Life, I guess.”


      Vor einem Jahr:
      Ein (nicht namentlich vorgestellter) Fahrer der Ajax Trucking Company ist mit seinem LKW durch das Death Valley in der Mojave Wüste unterwegs. Er nimmt die Tramperin Carrie mit, die ihr Glück als Schauspielerin in LA sucht um ein Star zu werden.
      Die beiden unterhalten sich und der Fahrer erzählt von seinem Liebhaber Billy der ihn vor einem Leben in der Gosse bewahrte. Er deutet auf ein Silberkreuz um seinen Hals.

      “Billy and the Good Lord. They saved my Life, Man.”


      Die zwei verstehen sich blendend und brettern den endlosen Highway entlang. Vor ihnen auf der Straße taucht aus dem Nichts eine Schatten auf, von der Sonne geblendet nicht genau zu erkennen was es ist. Zu spät, der LKW rammt die Gestalt mit voller Wucht. Unsicher was sie überfahren haben, steigt der Fahrer auf das Gaspedal und rast von der Unfallstelle.

      “Forget it. Keep your Eyes on the Road and don’t look back.”




      Der Truck entschwindet am Horizont. Die Überreste des Angefahrenen lassen erahnen, dass es eine Art Kojotenmann ist. Unter unvorstellbaren Qualen fängt sich sein Körper an zu regenerieren. Knochen und Eingeweide wachsen wieder dorthin wo sie sein sollten. Der Kojote richtet sich wieder auf und blickt den Leser direkt an.



      Jetzt:
      Buddy hat sich (wie Grant Morrison) dazu entschlossen Vegetarier zu werden. Cliff und Ellen finden die Idee nicht so toll und es kommt zu einem Disput. Animal Man vermeintlich missverstanden, verlässt das Haus und fliegt davon.

      In der Wüste:
      Der Trucker läuft bewaffnet mit einem Scharfschützengewehr durch die Wüste und präpariert mit Dynamit eine Falle. Das letzte Jahr lief nicht besonders gut für ihn. Zwei Wochen nach dem Zwischenfall mit dem “Teufel” auf dem Highway, kam sein Freund Billy bei einem Unfall unter die Räder eines Trucks. Er trug einen irreparablen Hirnschaden davon und hatte nur noch kurz Zeit zu leben. Der Trucker verliert seinen Job und seine Mutter an den Krebs. Was das Fass zum überlaufen bringt ist eine Zeitungsnachricht in der steht, das eine Prostituierte bei einem Drogenraub ums Leben kam. Auf dem Bild erkennt man Carrie. Für den Trucker ist klar, dass der Teufel an der ganzen Misere schuld ist. Er hofft wenn er diesen tötet, wird er und die Welt vom Unheil erlöst. Er findet den Kojoten am Rand einer Klippe und schießt auf ihn.



      Der Kojote wird sich bald wieder regeneriert haben und dem Trucker bleibt nicht viel Zeit. Er will ihm mit seiner “magischen” Kugel den Rest geben. Er eilt zu ihm vergisst aber ganz seine eigene Falle die er mit Dynamit ausgelegt hat.
      Der “Teufel” kommt auf ihn zu und löst dabei die Falle aus. Den Kojoten erwischt es voll, heilt aber selbst hier wieder innerhalb kürzester Zeit. Animal Man betritt die Szene und kommt auf den Kojoten zu.
      Dieser nimmt die Rolle, das “Evangelium” das er um den Hals trägt ab und drückt sie Buddy in die Hand.




      DAS EVANGELIUM NACH CRAFTY:



      Niemand in diesen Tagen konnte sich an eine Zeit erinnern in der Welt frei von Streit war.
      Eine Zeit wenn nicht Tier gegen Tier in einem endlosen Kreislauf aus Gewalt und Grausamkeiten ausgesetzt.
      Mit Körpern die sich nach jeder Verwundung sofort selbst erneuern, niemand dachte daran diese sinnlose Existenz der Brutalität in Frage zu stellen.
      Bis zu Crafty.
      So war es an diesem Tag wie an jedem seit dem ersten Tag. Zu guter Letzt weinte Crafty und sprach: „Nie mehr“.



      Er machte sich auf in die Wüste.
      Und fuhr gen Himmel.
      Und ging in die Präsenz GOTTES.
      Und GOTT sprach zu Crafty: „Für die Rebellion gegen meinen Willen musst du bestraft werden. Trotz allem bin ich ein guter GOTT und mein Urteil wird gnädig sein.



      Voller Furcht sprach Crafty: „Ich will jede Strafe ertragen, die der Welt den Frieden bringt“.



      Dann musst du die Ewigkeit in der Hölle da oben verbringen“ sagte GOTT „Während du lebst und das Leiden der Welt erträgst. So sei Frieden unter den Tieren .“
      Das ist mein Urteil“
      So verbannte GOTT Crafty fort von Himmel und Erde.
      In die dunkle Hölle der zweiten Realität.
      Und Crafty ward gegeben neues Fleisch und neues Blut.



      Und beigebracht neuer Schmerz.
      Doch mit jedem schrecklichen Tod und Wiederauferstehung, weiß Crafty das durch seine Qualen die Welt war erlöst.
      Es scheint es gab nichts was in wirklich töten konnte, und so lange er lebte blieb die Hoffnung zur Rückkehr eines Tages.
      Und an diesem Tag wird der tyrannische GOTT stürzen.
      Und eine bessere Welt wird erschaffen.



      (Gibberish?)


      Der Trucker bezieht Position und legt mit seinem Scharfschützengewehr auf den Kojoten an. Seine Gedanken sind bei seinem verstorbenen Freund Billy und der „magische Kugel“ gefertigt aus seinem Silberkreuz.
      Er drückt ab und trifft Crafty mitten ins Herz. Der Kojote sackt zusammen und den Trucker selbst noch verwundet von der Bombe verlassen auch die Kräfte.

      „Oh Billy, I did it. I saved the World.“


      Crafty verspürt keinen Schmerz und liegt am Boden. Die Arme augestreckt fließt erst weißes Blut, das von einer überdimensionalen Hand mit einem Pinsel rot gefärbt wird. Der Bildausschnitt zoomt weg und das Kreuz der Straße macht die Jesus Metapher perfekt.




      ___________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________


      8|

      GM fabriziert hier eine verdrehte Superhelden Comic Variante des "Duck Amuck" Cartoons (1953) mit Duffy Duck in der Hauptrolle.

      Die Geschichte kann im gesamten Animal Man Run für sich alleine gelesen werden und steht ansonsten in (fast) keinem Zusammenhang zum Rest. Selbst Buddy spielt hier eine Nebenrolle und kommt nur kurz vor..

      Die Toons ergeben eine interessante Ausgangslage. Was wäre wenn Figuren wie Wile E.Coyote, Elmar oder Duffy Duck sich ihrer bewusst wären?
      Wäre ihnen klar, dass sie sich nur zu unserem Vergnügen in die Luft jagen, zerstückeln oder noch Schlimmeres machen?
      Würden sie dieses Handeln in Frage stellen und den Schöpfer (Autor, Zeichner) zur Verantwortung ziehen?

      Morrison entwickelt die Fragen weiter und mischt einen satten Schuss christliche Religion dazu. Eine nette Parabel mit Gott der hier auf dem Thron sitzt. Ist der Schöpfer nun der Zeichner, der Autor also GM selbst?
      Er schickt Crafty nach OBEN in die ZWEITE Realität. GM wird das Thema später weiter ausbauen und ich glaube das er hier noch in der Frühphase etwas experimentiert.

      Normalerweise würde man die Hölle eher UNTEN vermuten. Gemeint ist hier wohl dass Crafty von einer niederen (flachen, 2D „Toon“ Welt) in den höheren (dreidimensionalen „realen“) Raum eintritt.
      So wie der Leser die Comicgeschichte eben als flache Seiten sieht, dabei aber selbst den dreidimensionalen Raum einnimmt.
      (Die deutsche Eaglemoss Übersetzung ist da suboptimal, da wird erst von oben und dann in die Hölle nach unten geredet, im Original steht da nur „…INTO the dark hell…“, das verdreht die IMO Lage wieder…) :wacko:

      In den „Invisibles“ wird das Konzept noch weitergesponnen und es ausgeweitet.

