Green Arrow - Der neunte Zirkel (Rebirth Megaband 1 mit Spoilern)

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    • Green Arrow - Der neunte Zirkel (Rebirth Megaband 1 mit Spoilern)

      Der erste Green Arrow Band der New52 war damals mein völlig mißglückter Einstieg in die Welt des grünen Pfeils. Ich fand's damals echt furchtbar und hab GA gemieden. Da der bei den großen auch nicht mitspielen dürfte, war das soweit auch kein Problem. Trotzdem fand ich die Figur immer interessant und mit Rebirth jetzt also der zweite Versuch.


      Die Story ist sehr abwechslungsreich und gut geschrieben und springt gerne mal zwischen Gegenwart und vergangenen Ereignissen hin und her, was aber gut eingebettet ist:

      Anfangs geht es zusammen mit Black Canary gegen einen Menschenhändlerring in den Queen Industries verwickelt ist und der zu einem geheimen Kult führt und Team Arrow auf das Terrorschiff Inferno verschlägt und Oliver dann auf einer einsamen Insel landen läßt ("Oh, Gott! Bitte nicht!" 'schon wieder' möchte man da noch anfügen lol). Nach Inselerkundung (inklusiver RoboBären - ist nicht so trashig, wie es klingt) abschließend eine actionreiche Fahrt mit der transpazifischen Eisenbahn (jawohl, unter Wasser!) wieder zurück nach Seattle, wo dann alles wieder gut ist. Wie das alles, inklusive Nebenhandlungen um Emiko Queen und Shado und einer Begegnung mit dem Clock King, zusammenhängt, sollte jeder wirklich selber lesen. Zwar wird hier nicht das Rad neu erfunden, aber es wird viel geboten.

      Man sieht also schon, dass hier Benjamin Percy, der Autor aller Hefte einiges an Handlung und ausgefallenen Orten auffährt. Nur mit Diggle hatte er wohl Probleme. Der ist zwar ab dem zweiten Drittel gefühlt überall mit dabei, steht aber so dermaßen im Hintergrund, dass man ihn auch komplett hätte weglassen können. Aber geschenkt.

      Percy charakterisiert Oliver Queen als jemanden, der denkt, dass man mit Geld alle üblen Problem dieser Welt lösen kann, was naiv wirkt, aber auch überraschend zynisch vom Autor kommentiert wird. So schenkt Oliver einem Bettlerkind 100 Dollar. Das verliert den Schein, die Bettlermama läuft dem Schein bis zu einem Gully hinterher, um dann, wie von Stephen Kings Pennywise, in den Gully gezogen zu werden (keine Angst, Green Arrow macht das schon). Er zeigt Dinah Lance stolz, was seine Firma doch für tolle Sachen für die Bedürftigen macht: Kinder-Krankenhaus, Obdachlosenverköstigung, Sportplatz...Auf der anderen Seite ist er offenbar so mit sich selbst beschäftigt, dass er nicht mitbekommt, dass seine Firma hochgradig in Menschhandel verstrickt ist (als Oliver Queen kann er da dann auch nichts machen, da muss dann Green Arrow ran). Auch wirkt er in seiner Wahrnehmung randalierender Arbeiter, die ihren Job verloren haben sehr befremdlich als er sie als Faschisten bezeichnet. Aber mit der immer mehr zunehmenden Action verschwinden aber auch sozialen Betrachtungen fast gänzlich aus der Story. Dann wird nur noch geschossen und gerettet.


      Die Zeichnungen gefallen mir fast durchgängig sehr gut:

      So ein Megaband liefert mit seinen 12 US-Ausgaben ja immer eine tolle Gelegenheit, einen ganzen Jahrgang in der Hand zu haben, was einem alleine beim Durchblättern schon einen Eindruck über die Zeichnungen eines Jahrgangs gibt. Persönlich bin ich kein großer Freund von fliegendem Zeichnerwechsel, und beim Durchblättern kann man den Eindruck bekommen, dass hier zu viele Köche den Brei rühren. Stimmt aber nicht, denn die drei behandeln (fast nur) bestimmte Abschnitte. Passt also.

