BATMAN - Der dunkle Prinz (Enrico Marini)

    • Eine ausgezeichnete Batman / Joker Story mit wunderbaren Zeichnungen und ganz tollen Farben. Ich bin rundum begeistert. Besonders die Torte die Harley Quinn zum Geburtstag erhält, hat es mir angetan.

      Aufgrund der edlen Aufmachung und einer Geschichte, die kein großes Hintergrundwissen benötigt, eignet sich der Band (gemeinsam mit dem 2. Teil) auch sehr gut als Geschenk. Freunden, die gerne Lesen und Comicverfilmungen mögen, aber selbst keine Comicsammler sind, schenke ich manchmal zum Geburtstag ein Comic, was in der Regel sehr gut ankommt.
    • Ich kann den Band jetzt nicht so mit Euphorie übergießen, wie es hier getan wurde.

      Aber fangen wir mit dem Positiven an: dem Artwork.
      Sieht wirklich spitze aus. Toller Stil, tolle Farbgebung.
      Die Splash-Pages mit dem Blick auf Gotham sind wirklich erstklassig. Da kommt die Stadt super rüber. Hätte gerne mehr davon gesehen.

      Die Handlung hat mich allerdings nicht sonderlich überzeugt.
      Klar, sie war nicht schlecht oder langweilig. Ich würde sie als Batman as usual bezeichnen. Joker macht Unfug, Batman verprügelt Thugs, Gordon auf dem Dach beim Bat-Scheinwerfer, Harley ist crazy, Selina will klauen und verführt Batman, Alfred, Bathöhle, ...
      Im zweiten Band kriegen wir dann noch einen Flashback in die Gasse hinterm Kino mit der Perlenketten und viola, die Kerngeschichte von Batman.
      Hat mich ehrlich gesagt schon leicht angeödet. Da bekommt jemand wie Marini die Chance da was mit Batman zu machen, braucht sich nach nix richten und raus kommt was, was sowieso schon zigmal da ist.
      Einzig der Punkt mit dem kleinen Mädchen hatte meine Aufmerksamkeit. Das ist wirklich spannend.

      Der Joker ansich war gut dargestellt. Wobei es mir dann aber schnell über wurde, dass er wirklich jeden seiner Thugs wegen Nichtigkeiten Umbringt. Ja, schon kapiert, er ist wirklich gaaaaanz crazy. :sleeping:
      Killercroc als Bodymod-Gangster, und nicht als Monster, fand ich super. Allerdings hat der nun nicht viel zur Story beigetragen. Fühlt sich aus jetzigem Standpunkt an wie eine Fanservice-Schlaufe - genau wie Selina. An der Stelle lieber ein paar tolle Gotham-Bilder und gut.

      Mag jetzt wie ein Verriss klingen, aber so schlimm ist es definitiv nicht gem

      Fazit:
      Artwork 9/10
      Handlung 6/10
      Wäre das kein Album von Marini, dann hätte sicherlich keiner nen Handstand gemacht...
      Für Batman-Fans bestimmt ein Muss; für Gelegenheitsleser, die mal was von der Fledermaus haben wollen sicher eine gute Empfehlung. Für mich war's aber kein Erlöser-Comic.

      lg Task

      Jones schrieb:

      Wenn ich mir mal einen Hund zulege, wird's ein Dobermann...und ich nenne ihn Taskmaster.

    • Ich weiß schon worauf du hinaus willst.
      Ändert aber nix daran, dass ich die Story jetzt für etwas besser als 08/15 halte.
      Gut für die Bat-Leser, die haben wieder Abwechslung. Schlecht für mich. Aber genau so hab ich es ja auch bewerte: Als ausgabe, die einfach nix für mich ist.

      lg Task

      Jones schrieb:

      Wenn ich mir mal einen Hund zulege, wird's ein Dobermann...und ich nenne ihn Taskmaster.