      Bleibt die Frage nach der Zweiten Realität. Oder anders: Ist die erste, die (flache) Toonwelt und die zweite, die (aus Toon Sicht) realistische Superhelden Comicwelt? Die dritte, wäre dann der Sprung von den Superhelden in „unsere“ Realität.
      Die Naturgesetze ändern sich mit Eintritt in diese Welt für Crafty auch. Die unschuldige, konsequenzlose Toon Brutalität trifft auf die harte „wirkliche“ Realität und aus Spaß wird Ernst.


      Wile E. Coyote (Warner Bros)

      In dieser Welt ist Crafty zwar nicht zu töten, die Regeneration findet aber unter starken Qualen statt. Deshalb bezeichnet Gott diese Welt wohl auch als Hölle.
      Crafty verbüßt seine „Toon“ Sünden und wird ständig vom Trucker bestraft. Er ist wieder in dem sinnlosen Zyklus der Gewalt aus dem auch der Coyote und Roadrunner nicht ausbrechen können.
      Am Ende wird Crafty erschossen, er spürt aber keinen Schmerz. Ein Zeichen das er wieder in die Toon Welt eintritt und genug gelitten hat?
      Die Symbolik mit der Jesus Pose und das Straßenkreuz tun ihr übriges. Die Hand „Gottes“ die von außen in die Comicwelt eindringt ist wieder ein Hinweis auf den Schöpfer (Morrison oder Truog) der hier die Geschichte lenkt.
      Das einfärben des Blutes macht den Tod endgültig und wirklicher.
      Crafty wie auch Animal Man sind nur Marionetten ohne freien Willen die auf Gedeih und Verderb den Kreativen ausgeliefert sind. Die Geschichte ist vorherbestimmt (= geschrieben) und lässt sich nicht von ihnen beeinflussen.
      Dem Trucker widerfährt in einem Jahr nur Schlimmes weil es Morrison sich für ihn ausdenkt.

      Auch in der vorangegangen Geschichte wird B’Wana aus seiner heilen Welt gerissen und mit den Schattenseiten der „modernen“ Zivilisation konfrontiert.

      Die Story ist überfrachtet mit christlicher Symbolik. Sei es der Fernsehprediger, das Silberkreuz des Truckers, die Coyote = Christus Metapher, das Evangelium, die ganze Rhetorik an sich.
      Crafty erscheint anfangs wie ein Dämon (Teufel), ist aber einfach nur missverstanden und traurig. Ähnlich wie schon Luzifer fordert auch er Gott heraus.
      Wenn er sich später aus der Bombenexplosion regeneriert, sieht man einen Art Heiligenschein um seinen Kopf und der Trucker stammelt „Oh, God, No“.
      Je nach Blickwinkel ist er also der Gute (wie ihn Buddy wahrnimmt) oder der Böse (Teufel aus Sicht des Truckers). In Morrisons „Kid Eternity“ und „Mystery Play“ ist die Thematik ähnlich.



      Selbst wenn man die verquerte Logik komplett beiseite schiebt, bleiben Fragen offen:

      Wie bemerkt der Trucker im Prolog, das Coyote „aufersteht“, der LKW ist zu dem Zeitpunkt am Horizont verschwunden und nicht mehr im Blickfeld?
      Wenn Crafty nichts tödlich verletzen kann und er kein Werwolf ist, warum tötet ihn die Silberkugel?
      Macht der Glaube des Truckers sie zur „magischen“ Kugel?

      Mögliche Antwort: Weil Morrison (als Gott) sich das ausdenkt und die Geschichte eine Handlung braucht um uns, den Leser zu unterhalten.

      Viele Fragen werden aufgeworfen, über die Natur von Fiktion und die Beziehung zu deren Schöpfer und umgekehrt.
      Es ist der Versuch von GM mit dem Comicuniversum in Kontakt zu treten. In den späteren Ausgaben wird das Thema weitergeführt und vertieft.
      Die ersten Schritte sind getan…

      Die kleine böse Geschichte ist faszinierend, kann aber auch verstehen wenn jemand sie für kompletten „Gibberish“ hält. Auf alle Fälle haben Theologie und Philosophie Studenten bestimmt ihre Freude an der Geschichte :D

      Klasse Arbeit auch von Truog, die wechselnden Abschnitte der Toon und „realen“ Comicwelt sind prima dargestellt. Brian Bollands Cover ist genial und illustriert das Zusammentreffen der Comic- und realen Welt perfekt.
      Das Cover spannt den Bogen zum Ende der Geschichte und wirft auch einen Schatten auf Buddy, wird der das Schicksal von Crafty teilen…?

      Achja, Moore war wieder mal schneller: In The Saga of Swamp Thing (Vol.II) # 32 schreibt er die Geschichte mit Pog (angelehnt an den Pogo Comicstrip ), einem Cartoon Charakter der den DC Sumpf besucht…

      Mich würden auch einmal andere Meinungen zu dem Thema interessieren, es darf hier auch gerne zu den Inhalten diskutiert werden :whistling:



      Thats‘ All Folks!

    • Marvel Boy schrieb:

      Erstmal zu dem was du schreibst, einfach grandios. :thumbup:
      Dann zum Comic, ich habe es noch nicht gelesen, aber so abgedreht wie sich das anhört muß ich das wohl mal tun. :D

      Danke, auch wenn es etwas ausartet. Eigentlich wollte ich nur die 3 Trades besprechen, aber es wird am Ende immer mehr Text als gedacht :whistling:
      Die "Coyote Gospel" Story lässt sich in Sachen Abgedrehtheit auch nur schwer toppen :D
    • ANIMAL MAN 6
      VÖ: Animal Man # 6: Birds of Prey (DC Comics / Holiday 1988 )

      Autor: Grant Morrison

      Artist: Chaz Truog und Doug Hazlewood



      Deutsch: N/A
      US: Animal Man - Book One (DC/Vertigo 1991)



      “You're just assuming that a rat's life is somehow less important than a human life. Who's to say that's true?”


      Anmerkung:
      Das Heft ist ein Tie-In Invasion! First Strike Extra und gehört zum Event Invasion!
      Die Handlung spielt zwischen „Invasion! # 1 + 2“ und wird fortgesetzt in „Captain Atom # 24“. Joha, ist halt DC :wacko:

      Timeline:
      Animal Man #6 (Holiday 1988 ) : "Birds of Prey"
      Captain Atom #24 (Holiday 1988 ) : "War-Day"
      Invasion! #2 (1988 ) : Invasion! Book Two: "Battleground Earth"
      Animal Man #7 (January 1989): "The Death of the Red Mask"
      Invasion! #3 (1988 ) : "Invasion! Book Three: World Without Heroes"
      Justice League International Vol. 1 #24/2 (February 1989): "Across a Crowded Room..."
      Animal Man #8 (February 1989): "Mirror Moves"
      Animal Man #9 (March 1989): "Home Improvements"
      Justice League Europe #1 (April 1989): "How Ya Gonna Keep 'Em Down On the Farm After They've Seen Paree?"
      Justice League Europe #2 (May 1989): "Somebody Up There Hates Us!"
      Justice League Europe #3 (June 1989): "Another Fine Mess!"
      Blasters Special #1 (1989): [no title]
      Secret Origins Vol. 2 #39/2 (April 1989): "The Myth of the Creation"
      Animal Man #10 (April 1989): "Fox on the Run"


      Die Geschichte ist ein typisches Tie-In und hat mit dem restlichen Run nichts zu tun. Kenne den „Invasion!“ Event nicht und klingt mir sehr nach dem üblichen „böse Außerirdische überfallen unschuldige Erde“ Gedöns.
      Nachgedruckt wurde „Invasion!“ anscheinend auch nie, spricht wohl nicht gerade für Qualität…






      Eine thanagarische Kampfflotte befindet sich im Orbit und macht sich bereit zum Angriff auf die Erde. In einem Raumschiff besprechen sich zwei thanagarische Agenten namens Rokara Soh und Skalla Kol miteinander.
      Rokoara, ein Künstler, nimmt einen vergifteten Trank zu sich der ihn langsam töten wird. Das gehört alles zum Plan seiner Performance Kunst. Sein Ziel ist es, eine „Lebensbombe“ an der Westküste der USA zu zünden.
      Die Lebensbombe ist bestückt mit all seiner Lebenserfahrung und Erinnerungen. Es werden zufällige Ereignisse aus seinem Leben abgespielt und sobald sein emotionalster Moment erreicht wird, explodiert die Bombe..
      Jeder der sich im Detonationsradius befindet, erfährt vor dem eigenen Tod Rokara’s komplette Lebensgeschichte. Ein letzter Akt, alles im Namen der Kunst!

