iZombie 4: Besessen

    • iZombie 4: Besessen



      Nachdem die Stadt im letzten Band von Zombies überrannt wurde, schien es so, als würde sich die Lage normalisieren. Doch weit gefehlt, denn verglichen mit dem, was die verrückte Wissenschaftlerin Galatea und ihre Komplizen ausgeheckt haben, wirkt die gerade überstandene Zombie-Attacke wie ein harmloser Kindergeburtstag. Geplant wird nämlich nichts anderes als das Ende der Welt! Und laut Mumie Amon kann nur Gwen diesem Spuk ein Ende setzen... doch ist sie gewillt, den Preis dafür zu zahlen?


      Mit diesem Band findet iZombie also ihren Abschluss, aber um ehrlich zu sein, dieses Mal hat mich Roberson nicht gänzlich überzeugen können. Sicher, der Weltuntergang ist herrlich dramatisch und hoffnungslos (wundervoll in Szene gesetzt von Meister Allred!), aber die Handlung wirkt sichtlich gehetzt. Das ist bedauerlich, hatten mir doch die ruhigeren Charaktermomente in den vorherigen Bänden so gut gefallen. Da wäre jedenfalls mehr drin gewesen, gerade das Aufeinandertreffen von Gwen und ihrer Familie ist frustrierend kurz. Unverständlicherweise werden hier mit Ubasti und Strider dann auch noch neue Figuren eingeführt, die letztendlich kaum etwas zur Geschichte beitragen, wodurch sich der Autor die Frage gefallen lassen muss, wieso er sie überhaupt auf den Leser loslässt. Auch die beiden Geschichten mit Agent Kennedy waren nicht das gelbe vom Ei. Hätte man also diesen Ballast abgeworfen und den freien Platz zugunsten des bereits vorhandenen Cast benutzt, wäre ich sicherlich zufriedener gewesen. So hätte ich zum Beispiel gerne noch etwas mehr über Phantasm erfahren. Und auch wenn mich die ganze Prämisse an die Galactus-Saga erinnert, so war doch wenigstens das Ende überraschend, wenn auch etwas plötzlich.

      Immerhin überzeugt Mike Allred wieder auf ganzer Linie. Einfach grandios. :love: Schade nur, das gleich das erste Heft des Bands von einem gewissen Jason Bone gezeichnet wird. Weiß auch nicht, sein Cartoon-Stil will mir hier nicht so recht gefallen. Da fand ich Jim Rugg, der die beiden Geschichten von Agent Kennedy in Szene setzt, schon besser.
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      iZombie 4 – Besessen

      Hier liegt er nun, der letzte Band der Serie Izombie. Ich hatte ja schon Befürchtungen, dass die Serie nicht bis zum Ende erscheint, da dies in letzter Zeit immer mal wieder bei einigen Indie-Titeln passiert. Glücklicherweise war dies hier nicht der Fall.
      Im letzten Band werden endlich diverse offene Handlungsstränge zusammengeführt, und Geheimnisse gelüftet, die mich schon bei den Vorgängerbänden auf eine harte Probe gestellt hatten. Doch nun, wo die 4 Bände komplett vorliegen ist eigentlich die beste Gelegenheit einzusteigen, weil man direkt bei der Handlung weitermachen kann. Ich muss zugeben, die mannigfaltigen Figuren führten dazu, dass ich bei jedem neuen Band noch mal nachschauen musste, wie verschiedene Dinge genau waren. Ich meine, gutaussehende Zombies, Werterrier, Geister, Vampire, Frankenteen, uralte unsterbliche Mittzwanziger, Leoparden-Girls, Regierungsagenten und Monsterjäger - das muss man erst mal unter einen Hut kriegen.
      Chris Roberson hat das, entgegen meiner zwischenzeitlichen Erwartung, dann doch sehr gut geschafft. Alles macht nun Sinn, und nicht jedes Klischee welches ich mir im ersten Band als Ende vorgestellt hatte wurde erfüllt. Ich wurde sogar regelrecht verblüfft welchen Gang die ein oder andere Nebenhandlung nimmt. Zwar hat man durch die typische Allred-Zeichnungen immer das Gefühl als könnte Madman gleich um die Ecke kommen oder der Silver Surfer landen, aber Roberson geht dann doch etwas geerdeter an die Arbeit als Allred in den Serien, wo er auch Autor ist. In diesem Band kommen auch Gastzeichner vor Jason Bone und Jim Rugg, die dem Leser vor Augen führen, wie sehr ein Zeichner das Storytelling mit einem individuellen Still beeinflussen kann. Da Laura Allred aber alles koloriert hat, ist doch optisch eine rote Linie vorhanden.
      Nach der zurückliegenden Zombieinvasion bekommt es unser Lieblings-Zombie-Girl Gwen es nun mit einem Weltenverschlingenden Monster auf Galaktus-Level zu tun, das obendrein noch eine Menge an kleinen ungezieferähnlichen Kreaturen im Schlepptau hat, die großen Appetit auf Menschen haben. Auch das gemeinsame Vorgehen einst verfeindeter Gruppen bewirkt nichts, und so muss Gwen sich entscheiden, ob sie alle ihr wichtigen Menschen töten, oder die gesamte Menschheit ins Verderben stürzen will…
      iZombie ist gewiss keine Serie für jedermann. Man muss Allreds Zeichenstil mögen, und ein Faible für „Lollipop-Trash“ haben. Was meine ich damit? Die Serie hat Unmengen von zwischenmenschlichen Beziehungen und erfüllten und unerfüllten Lieben, also kurz gesagt eine Soap-Opera mit niedlichen Monstern und Hirn. Ich denke daher, dass der durchschnittliche Superheldenleser vermutlich weniger die Zielgruppe ist, aber der ein oder andere Mangaleser könnte hier sein Paradies finden. Es ist daher sinnvoll mal ein einen Band rein zu blättern, oder im Netz nach einer Leseprobe zu suchen, bevor man zuschlägt.
      Mich hat die Serie zumindest in ihren Bann gezogen, denn bei Ideen wie einem Werterrier mit sprechendem Affe und Hirn-Smoothie kann ich nicht widerstehen.
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