    • @Taskmaster : Natürlich kann man den Band so (und noch ganz anders) bewerten, aber Dein Text klingt tatsächlich wesentlich schlimmer als Deine Bewertung mit "6" ausdrückt, was ja immer noch ganz ordentlich ist.

      Ich denke, die Freude über diesen Batman-Comic ist nicht darin begründet, dass Marini dafür verantwortlich ist (welcher Durschnitts-Superhelden-Leser kannte ihn überhaupt?), sondern, dass diese Story sowas wie die Essenz von Batman darstellt. Du schreibst "as usual", dazu kann ich nur sagen: wenns denn so wäre! In Zeiten von: Tod der Familie, Todesspiel, Superheavy, I am Gotham, Bane usw wünscht man sich doch regelrecht diese Reduzierung auf das Wesentliche... also ich zumindest (auch wenn einzelne Arcs wie z.B. "Ikarus" auch mal Abwechslung boten).

      Für mich persönlich ist Batman seit Morrison fast durchgehend eben nicht mehr "as usual". Morrison, Snyder,... alle hatten ihre Top-Momente und ich hatte einen Riesenspaß mit den Geschichten aber Marini trifft seit langer, langer Zeit mal wieder den Kern, der Batman für mich darstellt.

      Wie gesagt, Dein Text klingt schlimmer als es wohl gemeint war und Deine Meinung ist vollkommen i.O., das waren nur meine 2 Gedanken zu dem Thema.

      Edit: jetzt hab ich zu lang zum Schreiben gebraucht ... zwischendrin Kinder abduschen kostet Zeit ;)

      Taskmaster schrieb:

      Ich weiß schon worauf du hinaus willst.
      Ändert aber nix daran, dass ich die Story jetzt für etwas besser als 08/15 halte.
      Gut für die Bat-Leser, die haben wieder Abwechslung. Schlecht für mich. Aber genau so hab ich es ja auch bewerte: Als ausgabe, die einfach nix für mich ist.

      lg Task
      :thumbsup:
    • Ghorghor schrieb:

      als Deine Bewertung mit "6" ausdrückt,
      6 Für Handlung, 9 für Optik. Bitte das nicht unterschlagen. :)

      Damian schrieb:

      Es ist halt ein herrlich bodenständiger Batman, wie man ihn schon lange nicht mehr lesen durfte. Ewig lang. Sehr klassisch und oldschoolig. Natürlich reisst die Story deshalb keine Bäume aus, aber aus diesem Grund ist sie auch so toll.
      Sowas ist ja auch nicht verkehrt.
      Nur hält sie für mich bis jetzt (!) noch nichts bereit, was sie von den anderen bodenständigen Batman-Stories abhebt.
      Ein alleinstellungsmerkmal fehlt mir. Da haben wir hier nur das Mädchen, aber die ist in diesem Band nicht mehr als ein McGuffin. Vielleicht ändert sich das ja in Band 2. Nicht nur vielleicht, sondern hoffentlich.

      lg Task

      Jones schrieb:

      Wenn ich mir mal einen Hund zulege, wird's ein Dobermann...und ich nenne ihn Taskmaster.

    • Taskis Meinung dazu ist also wie der Band selbst: schön bodenständig. Und genau genommen schon auch realistisch. Aber für mich lag der Reiz des Bandes, von dem tollen Artwork mal abgesehen, schon auch in der Schlichtheit der Story. Eben eine bodenständige Crimestory, die für mich auch, ähnlich wie Ghorghor es schreibt, die Essenz von Batman ganz gut transportiert. Und halt einfach auch mal das bietet, was ich bei vielen anderen Superheldencomics oft vermisse. Weg vom "höher, schneller, weiter" aber dafür halt eine gut gemachte funktionierende Story. :ok:
    • Neu

      Batman: Der dunkle Prinz Band 1 von 2

      Es ist doch eher eine Seltenheit, dass eine Batman-Geschichte statt als Heft im Albumformat erscheint, aber in diesem Fall ist es mehr als angebracht. „Batman: Der dunkle Prinz“ wurde von Enrico Marini gestaltet, der durch erfolgreiche franko-belgische Reihen wie „Die Adler Roms“ oder „Gipsy“ bekannt wurde. Was zunächst ein Spaß von Marini gegenüber einem französischen DC-Verantwortlichen war, wurde plötzlich Ernst. Marini erfüllt sich einen Jugendtraum, und darf eine Batman-Geschichte Schreiben, Zeichnen und kolorieren.