      Skalla ist eine Kriegerin und hält nichts von sogenannten „Kunst Märtyrern“. Die Performance passt aber in das Konzept der militärischen Kriegsführung (= Invasion!) und wird von den obersten Strategen abgesegnet.


      Skalla: „Think yourself lucky that I understand the People’s need for cheap ENTERTAINMENT.“








      Nichts von all dem ahnend befindet sich Buddy gerade an seinem Lieblingsort, dem Zoo von San Diego.
      Mit seinem Manager hat er eine Diskussion über die Zukunft von Animal Man. Es kommen jede Menge Anfragen von Tierschutzgruppen und Buddy will jeden Job übernehmen.
      Das Gespräch wird ausgeweitet auf die moralische Ebene, über Tierversuche und ob das menschliche Leben wichtiger wäre als das von Tieren.

      Dummerweise findet Rokara der Zoo wäre der ideale Ort für seine Lebensbombe. Während er die letzten Vorbereitungen trifft, kommt es zum Kampf zwischen Animal Man und Skalla der Kriegerin.
      Buddy kann sich nur knapp gegen sie und ihren Morgenstern wehren. Er wechselt das Terrain, flüchtet in einen Teich und übernimmt dabei die Fähigkeiten von Fischen.
      Die Flügel Skallas sind unter Wasser nutzlos und Animal Man kann den strategischen Vorteil nutzen. Er kann ihre Flügel aus Nth Metall abreißen und ohne direkte Kontrolle lässt das Anti-Gravitationsfeld Skalla wie eine Rakete in den Himmel schießen.






      Seit dem Kampf mit B’Wana hat Buddy wohl dazu gelernt…



      Rokara ist von Animal Mans Kampfkünsten beeindruckt und will ihn in seine Performance einbauen. Er hängt den erschöpften Buddy in eine Astgabel und lässt ihn bei seiner Arbeit zuschauen.
      Der Märtyrer erzählt von seinen Plänen und seinem letzten großen Akt. Das Gift zeigt Wirkung und er bricht zusammen . Die Erinnerungen schwappen auf Buddy ein, der „Timer“ der Bombe tickt…








      Man erfährt interessante Einblicke in die Kultur und Eigenheiten der Thanagarianer. Vornehmlich eine Kriegerkaste, hat Rokara Zeit seines Lebens Probleme einen Platz in der Gesellschaft zu finden.
      Die Mutter stirbt bei seiner Geburt. Der Vater erfreut einen männlichen Erben gezeugt zu haben, ist später bitter enttäuscht das dieser lieber ein Künstler sein möchte, statt wie er ein stolzer Krieger.
      Für seine seltsame Kunst wird er von seinem Vater verstoßen. Trotzdem ist Rokara an seinem Totenbett und beobachtet wie dieser in einem Ritual verbrannt wird und der Körper durch Anit-Gravitation davon schwebt.
      Rokara gibt sich seiner Kunst vollkommen hin und entwirft die Lebensbombe. Seine größte Schöpfung, ein Vogel aus Fraktalen und angetrieben von Gefühlen steigt wie sein Vater in den Himmel








      Rokara: “I call it: Bird of Prey - The Warrior Soul.“



      Einen ganzen Tag starrt er auf sein Werk um es am Ende zu zerstören. Und um frei von allem zu sein. Der emotionalste Moment seiner Erinnerungen ist erreicht, die Bombe wird gleich detonieren.

      Animal Man versucht verzweifelt die Bombe zu entschärfen, schafft es aber nicht und erleidet beinahe einen Nervenzusammenbruch. Eine Hand erscheint im Bild, deren Finger einen Schalter auf der Bombe drückt.
      Die Hand gehört zu niemand anderem als Hawkman (keine Ahnung wo der plötzlich herkommt…)




      Die Wahrnehmung von Buddy normalisiert sich wieder. Hawkman steht vor ihm und sagt: „All you had to do was switch it off.“ :tick:

      Da hätte Animal Man aber wirklich selber darauf kommen können. Was für ein bescheuertes Ende :D

      Morrison bekommt den Event aufgezwungen und anstatt einem plumpen Alienangriff, konstruiert er hier geschickt eine etwas andere Geschichte.
      Wie schon bei den vorigen Ausgaben, ist auch Rokara nicht der 0815 Bösewicht, sondern ein Außenseiter der von der Gesellschaft nicht akzeptiert wird.
      Die Lebensbombe ist etwas weit hergeholt, aber wer weiß schon was von thanagarischer Kunst. Mittlerweile ist das Thema mit Selbstmordattentätern ja leider schon wieder aktuell :(

      Buddy ist nun wie Morrison voll auf einem Ökokurs. Die moralische Debatte mit Roger tut ihr übriges. Ist das menschliche Leben wichtiger bzw. wertvoller, als das eines Tieres?
      Genauso gut könnte man die Frage auf die Ethikwerte der Außerirdischen umlegen. Der Mensch tötet im Namen der Wissenschaft, des Konsums und zum Vergnügen, sind wir so anders als die bösen Alien Invasoren gegen die wir uns wehren?

      Dazu passt der Kommentar von Skalla „Ich verstehe das Verlangen der Leute nach billiger Unterhaltung“. Morrison hält dem Leser einen Spiegel vor, etwas heuchlerisch lebt er ja selber von genau solcher Arbeit. Kann man wahrscheinlich sehen wie man will :kratz:

      Der Deus Ex Machina Moment mit Hawkman am Ende der Geschichte passt sogar irgendwie wieder zum Thema Metafiktion und Morrision lenkt seine „Marionetten“ eben wie ER will.

      Eigentlich keine schlechte Story, zwischen „Coyote Gospel“ und „Death of the Red Mask“ geht sie aber gnadenlos unter.

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    • ANIMAL MAN 7

      VÖ: Animal Man # 7: The Death of the Red Mask (DC Comics / Jan. 1989)

      Autor: Grant Morrison
      Artist: Chaz Truog und Doug Hazlewood




      Deutsch: N/A
      US: Animal Man - Book One (DC/Vertigo 1991)



      “I got an Death Touch, an Army of Killer Robots and a Skull drawn on my Chest
      and I don’t look like a Bad Guy to you?"


      Anmerkung:
      Das Heft gehört zum Event Invasion!, die Handlung spielt zwischen „Invasion! # 2 + 3“ und wird fortgesetzt in „Justice League International # 24“.

      Wir befinden uns immer noch mitten im „Invasion!“ Event. Buddy macht sich auf den Heimweg zu seiner Familie.




      Er kommt in Miami an, oder besser gesagt was davon noch übrig ist. Die Stadt wird terrorisiert von wild umherlaufenden Robotern. Die eigentliche Gefahr besteht darin das die Dinger sich selber schaden oder einfach explodieren.
      Bei einer Telefonzelle macht Buddy einen Stopp und telefoniert mit Cliff. Der ist nicht gerade besorgt und findet den „Invasion!“ Event eigentlich ganz cool (Meta!)

      Buddy kann noch ein paar Zivilisten retten und trifft einen Polizisten. Sie machen sich einen Spaß mit den durchgedrehten Robotern. Animal Man will die Quelle des Chaos suchen und fliegt davon.
      Auf seinem Beobachtungsflug kann er auf einem Hausdach einen Mann einem Kostüm erkennen, der gerade von der Kante springen will. Buddy versucht den Mann vom springen abzuhalten.



      Der bemerkt Buddy und dreht sich ganz verdutzt um. „Warum glaubst du ich kann nicht fliegen?!“. Buddy ist sprachlos, aber hat recht. Der Mann gibt zu nicht fliegen zu können und stellt sich als „Red Mask“ vor.
      Er will Buddy die Hand geben, zieht sie aber sofort wieder zurück „Hey nur ein Witz!“ Niemand gibt Red Mask die Hand weil er den „Death Touch“ hat und alles was er berührt stirbt. Red Mask ist ja dafür bekannt, oder nicht?
      Red Mask bekommt einen starken Hustenanfall und Buddy will wissen ob alles Okay sei. Der meint ja, nimmt die Maske ab, sieht aber nicht gesund aus und um seine Mundwinkel sammelt sich Blut.

      Red Mask braucht erst mal einen Inhalator. Buddy stellt ihn zur Rede ob er für die Roboter und das Chaos verantwortlich sei. „Natürlich bin ich das. Ich bin ein Superschurke!“.
      Die Roboter hat er bei einem Pokerspiel mit Doctor Fang gewonnen, aber die funktionierten in den 40ern schon nicht besonders und jetzt erst recht nicht mehr.