      Gerade Otto Schmidt, der seine feinen und sehr abwechslungsreichen Zeichnungen auch selbst koloriert erscheint mir wie geschaffen für Green Arrow. Die ruhigen Momente sind voller Leben, die Action-Szenen voller Energie. Alles sehr, sehr schön! Er zeichnet insgesamt 4 Hefte (Rebirth, 1, 2, und 8 ) in denen Oliver Dinah Lance (Black Canary) kennenlernt und ein Komplott ihn wirtschaftlich und körperlich zu vernichten droht, als er herausfindet, dass in seiner Firma etwas mächtig schief läuft, sowie einen Teil der Insel-Story.

      Juan Ferreyra, der mir aus New Suicide Squad noch bestens in Erinnerung ist, zeichnet und koloriert ebenfalls mehrere Hefte düster und bedrohlich, was mir insgesamt sehr gut gefallen hat und der entsprechenden Story gerecht wird: die düstere Handlung um die Begegnung mit dem Neunten Zirkel und die Ereignisse auf dem Horrorschiff Inferno (die Hefte 3, 4, 5). Dann zeichnet und koloriert er noch die Handlung im, auf und um den Empire Express (Heft 10 und 11) .

      Stephen Byrne zeichnet und koloriert eine Nebenhandlung um Emiko (Die Sünden der Mutter und Zeit des Tötens), sowie den anderen Teil der Insel-Story (Hefte 6,7 und 9). Auch sehr schön.

      Fazit:

      Ich würde sagen, es lohnt sich auf jeden Fall. Der Band macht Spaß ist sehr abwechslungsreich und hat mich prima unterhalten. Auch für Einsteiger und TV-Arrow Fans sehr gut lesbar. Hab den Kauf nicht bereut. Auf sowas hatte ich gewartet und Green Arrow macht mir endlich richtig Spaß!


      5/5, weil der Band viel Abwechslung bietet, super unterhält und klasse gezeichnet ist.
      :)
      >You know, Batman's not so scary in the light ... I mean ever<
      Captain Cold

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Forever DC ()

    • Ich kann eigentlich nichts anderes machen als dir zuzustimmen. Nur Diggle find ich teilweise ein bisschen misslungen von den Zeichnungen her und die Story passt eigentlich super. Zuerst der längere Arc, aus dessen Folgen dann die 3 kürzeren Arcs sich erstrecken. Das ganze hängt gut zusammen und ergibt alles Sinn. Nur der Arc auf der Insel war teilweise ein bisschen langweilig.
      Ich gebe also "nur" 9/10 :D
      Wirklich schade, dass GA sich hier in Deutschland nicht so gut verkauft.
      “Ho! Tom Bombadil, Tom Bombadillo!"
    • Mythril schrieb:



      Wirklich schade, dass GA sich hier in Deutschland nicht so gut verkauft.
      Ja, das ist wirklich ein bisschen schade. Gerade durch die Arrow TV-Serie sollte GA doch an Popularität gewonnen haben. Aber, auf der anderen Seite, kommen wir so in den Genuß eines in sich abgeschlossenen Megabandes. So am Stück liest sich das sehr gut.
      :)
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      Captain Cold
    • ein meisterwerk ist der megaband vllt nicht geworden, er unterhält allerdings sehr gut und es macht spaß dinah und ollie wieder in action zu sehen. gerade das artwork hat mir sehr gut gefallen und ich würde definitv einen zweiten band kaufen.

      wenn ich mal eine einordnung der qualität der geschichten machen müsste, würde ich aktuell bei rebirth sagen: nightwing<green arrow<superman.

      ich habe 4 von 5 sternen vergeben.

      Andi schrieb:

      Dieser Megaband ist ein super Einstieg für Interessierte und sorgt für ein gerührtes Aufatmen unter alten Fans. Spätestens wenn der „Boxhandschuhpfeil“ wieder da ist oder die Handlung auf einer Insel spielt, weiß jeder wo der Hase lang läuft.
      gruß
      andi
    • Richtig guter Band.
      Mein Green Arrow Fan Herz schlug tatsächlich höher als der Boxhandschuh-pfeil kam und kurz davor Oliver's Chilli erwähnt wurde (könnt ihr euch noch erinnern? Davon kamen sogar Superman die Tränen ^^)
      Das einzig negative war, dass ich manchmal das Gefühl hatte, dass ein paar panels fehlen...
      Auch schön den Clockking mal wieder zu sehen.
      So kann GA gerne weitergehen.

