Über Über und über Über zwei und Über drei

    • Über Über und über Über zwei und Über drei

      Ok, den Titel wollte ich schon immer mal nehmen und da es bis dato weder zu Band 1 noch den anderen Ausgaben einen eigenen Thread gibt, dachte ich mir, ich lass mal fünfe grade sein und mach einen Auf.
      So Musketier mäßig, also Einer für Alle.
      Gelesen hab ich bisher nur die Null Nummer und hab schon mehr dazu zu sagen als der Rest des Forums :P




      Erstmal darf man sich mit den Gedanken Gillens zu Über ein Bild machen und was dann als Comic folgt ist eine Mischung aus Philip K. Dick und Call of Duty. Bierernst mit den üblichen Avatar Merkmalen ausgestattet kommt da ein böses kleines Comicwerk heraus, das trotz allem zu fesseln weiß. Hatte ich bisher beim lesen immer einen guten Lauf, so mußte ich nach der ersten gelesenen Ausgabe eine Pause einlegen und fange wohl nochmal von Vorne an. Fängt mit der Problematik der Unterscheidung der Uniformträger an und geht dann über(!) zu multiplen Schauplätzen und Handlungen, die meist nur kurz angerissen werden.
      Ist nicht ganz einfach da einzusteigen, kann allerdings recht schnell über(!)zeugen. Wenn ich dann mal Band eins durchhab schreib ich mehr, heute nicht.

      Bubi schrieb:

      @ JoeKerr: Jetzt mal Butter bei die Fische - das war doch wahrscheinlich mit Abstand Dein schlechtester Post im Forum, oder nicht?
      "If you can't dazzle them with brilliance, baffle them with bullshit." W.C.Fields

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    • Fand die Serie "über"raschend gut (haben wir jetzt bald alle durch X/ )

      Gillen baut ein paar nette Wendungen ein, der Gore/Nude Faktor ist für Avatar Verhältnisse "über"schaubar.
      Mir gefallen ja generell solche alternativen Zeitgeschichten (hoffe hier hat man zumindest ein Grundwissen über Historie des WWII)

      Auf alle Fälle sollte man der Serie eine Chance geben und nicht gleich in die "Igitt Nazis" Schublade stecken.

      Wobei mich interessieren würde, ob vom 2. Zyklus (Invasion) überhaupt noch Trades erscheinen werden? ?(
    • Nun bin ich dran und drin.
      Post eins hier hab ich nach der ersten gelesenen Nummer geschrieben, inzwischen bin ich durch das komplette PB durch.
      Ich wiederhole mich wenn ich schreibe, dass man eine Zeit braucht um reinzukommen, allerdings macht es Gillon einem recht leicht, diese Hürde zu überwinden. Zum einen wurde die 0 Nummer schon recht lange vor der eigentlichen Serie geschaffen, da ist für mich eine dezente Sprunghaftigkeit gerechtfertigt, zum anderen gibt es für jede US Nummer ein erklärendes Vorwort von Gillen wo er Bezug zu den Ausgaben nimmt. Mit Heft 1 wird die Story flüssiger und nach 2-3 Heftausgaben war ich dann doch einigermaßen im Geschehen.

      Jetzt bin ich jemand dem normale Kriegsgeschichten eher gar nicht liegen, egal ob Buch, Comic, Film oder Serie, und habe in dieser Sparte recht wenig Vergleich wie andere mit dieser Thematik umgehen. Was mir aber zusagt sind eben diese alternativ Welten zum WWII, u. a. wie ich eingangs schrieb, Storys von Philip K.Dick, Filme wie Vaterland oder Serien wie das neu startende SS-GB.

      Was Gillen hier aufruft ist schon harter Tobak allerdings macht er es recht tricky. Auf den ersten Blick ist es eine Superhelden Story die sich, obgleich der Thematik, auch so liest, zum anderen unterlegt er diese einem teilweise halbdokumentarischen Stil, was beim Leser zu einer gewissen Distanz führt. Dies wirkt zu Anfang etwas gewöhnungsbedürftig und war evtl auch der Ausschlag das es mir etwas schwerer fiel in die Story reinzukommen.

      Hat man sich erstmal dran gewöhnt, nimmt einen die Story, die schon deutliche Avatar züge trägt, gut mit. Alles ist auch wesentlich ernster, allerdings auch realistischer und glaubwürdiger, als wohl sämtliche Marvel Storys aus grauer Vorzeit. Dazu kommt das fehlen jeglichen Humors, wenn dann gibt es höchstens mal Sarkasmus pur, der einen eher Schlucken läßt als auflachen.