      Zeit für die geheime Herkunftsgeschichte von Red Mask:
      Um 1945 ging er in einem idyllischen Wäldchen (heute steht dort eine Mall) mit seinem Hund jagen. Er beobachtet wie ein leuchtender Meteor vor ihm auf einer Wiese einschlägt.
      Zu der Zeit war das nichts besonderes, viele Meteore fielen vom Himmel und Leute bekamen Kräfte und so Zeug.



      Und er berührt den Meteor. Für fast zwölf Stunden ist er bewusstlos und kommt nicht nur mit dem größten Hangover aller Zeiten zu sich. Er bekommt auch die schlechtesten Super-Kräfte aller Zeiten.
      Er berührt seinen treuen Hund und tötet ihn ungewollt mit seinem „Death Touch“. Andere bekommen Superstärke oder Flugkräfte, er bekommt ausgerechnet so eine Fähigkeit.



      Seine Frau verlässt ihn, wer kann es ihr verübeln. Mit solchen Kräften kann er nur einer der Bad Guys werden. Er gibt sich den Namen Red Mask, angelehnt an das Gedicht Masque of the Red Death von Edgar Allen Poe. Der Weg scheint nun vorgezeichnet und er tut sich mit einem anderen Schurken namens „Veil“ zusammen.
      Den großen Coup schaffen die beiden nie. Nach einer Auseinandersetzung mit „Captain Triumph“ verliert Veil den Verstand und landet im Arkham Asylum.

      Was ist der Grund für die Lebensbeichte an Buddy? Er hat Lungenkrebs im Endstadium. Red Mask will sich einmal noch ins Kostüm zwängen und dann mit einem Knall abtreten

      „You know, paint the Town red.“


      Buddy redet ihm ins Gewissen und bittet ihn nichts Dummes zu tun. Er bietet ihm auch an einen eigenen TV Spot zu bekommen. Red Mask verspricht es sich zu überlegen und Buddy will kurz weg um alles in die Wege zu leiten.
      Der größte Traum von Red Mask war es immer schon zu fliegen. Alles was er bekam waren diese idiotischen „Death Touch“ Kräfte.„Ah, screw this!“. Er dreht sich um und will seinen Traum wahr werden lassen.
      Er stürzt sich über die Hausdachkante.


      „I can FLY!“


      Für einen kurzen Moment erfüllt sich seine Sehnsucht, nur um Sekunden später auf den Bordstein zu klatschen. Der Tod von Red Mask.

      Epilog:
      Buddy erledigt noch den Rest der durchgeknallten Roboter. Er trifft nochmals den Polizisten von vorhin und macht sich auf die Heimreise.
      Er hebt ab und seine Kräfte spielen plötzlich verrückt…

      Morrison gelingt hier wirklich ein kleines Meisterwerk. Kurz und knapp wird hier die Lebensgeschichte von Red Mask erzählt.
      Auch hier gibt es keinen klassischen Schurken, sondern man hat Mitleid mit ihm.
      Red Mask könnte direkt aus dem Golden Age entsprungen sein und kommt mit der neuen veränderten Welt nicht klar.
      Wunderbar von Morrison portraitiert, wechseln Ernsthaftigkeit und Slapstick sich ab und man weiß nicht ob man weinen oder lachen soll.

      Die Handlung besteht fast nur aus Dialogen ohne Action. Gekonnt von Truog in Szene gesetzt.
      Genial der Moment wenn Red Mask vom Hausdach springt und außer ihm das Panel komplett weiß bleibt.
      Red Mask befindet sich kurze Zeit außerhalb von Raum und Zeit. Keine Einschränkung durch ein Panel und ihm ist ein kurzer Augenblick von Glück gegönnt.
      Kurz bevor ihn der harte Asphalt in die Realität zurückholt.

      Das Thema Selbstbestimmung wird weiter gestrickt. Ist wirklich das Schicksal vorgegeben und in diesem Fall durch die Kräfte unumkehrbar?
      Hätte er z.B. Heilkräfte, oder so wie er es sich wünscht Flugfähigkeiten bekommen, wäre er einer von den Guten geworden?
      Red Mask hat die Arschkarte gezogen und wie schon bei „Zenith“ stellt sich die Frage, für was man seine Kräfte einsetzt.

      Wieder mal schwebt ein Hauch von Moore durch den Raum. Die Origin Story erinnert etwas an „Killing Joke“ und an noch mehr „Watchmen“.


      Paint the Town red


      Die Eröffnungsszene aus Watchmen

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    • ANIMAL MAN 8 + 9

      VÖ: Animal Man # 8: Mirror Moves (DC Comics / Feb. 1989)
      VÖ: Animal Man # 9: Home Improvements (DC Comics / March 1989)

      Autor: Grant Morrison

      Artist: Chaz Truog (8 ), Tom Grummett (9) und Doug Hazlewood



      Deutsch: N/A
      US: Animal Man - Book One (DC/Vertigo 1991)




      “ I didn’t to ANYTHING! It was this Scottish Guy!”

      Für Animal gibt es zwei große Veränderungen nach „Invasion!“.
      Erstens: Er ist nun offizielles Mitglieder der Justice League Europe, mit all den Privilegien und Pflichten.
      Zweitens: Weniger Positiv, als Nachwirkung einer Gen-Bombe spielen seine Kräfte verrückt.


      Mirror Moves


      Prolog:
      Eine mysteriöse Nachricht erscheint auf einem Computerbildschirm:




      Buddy wird von Ellen zum Frühstück geweckt. Er hat sich gerade von einem Fieber erholt und ist zum ersten mal wieder halbwegs fit. Ellen ist besorgt wegen den Störungen bei Animal Man’s Kräfte und verabschiedet sich zum Einkaufen. Buddy sieht das weniger Eng und macht sich auf zur morgendlichen Toilette ins Badezimmer. Dort erlebt er eine böse Überraschung.





      Sein „Spiegelbild“ begrüßt ihn und attackiert ihn auch sofort! Es kommt zu einer tollpatschigen Auseinandersetzung und der Angreifer gibt sich als „Mirror Master“ zu erkennen.
      Mirror Master verhöhnt Buddy und der Kampf geht quer durch das ganze Haus.




      Buddy kann Mirror Master vermeintlich besiegen, dieser ist aber putzmunter. Er erklärt ihm das er sich mit den Falschen angelegt hätte und es nicht gerne gesehen wird wenn er militärische Forschungseinrichtungen sabotiert.
      Seine Auftraggeber wollen ihm eine Lektion erteilen und ihm wissen lassen, das er und seine Familie jederzeit erreichbar wären. Mirror Master zieht sich in einen Spiegel zurück.




      Eine unbekannte Person beobachtet, versteckt in einem Busch wie Ellen vom Einkauf zurück kommt. Sie sieht den Schaden und liest erst mal Buddy die Leviten. Dieser versucht sie zu warnen und will durch einen Spiegel in die Welt von Mirror Master eintreten. Dort angekommen spielen erst mal alle Sinne von Buddy verrückt. Mirror Master läßt ihm nicht den Hauch einer Chance und kickt ihn aus seinem „Heim“.




      Wird Zeit für die Herrin des Hauses einzuschreiten. Ellen hält nichts von Leuten die uneingeladen in Wohnungen eindringen und Eigentum der Bewohner mutwillig zerstören.
      Sie löst das Dilemma auf ihre Weise




      „And You’re an Asshole.“

      Mirror Master schlägt zurück und zieht damit endgültig die Wut von Buddy auf sich. Der Kampf verlagert sich in den Vorgarten des Hauses. Mirror Master schießt einen Strahl, der Buddy in einen „menschlichen Spiegel“ verwandelt und flüchtet selbst durch einen (wo hat er den überhaupt her?).
      „Just you remember: This was only a WARNING.“

      Buddy wird nun von jedem den er berührt ein Spiegelbild, Ellen kann aber auch hier die Situation lösen in dem sie einen Spiegel zerstört und den Fluch aufhebt. Sieben Jahre Pech.


      Epilog:
      Das Bild aus dem Prolog ändert sich nochmals. Unter dem Zitat von Einstein erscheint: „HE DOSN’T. I DO.



      Home Improvements



      Cliff wird auf dem Heimweg von der Schule von ein paar Rowdies als „Animal Boy“ verspottet und auf den Bordstein geworfen. Cliff ist gedemütigt und wütend.