      Story 7/10
      Zeichnungen 9/10
    • Endlich bin ich dazu gekommen, der ersten MegaBand der Rebirth Green Arrow Serie zu lesen, und was soll ich sagen?! Ich bin ziemlich begeistert, nachdem die new 52 Serie doch recht durchwachsen war. Die Story warte hat dicht geschrieben, zusammenhängende Story arcs, quasi eine Welt- und Charakterreise für den Titelhelden. Tolle Dialoge und Zeichnungen. Der Band hat mich begeistert und macht Lust auf mehr. Absolute Empfehlung!
    • @Forever DC, danke für die tolle und ausführliche Kritik.

      Nachdem ich mich jetzt als absoluter Green Arrow Neuleser, der sich den Band aufgrund der TV-Serie und der guten Kritiken geholt hat, durch den Band gequält hab, muss ich leider sagen, dass ich mich den vielen positiven Kritiken überhaupt nicht anschließen kann. Leider. Ich konnte eigentlich gar nichts mit dem Band anfangen. Alles wirkt extrem plump und simpel, die Story hat keinerlei Wendungen oder Überraschungen und alles "passiert einfach". Nichts wirkt so als hätte man da einen Plan verfolgt. Dementsprechend gibt es auch keine wirklichen Spannungsbögen. Eine Actionszene reiht sich an die nächste.

      Wie gesagt bin ich mit den Green Arrow Comics bisher überhaupt nicht vertraut. Kenne die Figur nur aus der New52 Justice League (of America?) Serie, wo er ja auch nur kurz am Rande vorkam. Die TV-Serie kenne ich, hilft einem hier aber nicht weiter. Hat im Grunde nichts mit der Serie zu tun. Was nicht schlimm ist. Aber ich weiß halt nicht wie Dinah und Oliver in den Comics normalerweise so rüberkommen. Ich weiß auch nicht was mit der New52 anders wurde und was seit Rebirth wieder anders ist. Aber wenn man mit diesem Band anfängt und nichts weiß, dann ist die Liebesgeschichte mit Black Canary so billig und unglaubwürdig, dass man das eigentlich keinem Neuleser zumuten kann.

      Dinah: Hallo, ich bin Black Canary.
      Oliver: Ich liebe dich.
      Dinah: Ich dich auch.

      So in etwa.
    • @DonnyCrane Danke, gerne! Um so überraschener für mich, dass dir der Band so gar nicht gefallen hat. Planlos? Spannungsarm? Aneinanderreihung von Acion-Szenen? Billige und unglaubwürdige Liebesgeschichte? Unzumutbar für Neuleser? Ganz ehrlich: Das klingt für mich, als hättest du einen völlig anderen Band in der Hand gehabt. Aber es ist immer interessant, auch mal eine ganz andere Meinung zu lesen. Die Story ist auf jeden Fall einfach und, wie @Ahappyfreak geschrieben hat, sicherlich kein Meisterwerk. Aber ich fand sie sehr unterhaltsam und spannend und freue mich auf Megaband 2
      :)
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    • Es ist schwer so viel Stoff mit nur einer Zahl zu bewerten. Man hat zwischendrin Topausgaben, aber auch Ausgaben, die nicht so prall sind. Insgesammt hats mir aber überraschnd gut gefallen. Canary und Ollie funktionieren anders als früher, aber harmonieren doch sehr gut zusammen. Ollies unbeholfene, teilweise naive art und Sicht der Dinge kommt glaubwürdig rüber. Die Zeichnungen sind schwankend aber zumeist passend. Bei vielen Panels hatte ich aber Probleme mit der lesereihenfolge. Das darf nicht sein, das ist handwerklich schlecht.

      Story: 7/10 im Schnitt.

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