      Pb eins hat dann auch eine gewisse Abgeschlossenheit wenn zu beginn Hitler nahe am Suizid steht und am Ende des Bandes sein Gegenspieler anfängt ähnlich zu denken. Sehr schön sind die Vorworte zu jeder Ausgabe von Gillen, auch wenn einiges etwas dezent weinerlich daherkommt, sind diese Anmerkungen doch meist recht informativ und zeigen oftmals was für eine Gefühlswelt der Autor während der Serie durchlebt.

      Die Story ist recht schnell runtergerissen, Hitler-Deutschland erschafft zum Ende des WWII eine Art Panzermenschen, welche das Ende des Krieges erstmal hinauszögern. Hitler der hier schon mit deutlicher Kritik an seiner Kriegsführung lebt, benimmt sich eben auch wie die Axt im Wald als er anfängt damit zu arbeiten. Immer wieder gibt es Auftritte anderer realer Personen aus der Geschichte des WWII, dazu der halbdokumetarische Stil, so ergibt sich eine sehr gut umschriebene Alternativwelt.

      Zeichnerisch ist das alles von White sehr gut umgesetzt, auch wenn der Splatteranteil etwas hoch ist und machmal vor Eingeweiden und Blutföntänen das erkennen des gezeigten darunter leidet, so ist es doch auf recht hohem Niveau gestaltet und für mich gelungen. Mit Personen hat White auch kein Problem, bekannte Gestalten erkennt der Leser recht schnell, im Uniform Modus ist es für mich halt immer schwer die Individuen auseinander zu halten.

      Band eins ist alles in allem recht gelungen, wesentlich weniger plakativ als es hierzulande vom Verlag immer dargestellt wurde. Eine Überlegung die Serie hierzulande zu veröffentlichen kam wohl erst nachdem sich jemand im Verlag erbarmte die Story auch mal zu lesen, weil wie mein Vorgänger schon schrieb, sie ist wesentlich weniger sinnlos wie es von Vorurteilen geprägt den Anschein macht.

      Empfehlenswert und ob der Ernsthaftigkeit, ganz ohne Smileys.

      Bubi schrieb:

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    • Über 2



      Band eins war ja eine recht runde Sache, deshalb gibt's erst mal einen Zweiteiler eines Teils der Geschichte die für uns Europäer immer zweitrangig war, der Pazifik Krieg. Ich gebe zu außer der Serie dazu kenn ich mich da quasi gar nicht aus. Macht nix, Gillen recherchiert sehr gut und lässt gleich mal einige japanische Supermänner auflaufen. Nach diesen beiden Ausgaben geht es an der Ostfront weiter, mit einer bösen Story über Stalin und seine Beweggründe selber so schnell wie möglich Supermenschen zu züchten. Dann gibt's wieder neues von den drei deutschen Schlachtschiffen und es wird richtig böse am Ende, ein Ende das doch etwas überrascht.

      Zeichnerisch bleibt es beim alten, Band zwei ist immer noch von Caanan White und der ist inzwischen richtig drin. Bin gespannt wie es in Band drei wird, da pausiert Caanan erst mal.

      Hölle auf Erden, das ist richtig gut.
      Gillen schafft es trotz des halbdokumentarischen Stils (und ich muss zugeben, nie haben mir diese Textkästen, sorry mir fällt grad der Name nicht ein, so zugesagt wie hier) eine durchgehend spannende, wenn auch manchmal etwas ausufernde wegen der vielen Schauplätze, Geschichte aufs Papier zu bringen. Akribisch arbeitet Gillen die Story aus, immer auf wahre Tatsachen beruhend und diese mit dem Gesichtspunkt existierender Supermenschen verwebend. Das ist so unglaublich intensiv, wohl gerade für uns Deutsche, welche ja seit Geburt immer mal wieder auf lehrreichem Fuße in diese Zeit geführt werden, ob wir wollen oder nicht.
      Allerdings belässt es Gillon nicht bei den bösen Deutschen, nein auch andere Nationen werden ihre unmenschlichen Verfehlungen aufgezeigt. Es geht ja auch in erster Linie nicht um den Holocaust, sondern um die verschiedenen Fronten des WWII und wenn ein Stalin dann mal eben 420.000 Landsleute opfert für eine eventuelle Chanchenerhöhung dann ist das knüppelharter Tobak.