      Derweil im Hause der Bakers. Das Kätzchen aus Heft 3 hat sich prächtig entwickelt und Buddy tollt mit ihm herum. Es läutet an der Tür und Ellen empfängt hohen Besuch.
      Der Martian Man Hunter steht vor der Tür. Er will Buddy offiziell in der Justice League Europe begrüßen und bringt Heimwerker mit.


      Als Mitglied steht ihm ein besonderer Service zu. Wenn das Haus bei einem Superschurkenangriff oder einer Alienattacke beschädigt wird, kommt jemand innerhalb von 48 Stunden vorbei und repariert alles.


      „The Service is free, of course.
      We realize that not everyone is a Millionaire Playboy.“

      Klingt vernünftig und sogar Ellen ist überzeugt. Weist aber Buddy gleich darauf hin, das er dem Martian Man Hunter noch was sagen müsse.


      Die beiden machen sich auf den Weg. Buddy erzählt von den gestörten Kräften, der Manhunter will ihn aber trotzdem unbedingt in der Liga haben. Er wäre wichtig für das Gleichgewicht und aufgrund seiner Einstellung gegenüber der Umwelt eine Bereicherung für die JLE.


      Der Charakter James Highwater aus dem Epilog der letzten Ausgabe bekommt auch einen Auftritt. Er steht vor dem Eingang eines Appartements. Ist das seines?
      Auf der Tür steht seine Name, der Schlüssel passt. Er betritt die Wohnung und fühlt das er sie zum ersten mal sieht, kann sich aber trotzdem an Einzelheiten erinnern.
      Ein Buch liegt auf dem Boden. Es ist „Alice im Wunderland“ und er blättert darin herum. Worte sind rot unterstrichen und eine Nachricht steckt zwischen den Seiten.



      „…You’re only one of the Things in his Dream”

      Cliff ist inzwischen auf dem Heimweg, und wird dabei von dem mysteriösen Fremden verfolgt, der zuvor schon Ellen beobachtet hat.
      Im Haus geht es derweil drunter und drüber. Die Heimwerker richten mehr Chaos an als sie beseitigen. Selbstschussanlagen werden installiert die fast eine Tragödie anrichten.


      „You want my Opinion, it’s a little bit dangerous for a Super-Hero to have a Family, you know?”

      Als alle wieder in der Küche der Bakers sind, erzählt Cliff von seinen Problemen mit den Mitschülern und das sie sein Rad gestohlen hätten. Der Martian Manhunter hat da eine Idee.


      Cliff trifft sich mit den Bullies und fordert sein Rad zurück. Die verhöhnen ihn wieder als „Animal Boy“, aber dieses Mal passiert etwas mit dem sie nicht rechnen.



      Es lässt sich leicht ahnen, das der Manhunter hier die Rolle von Cliff gespielt hat. Dieser hat sein Rad zurück ist aber trotzdem sauer auf seinen Vater weil der nichts unternommen hat.


      Hier beginnt nun der große zweite Akt von Morrisons Run. Bei beiden Geschichten passiert Handlungsmäßig nicht viel, es werden aber einige Fragen aufgeworfen.

      Was bedeutet die seltsame Nachricht die auf dem Fernseher erschienen ist und wer ist dieser mysteriöse Fremde und was hat er vor?
      James Highwater ist das nächste Fragezeichen. Jeder Sideplot wird später noch wichtig und wird aufgelöst.

      Die zweite Geschichte fühlt sich fast wie eine Sitcom an. Was sonst nie gezeigt wird, macht Morrison hier schon zur Haupthandlung:
      Die Reparatur des Hauses und die JLE Versicherung. Das passiert also nach den ganzen Krisen und Invasionen :D
      Fragt sich was Normalos passiert, wenn ganze Städte plattgemacht werden.

      Schön auch das Morrison sich die Zeit nimmt und die Familie in den Fokus stellt. Bei anderen Helden ist die meist nur Staffage, hier lebt Buddy wirklich mit ihr.


    • SECRET ORIGINS (VOL.II) # 39

      VÖ: Secret Origins (Vol.II) # 39: The Myth of the Creation (DC Comics / April 1989)

      Autor: Grant Morrison
      Artist: Tom Grummett und Doug Hazlewood



      Deutsch: N/A
      US: Animal Man (TPB 2): Origin of the Species (DC/Vertigo 2002)



      “ It’s always been the same on this Stratum: Radiation, Chemcial Accidents, Magic Rings.”


      Die Familie Baker befindet sich auf einem Ausflug in der Natur. Buddy hat immer noch große Probleme mit seinen Superkräften. Er probiert einiges herum, aber bis auf die Flugfähigkeiten hat er keine Kontrolle welche Tierkräfte er übernimmt. Statt die Fähigkeiten eins Hundes bekommt er zum Bespiel die dessen Flöhe…



      Das Geschehen wird aus der Ferne von zwei gelben Aliens beobachtet. Die scheinen Buddy gut zu kennen und ihnen entgehen seine Schwierigkeiten ebenfalls nicht.
      Noch etwas finden sie merkwürdig: Buddy war beim letzten mal wesentlich älter, wie kann das sein?

      “ Yes. That was the First Thing I noticed, too. I ran a trawl Across the entire Stratum and discovered MASSIVE Discrepancies.”


      Während ihres Schlafes muss sich was geändert haben. Es fällt ihnen auch auf das Animal Man vom „Avatar Bestiarium“ abgeschnitten ist. Sollte das länger anhalten wird Buddy sterben, falls nötig könnten sie das aber reparieren.

      Um die Schäden besser analysieren zu können spielen sie die Erinnerung an die Entstehung von Animal Man ab:

      I WAS THE MAN WITH ANIMAL POWERS (oder: die Secret Origin von Animal Man)

      Buddy (etwas älter aussehend und mit Kurzhaarschnitt) will seiner Ellen einen Heiratsantrag machen, schmeißt aber kurz vor der alles entscheidenden Frage die Nerven weg.
      Um seinen Frust über sich selber abzubauen, verabredet er sich am nächsten Tag mit Roger zu einem Jagdausflug.
      Während der Jagd verfolgt Buddy einen Hasen und wird dabei von Roger getrennt. Er hört ein merkwürdiges Geräusch und geht in Richtung die er vermutet.
      Plötzlich kommt es direkt vor seiner Nase zu einer gleißenden Explosion von der er geblendet wird. Er verliert das Bewusstsein und als er wieder aufwacht, hört er hinter sich ein Knurren.

      Er dreht sich um und vor ihm steht ein Tiger! Noch rätselnd wie das Tier überhaupt hier herkommen kann, wird er auch gleich angefallen. In Panik und rein instinktiv weicht Buddy mit einem Riesensatz aus… wie ein Tiger.
      Es scheint noch weniger Sinn zu machen, als auch noch ein Gorilla auftaucht. Buddy wird von den beiden Tieren in die Zange genommen.
      Der Tiger springt Buddy wieder an und dieser kann den Angreifer mit Gorillakräften packen und auf den Affen werfen. Die Tiere sind ausgeknockt und können von erscheinenden Pflegern in Gewahrsam genommen werden.

      Roger taucht wieder auf und bringt Licht ins Dunkel. Bei einem Zugunglück in der Nähe konnten mehrere wilde Tiere eines Zirkusses ausbrechen und flüchten. Buddy erzählt von der Explosion und die beiden wollen die Stelle genauer untersuchen. Von einem Kamm aus erkennen sie, das in einem Krater das Wrack eines Raumschiffes liegt. Die Strahlung muss Buddy mit seinen Tierkräften ausgestattet haben!


      “Something is serieously Wrong here.“


      Die beiden Aliens unterbrechen die Aufzeichnung. Ein Alien stellt fest, das sich die beiden Animal Man nicht nur im Alter und Aussehen unterscheiden. Der ältere scheint aus einer kaum definierten Welt zu stammen, die Einstellung und Motivation im Gegensatz zum aktuellen Animal Man weniger komplex.



      Die Aliens spulen noch einen Teil von Animals zweitem Abenteuer ab. Dort rettet er die Welt vor einer Alien Invasion. Kommentiert von einem der gelben Aliens:
      „In dieser Schicht ist das ein universelles Szenario. Es wird nicht mal versucht die Motivation oder den Ursprung der „Invasoren“ in Frage zu stellen. Unser Job war damals wesentlich einfacher.“
      Wie von den Aliens beabsichtigt schmeißt sich Animal Man in ein glänzendes Kostüm und benutzt von nun seine Kräfte zum Wohle der Menschheit.