      Thema ist die alte Auseinandersetzung zwischen Batman und seinem Erzfeind, dem Joker. Letzterer sucht eigentlich nur ein Geburtstagsgeschenk für seine Herzallerliebste, und die alte Lederhaut muss es ihm wieder schwermachen. Okay, vielleicht hätte er die Perlenkette nicht mit seiner Gang rauben sollen, aber Batman muss einfach wieder den Spielverderber in dieser vielleicht größten aller Lieben spielen. Harley ist über die Alternative die er ihr präsentiert alles andere als erfreut, und so sinnt der Joker auf Rache. Er will Batman da treffen, wo es ihm richtig weh tut: bei der Familie…


      Fazit:

      Zu den Bedingungen, die Enrico Marini stellte, als ihm das Angebot unterbreitet wurde, seine eigene Batman-Geschichte schreiben zu können, gehörte es, die Figuren die er wollte verwenden zu dürfen, und seine eigenen Interpretationen nutzen zu können. Er ist gern Herr über das Gesamtkunstwerk, und überlässt weder die Kolorierung noch die Story gern anderen. Und genau das ist es, was hier Spaß macht. So präsentiert er uns hier seine eigene Joker-Variante (eine Mischung aus dem klassischen Joker und Sid Vicious), sein eigenes Batmobil und viele weitere Marini-Versionen, die sehr gut ausgearbeitet und stimmig sind. Viel Spaß haben ihm die Damen in Batmans Umfeld gemacht, da gibt es viel Eyecandy, wo sich selbst Manara die Brille zurechtrücken würde. Aber auch andere Figuren wie Killer Croc passen gut.

      Überhaupt ist die Optik sehr gelungen. Marini bleibt seinem Stil treu, und so wirken die Zeichnungen und Farben deutlich heller und freundlicher als viele der amerikanischen Künstler, wo schwarz oft die beherrschende Farbe ist. Dies steht aber im Kontrast zur Handlung, denn hier geht es definitiv nicht hell und freundlich zu. Das der Joker kein Kind von Traurigkeit ist war klar, doch hier geht er doch sehr brutal vor, gegenüber der eigenen Gang sogar inflationär grausam. Okay, so kann man sich auch um Personalkosten drücken.

      Ansonsten macht die Story einfach Spaß, weil der ganze Ballast einer verstrickten Kontinuität unwichtig ist, und man direkt einsteigen kann, ohne die Anspielung von vor 2 Jahren zu kennen, oder die Resultate der letzten Crisis. Mein einziger Kritikpunkt: das Batman der größte Detektiv der Welt ist, geht leider etwas unter, und Bats geht hier lieber mit roher Gewalt vor als mit klassischer Ermittlungsarbeit.

      Außerdem bringt Marini einen Spin rein, den ich hier noch nicht verraten will, der mich aber mehr als wahnsinnig macht, weil der nächste Band noch nicht raus aus. Und das muss nach Jahrzehnten des Batman-Lesens erstmal jemand schaffen.

      Im Anhang gibt es noch ein 6-seitiges Interview von Alexander Bubenheimer von Panini mit Enrico Marini, bei dem viele Hintergründe zu der Band erläutert werden.

      Sofern Marini allerdings das hohe Niveau in Band 2 von „Batman: Der dunkle Prinz“ halten kann, ist dies ein ganz heißer Kandidat auf die Batman-Story des Jahres!