      Weiterhin, und das rechne ich panini hoch an, das sie diese Texte drin gelassen haben, gibt es Erläuterungen von Gillen zu allen Gedanken und Erstehungsphasen der Serie. das ist mitunter fast noch interessanter als die Comic Story. Auch wenn es manchmal ein wenig ablenkt von der Story, so sind diese Passagen für jeden der sich mit dem Thema Comic schreiben beschäftigt ein genussvoller Einblick. Auch teased er seine weiter Pläne dezent an, so das man gespannt auf das nächste ist.

      Ja es ist eine Superheldenstory, aber eben eine, die sich vollkommen von dem unterscheidet was die Strumpfhosenträger so ausmacht. Wie schon in Band eins gibt's hier nix zu lachen, nein gar nix, da hat Crossed noch mehr Humor.

      Ich glaube wäre die Story bei einem renommierten Verlag erschienen und eben nicht bei den Bad Ass Jungs von Avatar, dann hätte panini das Ding wohl sogar in seiner Albensparte gebracht. Ich kann mir nicht vorstellen das die dort erscheinenden WWII Comics differenzierter mit der Thematik umgehen als es Gillon macht. Es ist zwar eine alternative Geschichte über den WWII aber sie bleibt immer erschreckend ehrlich und ist meilenweit von einer verklärten Captain America Entstehung entfernt.

      Eigentlich gebe ich nichts auf diese Werbephrasen die Verlage gern auf ihre Bücher drucken um irgendeinen Anschein zu erwecken, aber Moores Spruch passt wie die Faust aufs Auge.
      Ein Kriegscomic mit phantastischen Elementen und verdammt gut gemacht.

      Bubi schrieb:

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    • Band 3

      Bild folgt


      Alles anders macht der Mai und Band drei!

      Sorry für den dummen Limerick als Starthilfe, aber Gillen widmet sich in den Ausgaben 12-17 den Damen und dadurch wird der Story Aufbau deutlich mehr in Richtung Superheldencomics verschoben. Wir erfahren wie es Katja nach ihrer Flucht aus dem Versuchsgulag ergeht, wie Klaudia nach ihrer Mission in GB entkommt und erfahren einiges neues über Stefanie (oder auch nicht :P ) Das wird eben in typischer Erzählmanier vorgebracht und Textkästchen sind Mangelware. Auch kehrt ein Toter aus PB 2 zurück, allerdings offenbart Gillen hier nicht das warum oder wie. Inzwischen sind mir die Charaktere doch etwas näher gekommen, ans Herz gewachsen wie man so schön blumig sagt, nee, das geht bei der Thematik eher wenig. Selbst die Alliierten wirken teils undurchschaubar wie zB. Stefanie oder sind ebenso herzlos wie die Achsenmächte.
      Zeichnerisch gibt hier zwei neue die ranmüssen, damit White einen kleinen Vorsprung bekommt. Andrade und Gete sind aber auch sehr symbiotisch und ähneln Canaan White stark. Somit bleibt einem Augenkrebs oder plötzliche Veränderungen der Charaktere erspart, schön.

      Wie immer nehmen die Erklärungen Gillons nach jeder US-Ausgabe viel Raum ein und sind wundervolle Einsichten eines Comicschreiber. Auch interessant das sich Gillon mit Band drei langsam aus der realen Zeit Linie verabschiedet und nun wesentlich freier weiter arbeiten kann. Daran sieht man aber auch wie stark sich der Autor mit der Thematik im Vorfeld beschäftig hat um eben auch Geschichtskenner nicht vor den Kopf zu stoßen.

      Jetzt bin ich auf aktuellem Stand was die deutschen Ausgaben betrifft und hoffe das der ein oder andere Neugierig geworden ist und sich dafür mal interessiert, denn wie schon zuvor erwähnt, die Story ist weit ab von plakativen Avatar Ausgaben. Und ich wünsch das zumindes mal das komplette Aufgebot hierzulande erscheint. Wie es dann weitergeht, naja bei Avatar läuft zumindest noch Über Invasion als wohl fast einzig fortlaufende Serie. Aufgebot sollte mit PB 5 beendet sein und ich hoffe das panini das 2018 auf die Reihe bekommt.

      Schwerer Stoff, aber intelligent aufgearbeitet und ich hau hier einfach mal ein Fazit von Kieron Moore rein:



      Kieron Moore schrieb:

      It’s not easy reading but dark and clever stuff – you won’t laugh, you probably won’t cry, but it might make you think. It’s a world where war is horrific and people in power make horrible decisions. A worryingly real world.

      Bubi schrieb:

      @ JoeKerr: Jetzt mal Butter bei die Fische - das war doch wahrscheinlich mit Abstand Dein schlechtester Post im Forum, oder nicht?
      "If you can't dazzle them with brilliance, baffle them with bullshit." W.C.Fields