      Zeit für die Aliens Buddy einen Besuch abzustatten, ob er sich noch an sie erinnern kann?


      Morrison spielt wieder mal gekonnt mit den Erwartungen des Lesers. Das Konzept von „Secret Origins“ ist es eigentlich Pre-Crisis Ursprungsgeschichten neu aufzupeppen.
      Anstatt aber eine neue Origin zu erfinden, präsentiert GM hier die vom Silver-Age Animal Man aus den 60ern!
      Ab dem „I was the Man with Animal Powers“ Teil, werden Original Text und die Bilder aus „Strange Adventures # 180“ fast 1 zu 1 übernommen.
      Ist der Autor nur stinkfaul? Es gibt keine neue Origin, also ist das schon wieder Konsequent.
      Gleichzeitig weist er aber auch auf ein Paradoxon hin. Morrison nimmt das DC Universum und deren Bewohner als „real“ an.
      Wie ist es also möglich das Buddy sich so verändert hat und müsste es nicht einen „Alten“ Buddy geben?

      Er nimmt aber eine entscheidende Änderung an der Origin vor: Verantwortlich für die Entstehung waren die beiden gelben Aliens.
      Warum bleibt erst mal im Dunklen. Die beiden passen aber gut ins Bild und scheinen bestens über alles Bescheid zu wissen.
      Herrlich wie sie auf Klischees des Comicbusiness hinweisen und damit spielen. Früher wurde nichts hinterfragt, aber 30 (bzw. jetzt 50) Jahre später ist das nicht viel anders.
      Wer pfuscht da mit „ihrem“ Projekt herum?

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      Erster Auftritt von Animal Man in „Strange Adventures 180“ (Sept. 1965), Dave Wood und Carmine Infantino:





      Links: „Strange Adventures # 180“ (Carmine Infantino), Rechts: fast identischer Ablauf in „Secret Origins # 39“ (Tom Grummett)

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      Zweiter Auftritt in „Strange Adventures # 184“ (Jan. 1966) Dave Wood und Gil Kane



      Als Bonus Classic-Story liegt der Eaglemoss Collection 95 übrigens „Strange Adventures 180“ bei :cool2:

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    • ANIMAL MAN 10 - 12

      VÖ: Animal Man # 10: Fox on the Run (DC Comics / April 1989)
      VÖ: Animal Man # 11: Out of Africa (DC Comics / May 1989)
      VÖ: Animal Men # 12: Secret Origins (DC Comics ( June 1989)

      Autor: Grant Morrison

      Artist: Chaz Truog und Mark McKenna (10), Doug Hazlewood (11+12)



      Deutsch: N/A
      US: Animal Man (TPB 2): Origin of the Species (DC/Vertigo 2002)





      “We’re all Words on a Page. I Just Thought You ought to know.”

      FOX ON THE RUN

      Buddy ist wieder mal im Namen des Tierschutzes unterwegs. Er hilft einer Gruppe in Hertfordshire, die es sich zum Ziel macht die royale Fuchsjagd zu sabotieren.
      Ein Fuchs wird in die Enge getrieben und von Jagdhunden umzingelt. Im letzten Moment kann Buddy ihn retten und an einen sicheren Platz bringen.

      Gleichzeitig findet auch eine andere Jagd statt. Vixen flüchtet vor unsichtbaren Angreifern, die sie auf einem Flughafen attackieren. Sie kann ein startendes Flugzeug erreichen und so gerade noch entkommen.
      Sie landet in Kalifornien und flieht weiter, bis sie zum Haus der Bakers kommt. Ellen macht auf und ist erst mal von der Erscheinung überrascht. Der Herr des Hauses ist noch in England, aber bereits auf dem Rückweg.

      Der Handlungsverlauf von James Highwater kommt in Schwung. James ist auf Besuch im Arkham Asylum, er will der Spur der seltsamen Nachricht nachgehen und mit dem Psycho-Pirate sprechen.
      Doktor Huntoon führt ihn herum und auf den Gängen der Anstalt kommt es zu einer Begegnung mit dem Mad Hatter.





      „Just Words on a Page! Some cheap Hack is writing our Lives!”


      Verwirrt steht er vor der Zelle vom Psycho Pirate. Er versucht mit ihm zu sprechen, aber der ist ähnlich durcheinander wie der Hatter. Seine Sätze scheinen keinen Sinn zu ergeben.




      Aus dem Psycho Pirate ist nicht viel heraus zu bringen, aber auf dem Boden der Zelle liegt ein zerknüllter Zettel. Dieses mal ist es die Seite eines Comics.



      „Years later, I found out what my surname means in GAELIC.“
      “Son of the FOX.”

      Auf der Rückseite befindet sich noch ein Comic Strip. Es ist eine Animal Man Geschichte (Strange Adventures 184?) und Highwater hat einen neuen Hinweis dem er folgen kann: Animal Man.

      Psycho Pirate: „You see now?... You See?...”

      Buddy trifft von seinem Englandtrip wieder Zuhause ein. Ellen und Vixen haben es sich bei einem Kaffee gemütlich gemacht und verstehen sich mittlerweile ganz gut.



      ( Das weiß auch nur Morrison… :wacko: )

      Vixen erzählt von ihren Verfolgern und bittet Buddy um Hilfe. Sie erzählt auch wie sie in den Besitz des Tantu Totems kam, das ihr Tierkräfte gibt (die Animal Man sehr ähnlich sind).
      Die beiden unterhalten sich gerade noch, als die unsichtbaren Angreifer von Beginn wieder auftauchen. Wieder mal muss die Inneneinrichtung einiges aushalten.
      Für Buddy kommt es noch schlimmer.



      „Why does it feel so familiar?“

      Buddy löst sich vor den Augen der erschrocken Ellen ins Nichts auf. Und es herrscht auf einmal Stille. Die Angreifer geben sich zu erkennen.
      Es sind die beiden gelben Aliens aus „Secret Origins“!

      „We. Take. Charge. Now.”



      OUT OF AFRICA

      An einem unbestimmten Platz versucht eines der gelben Aliens Buddy wieder instand zu setzen. Die Operation verläuft gut und Animal Man wird komplett rekonstruiert.
      Scheinbar ist es für das Alien nicht das erste Mal und die Situation ist wieder unter Kontrolle.

      Animal Man’s Körper setzt sich wieder zusammen und er befindet sich mit Vixen irgendwo am Fuße des Kilimanjaro in Afrika.
      Er fühlt sich buchstäblich neu geboren und voller Kraft. Nebenbei wurde auch noch sein Kostüm modernisiert. Läuft also.

      An einer Ausgrabungsstelle die von Hamed Ali geleitet wird gibt es inzwischen Probleme. Die Bauarbeiter haben etwas Großes, Metallisches entdeckt. Es ist das Raumschiff der gelben Aliens, können aber die schützende Hülle nicht knacken.
      Ein Schamane warnt vor großem Unheil wird aber als Quacksalber abgetan. Hamed Ali fährt nun schwerere Geschütze auf.



      Ein Riesen Pen…anzer 8|

      Wieder zurück zu Buddy und Vixen. Die zwei machen an einem Lagerfeuer Rast und Buddy hat große Probleme seine animalischen Triebe in Zaum zu halten…
      Bevor es aber zwischen den beiden zu heiß werden könnte, taucht eine Gruppe auf die die zwei angreift. Buddy wird betäubt und Vixen von einer Kämpferin namens „Tabu“ besiegt.

      Zuhause in San Diego sitzt Ellen mit ihrer Nachbarin zusammen. Die Nachbarin will wissen wo Buddy und die Kinder sind, aber Ellen kann sich an keine Kinder erinnern.
      Sie und Buddy hatten nie welche und scheint selber aus der Realität zu entschwinden!

      Hamed Ali hat inzwischen Buddy und Vixen in seinem Anwesen in einen Bunker eingesperrt. Komplett isoliert, steril und hermetisch abgeriegelt hat Animal Man keine Chance auf Kräfte von Tieren zuzugreifen.



      Hamed Ali:
      „And at dawn Tabu will tear you both to pieces. Sleep well.”

      Bei den gelben Aliens gibt es Komplikationen. Ihr Schiff, der „Traveller“ wird von einem Laser bearbeitet. Die Hülle wird nicht mehr lange halten. Es ist die Maschine die Hamed Ali in die Ausgrabung geschickt hat.
      Die Aliens arbeiten immer noch an der Wiederherstellung des zerstörten Gewebes des Raumzeitkontinuums. Sie verlieren die Kontrolle und nun ist ganze Universum selbst in Gefahr.

      Tabu und Hamed Ali tauchen wieder im Bunker auf. Sie teilen den Gefangenen mit, dass ihre Zeit abgelaufen ist…

    • SECRET ORIGINS

      Buddy hat im letzten Moment die rettende Idee.


      Auf Tiere kann er nicht zugreifen, aber es gibt auch kleinere Lebewesen. Er übernimmt die Fähigkeiten eines Bakteriums, das sich im Körper von Hamed Ali befindet.
      So kann er sich selbst replizieren. In dem ganzen Chaos gelingt Vixen und Buddy die Flucht. Auf dem Weg durch das Anwesen finden sie in einem Raum das Tantu Totem von Vixen.
      Sie platziert noch eine Bombe (woher kommt die?) und die beiden machen die Biege.


      Buddy lässt die Duplikate verschwinden und fliegt mit Vixen davon. Sie erreichen die Ausgrabungsstelle die sich als heilige Stätte herausstellt.
      Aus der Grube stoßen Energiestrahlen hervor und der ganze Himmel färbt sich weiß. Die Realität scheint sich selbst aufzulösen.

      Buddy springt in die Grube und Vixen folgt später nicht ganz freiwillig nach. Hamed Ali will sich die Blamage nicht gefallen lassen und schwört indessen Rache.



      Animal Man befindet sich nun in dem seltsamen, organisch wirkendem Schiff der Aliens. In einer schwebenden Sphäre sieht er einen Animal Man der nicht er selbst ist. Der ist Älter und trägt auch ein anderes Kostüm..
      Einer der gelben Aliens begrüßt ihn freundlich. Vixen trifft ein und warnt Buddy, das den Aliens nicht zu trauen sei. Sie erinnert an den Überfall am Flughafen und das dort ein Mann getötet wurde.

      Yellow Alien: „He had no Background, no Name. An Incidental Character.”

      Plötzlich erscheinen Hamed Ali und Tabu wieder auf der Bildfläche. Ali fordert als Besitzer der Stätte sein Recht auf das Raumschiff und dessen Inhalt ein.
      Zwischen Tabu und Vixen kommt es zu einem Kampf. Tabu bringt ihrer Gegnerin eigentlich tödliche Verletzungen bei, die aber sofort wieder verheilen.


      Das gelbe Alien erklärt Buddy, das weiße Licht das sie umgibt ist eine Manifestation der Leere, die jenseits der „Realität“ von Animal Man liegt. Aus dem Licht entfaltet sich ein kontinuierlicher Prozess von Schöpfung und Zerstörung.

      Das Raumschiff (der Traveller) liegt hier schon seit tausenden von Jahren vergraben. Von Zeit zu Zeit nehmen die Aliens „Gedächtnisformen“ an und besuchen die Erdoberfläche.
      In der Form von Ananse, dem Spinnengott, brachten sie das Tantu Totem unter die Menschen. Beinahe zweitausend Jähre später waren es der Helm und das Elixier vom B’Wana Beast.
      Es folgten die Geistermasken die auch Tabu verwendet.


      Zu guter letzt wurde Animal Man selbst geschaffen. Bei dem Unfall mit der Explosion kam Buddy ums Leben. Die Aliens gaben die Seele von Buddy in eine Form und veredelten seine Essenz mit denen von Tier Avataren.
      Dann wurde sein Körper, Zelle für Zelle wieder rekonstruiert. Die Erinnerungen wurden wieder hergestellt. Die „Tierkräfte“ kommen von morphogenetischen Implantaten.

      Später hat ein katastrophaler Event, eine „Crisis“ in dieser Ebene der Welt stattgefunden.. Die Kontinuität wurde dabei radikal verändert, Risse entstanden im Kontiniuum und führten zu Unvereinbarkeiten.

      Buddys Leben ist so ein Widerspruch. Der Animal Man der von den Aliens geschaffen wurde, war ein älterer Mann in einer simpleren Welt. Für diesen Animal Man ist in der „Post-Crisis“ Kontinuität kein Platz vorgesehen.
      Und trotzdem scheint Buddys Vorgeschichte unverändert zu sein. Buddy ist ein lebendes Paradoxon. Und dieses Paradoxon droht nun die Struktur von Buddys Realität zu zerstören.

      Seine einzige Chance ist die „Löcher“ in der Kontinuität mit seinen Erinnerungen zu füllen. Sollte er das nicht schaffen verschwindet diese Realität und mit ihr all seine Freunde und Familie.
      Die „Operation“ gelingt. Die Geschichte des Silver Age und die des modernen Animal Mans verschmelzen miteinander und fügen sich so neu zusammen. Das Paradoxon wird aufgelöst und Buddy ist wieder fest in dieser Welt verankert.

      Mittlerweile erkennen auch Vixen und Tabu die Sinnlosigkeit ihres Kampfes und geben auf.

      Hamed Ali ist fast vergessen, aber der ist nun wieder da. Er schießt ohne Vorwarnung einem der Aliens in den Kopf. Der wischt sich die „Wunde“ aber einfach von der Stirn.

      „We are Agents of the Power that brings your World into being.“



      “A minor Character. Old-Fashioned and Melodramatic. Best Fogotten. Your Story ends here.”

      Das gelbe Alien löscht Hamed Ali aus dieser Realität. Die Aliens müssen als nächstes den Traveller wieder heilen und teleportieren sich weg.
      Buddy und Vixen verlassen die Ausgrabungsstätte uns sehen das die Armee von Ali besiegt wurde.


      “Remember: Terrible Times are Coming.“

      Ab jetzt wird es ganz schön Meta. Für den Plot sollte man die Handlung von "Crisis on Infinite Earths" ein wenig kennen.

      Die Maxi Serie wurde von Marv Wolfman 1985 geschrieben (nette Anspielung vom Psycho-Pirate: “… did the Wolfman give you my name?”). Die Crisis diente dazu das DC Universum zu vereinfachen.
      Die verschiedenen Erden (1,2,3,X…) und deren Zeitlinien wurden zusammengefügt. Viele Helden überlebten die große Schlacht nicht, oder wurden einfach vergessen.
      Dem Psycho-Pirate kommt eine wichtige Bedeutung zu, da er der einzige im DCU ist der sich an den Event erinnern kann. Alle anderen Helden wissen nur dass es einen Kampf gab, haben aber sonst keine Erinnerung.
      Nach der Crisis wurden viele Serien neu gestartet, die Charakter modernisiert und der Zeit angepasst (John Byrne: Man of Steel, Frank Miller: Batman Year One…). Damals war das noch neu und eine unverbrauchte Idee.
      Widersprüche die sich durch das Zusammenfügen der Welten und Zeiten ergaben wurden einfach gekonnt ignoriert (30 Jähre später hat man nichts dazu gelernt).

      Diesem Continuity -Glitch nimmt Morrison sich an und macht daraus die Haupthandlung seines Runs. Animal Man wurde in Heft 12 von COIE zu Letzt gesehen (zusammen mit den Forgotten Heroes), was ist mit ihm in der Zwischenzeit bis zum Beginn von Morrisons Neustart der Serie geschehen? Die Aliens haben anscheinend die komplette „Crisis“ verpennt und sind genauso über die Veränderungen von Animal Man verwundert.

      Auf die vierte Wand wird ein paar mal angeklopft. Der Hatter spricht davon, das sie nur Worte auf einer Seite sind und nur zur Unterhaltung dienen. Er schreit “No room, no room..”.

      Der Psycho-Pirate spricht klar von der “Crisis” und wie unliebsame Charaktere einfach entfernt wurden. Für C Helden und Schurken ist die Angst durchaus berechtigt…
      Die beiden Aliens sind quasi Kontinuitätscops und sprechen den Leser meist direkt an. Sie machen sich lustig über Superheldenklischees und weisen direkt darauf hin.
      Wie wenig komplex die „alte“ Origin sei und Nebencharakter wie der Mann am Flughafen werden beschrieben was sie sind: Platzhalter, ohne Background.

      Morrison baut sich hier mit einer Kindheitsanekdote ein. Den Comicstrip den Highwater in der Zelle findet, stellt den jungen GM dar.
      Die Animal Man Serie ist seinem imaginären Freund “Foxy” gewidmet von dem hier gesprochen wird.



      Das weiße Licht kann man auch als “Leere” auf einer Seite deuten. Für die Schöpfung ist der Zeichner und Autor verantwortlich.

      Hamed Ali ist ein stereotypischer Bösewicht, passenderweise auch noch farblos (bzw. Schwarz und Weiß). Im Gegensatz zu den vorherigen Ausgaben haben wir hier einen eindimensionalen Schurken,
      der in einer tollen Sequenz von den Aliens ausradiert wird (von der Zeichnung, zur groben Skizze über Strichmännchen und dann weg).
      Die Aliens bezeichnen ihn als “Unwichtig, altmodisch und melodramatisch. Am besten Vergessen”.

      Ein Neuerfindung ist er aber nicht sondern ein klassischer Gegner von B’Wana Beast (DC Showcase # 67 / March 1967)





      Morrison hat ihn ganz im Stile des Silver Age übernommen (sogar diese Kroko-Panzer-Dinger von damals kommen vor) und ist ein Anachronismus in der modernen Comicwelt.



      Bleiben aber wieder ein paar Ungereimtheiten:
      Falls die Aliens die Realität so einfach verändern können, warum lassen sie es soweit kommen, das Ali ihr Schiff beschädigen kann?
      Wenn sie zur Teleportation fähig sind, warum beamen sie sich nicht einfach zu Buddy und sprechen mit ihm? Warum treiben die Aliens eine Charade und verfolgen Vixen?
      Generell trägt Vixen absolut nichts zum Storyverlauf bei und ist nur nettes Eyecandy. Ihr Konflikt mit Hamed Ali dient nur dazu ein paar Actionsequenzen zu haben.

      Die einzige Begründung könnte sein, dass sie den Klischees von Superheldencomics entsprechen wollen… Die Geschichte bleibt trotzdem etwas holprig.


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    • ANIMAL MAN 13

      VÖ: Animal Man # 13: Hour of the Beast (DC Comics / July 1989)

      Autor: Grant Morrison
      Artist: Chaz Truog und Doug Hazlewood




      Deutsch: N/A
      US: Animal Man (TPB 2): Origin of the Species (DC/Vertigo 2002)



      “Your Dream of Black Supremacy in South Africa is like the Unicorn.
      It’s only Exists in a sick Fantasy.”


      Auf einem Flughafen in Afrika laufen sich Mike Maxwell (B’Wana Beast) und Buddy zufällig über den Weg. Zusammen gehen sie einen Kaffee trinken. Fast ein Jahr ist es her, dass sich die beiden zuletzt sahen (und gegeneinander kämpften).
      Mike erzählt, das er einen Nachfolger finden will der die Maske von B’Wana Beast übernimmt und Buddy schlägt vor ihn dabei begleiten.
      Am Kilimanjaro, der Heimat des B’Wana Beasts treffen die beiden einige Zeit später ein. Ein Ritual wird ausgeführt, Mike trinkt ein Elixier das ihm helfen soll seinen Nachfolger zu finden.
      In einer Vision wird ihm die Richtung gewiesen und die zwei machen sich auf den Weg.

      Derweil treffen sich in einem Parkhaus in der nähe Kapstadts, ein südafrikanischer Reporter und Friedensaktivist namens Dominic Mndawe und David Quinn ein Journalist aus London. Dominic ist im Besitz von Fotos die belegen, wie Weiße die schwarzen Bürger des Landes misshandeln und Rassismus ausgesetzt sind. Er bittet David die Fotos zu nehmen und in die USA zu schmuggeln. Die ganze Welt soll erfahren was hier passiert. Der Journalist willigt ein und die beiden trennen sich wieder.

      Zu der Zeit herrscht eine Ausgangssperre und Dominic wird auf dem Weg nach Hause von der Polizei aufgegriffen und ziemlich unsanft verhaftet.



      Ein weißer Polizist namens Mr. Van de Voort verprügelt Dominic in seiner Zelle. Er erzählt ihm von dem Plan, einen Erzbischof der die schwarze Bevölkerung mobilisieren will zu töten.
      Er vergleicht dabei das Märchen mit den Jungfrauen, die ein Einhorn ablenken, während die Jäger sich anpirschen und es töten.
      Außerdem wisse er von den Fotos und dem Journalisten, der soll aber am Flughafen von seinen Komplizen abgefangen werden.
      Das Wissen wird Dominic aber nichts nützen, Van de Voort zwingt ihn sich auf einen Hocker zu stellen und mit einer Schlinge in der Hand will er einen Selbstmord fingieren.

      In dem Moment als Dominic hängen soll, brechen Animal Man und B’Wana Beast durch die Zellentür und überwältigen Van de Voort. Mike erklärt Dominic das er auserwählt die Maske von B’Wanas zu übernehmen.
      Dominic hält aber nicht viel von dem Titel „B’Wana“. Mike meint der Titel stehe über der Politik, Dominic erzählt wie er ein Massaker bei dem fast 700 Jugendliche starben nur knapp überlebte.
      Das Massaker wurde nur angerichtet weil sich die Studenten weigerten Afrikaans, die Sprache der Unterdrücker zu sprechen. Wo war B’Wana Beast damals und warum kam er nicht zu Hilfe?



      “Todays Politics, is tomorrow‘s Mythology“


      Später kommt es auf den Straßen zu einer Protestkundgebung und eine Gruppe von Südafrikanern rottet sich zusammen. Van de Voort will seinen Plan in die Tat umsetzen. Er hofft die Aufständischen zwingen den Erzbischof aus seiner Deckung und bei den Unruhen könne er dann auf die Menge schießen und ihn dabei töten. Der Erzbischof ahnt die Gefahr und verkündet über Lautsprecher, die Demonstranten sollen sich ruhig verhalten.

      Mike Maxwell tritt aus der Menge und bedroht Van de Voort. Einen Amerikaner zu erschießen würde eine Menge Fragen aufwerfen und ließe sich nicht so leicht vertuschen. Unbeeindruckt schießt Van de Voort trotzdem auf Mike und verletzt ihn schwer.

      Inzwischen verursacht Animal Man mit seinen Kräften ein Erdbeben und zwingt so die Leute die Versammlung aufzulösen. In dem Chaos versucht Van de Voort mit allen Mitteln die Ermordung des Erzbischofs durchzuziehen.
      Er hat ihm in Visier seiner Pistole, als Dominic in der Montur von B’Wana Beast auftaucht. Er benutzt die Fusionskraft und verbindet ein Zebra mit einer Antilope. Das so geschaffene „Einhorn“ durchbohrt wie in dem Märchen die Brust von Van de Voort.



      Die meisten Demonstranten und der Erzbischof sind in Sicherheit. Mike bietet Dominic an in Afrika zu bleiben und ihn als B’Wana Beast zu trainieren. Dieser willigt ein will aber zukünftig den Titel den passenderen Namen„Freedom Beast“ tragen.



      Epilog:
      Der britische Journalist David Quinn wird in Afrika festgenommen und seine Fotos konfisziert. Buddy ist derweil auf den Weg nach Hause und macht einen Abstecher nach Metropolis. Im Daily Planet besucht er Perry White und überreicht ihm eine Filmrolle.
      Während des Aufenthaltes auf dem Flughafen hat Buddy die Rollen getauscht und der erboste afrikanische Minister schaut nur auf einen Stapel mit Urlaubsschnappschüssen…

      In diesem One-Shot erleben wir den politischen Morrison. Die Struktur der Geschichte erinnert ein wenig an "Hard Travelling Heroes" von Dennis O’Neil und Neal Adams. Er spinnt dabei den Handlungsbogen aus den ersten vier Heften weiter.

      Nach Umwelt- und Tierschutzthemen sind dieses mal die Unruhen und Rassismus Probleme im Kampf gegen das Apartheid Regime im Fokus.
      Morrison kratzt dabei nur an der Oberfläche, aber viel mehr geht zu der Zeit in einem Mainstream Superheldencomic wohl auch nicht.

      Das der „Weiße Gott“ B’Wana Beast überarbeitet wird und mit einem schwarzen Südafrikaner ersetzt wird ist längst überfällig. Mit dem Tod von Hamed Ali in der letzten Ausgabe kappt Morrison wieder ein Relikt aus der Vergangenheit und „Freedom Beast“ kann neu durchstarten. Wirklich genutzt wurde der Charakter aber IMO nie, Potenzial (wie z.B. bei Marvels „Black Panther“) wäre vorhanden. Der (momentan) letzte Auftritt war in „Cry for Justice # 1“ (Sept.2009).

      Wie schon bei Crafty, Red Mask oder dem Thannagiraner sind die besten Geschichten die, wenn Animal Man nur am Rande auftaucht :D