BATMAN: DER DUNKLE PRINZ 1 (VON 2/spoiler)

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    • Band 1 von "Der dunkle Prinz" ist ein Werk, an das man sehr gerne zurückdenkt. Sicher, die Story ist jetzt nicht dabei, das Rad neu zu erfinden, aber es unterhält, hat ganz starke Momente und zeigt den Joker eigentlich so, wie ich ihn am Liebsten mag - als Gestörten, der aber dennoch eine gewisse morbide Intelligenz besitzt. Das Hauptaugenmerk liegt aber sicher auf der wunderbaren Umsetzung, zeichnerisch wie farbentechnisch und man sitzt vor dem ein oder anderen Gemälde, das sich einem hier bietet, dann auch mal gerne länger. Und das Schönste: Nach den ganzen "Gotham am Rande des Abgrunds"-Storylines der letzten Monate und Jahre, von Scott Snyder bis Tom King, ist das hier einfach nur eine schöne, düsteren Batman-Geschichte mit viel Charme. Vielleicht begeistert sich mich gerade deswegen so. 9/10
    • Batman: Der Dunkle Prinz (1 von 2)

      Darf es eigentlich sein, dass ich einen Comic „nur“ gut finde und das Meisterwerk nicht erkennen kann das viele in ihm sehen? Bin ich ausnahmsweise mal nicht auf den Hypetrain aufgesprungen? Ohne Frage ist dieses Album hier wunderschön, aber kann das allein eine Höchstbewertung begründen?

      Handlung
      Mit gerade einmal 76 Seiten hat dieses Album den üblichen Umfang und bietet so viel Inhalt wie ein reguläres Monatsheft von Panini Comics. Die Geschichte rund um Gothams dunklen Ritter spielt abseits der regulären Kontinuität und erzählt erneut vom Klassiker: Der Joker vs. Batman. Garniert wird dieser Leckerbissen des Hauses DC mit einer angeblichen Tochter von Bruce, einer Beziehung mit Selina Kyle, einer irren Harley Quinn und einer interessanten und zeitlosen Stilmischung verschiedener Epochen der Stadt. Hinzu kommen Auftritte anderer bekannter Figuren aus Batmans Umfeld.

      Bewertung
      Enrico Marini hat mit „Der Dunkle Prinz“ eine wunderbar bodenständige, unterhaltsame und wunderschöne Batmangeschichte geschaffen, die gerade in allen Ecken des Internets über den grünen Klee gelobt wird. Zu Recht werden die toll inszenierte Action, die eigenständige Interpretation des Jokers und seine phantastischen Zeichnungen gelobt. Das kann ich wirklich nicht abstreiten, sehe aber leider sonst keine bemerkenswerten oder gar neuen Aspekte in der Handlung, welche für eine Höchstwertung nötig wäre.

      Ich bin gespannt, wer nun eigentlich der titelgebende Prinz ist. Während die deutsche Übersetzung eher auf den Clownprinzen hinweist, ist das Original („The Dark Prince Charming“) eher ein Hinweise auf die Fledermaus, den alten Casanova – oder vielleicht doch auf den Joker, der seiner Harley imponieren möchte?

      Eben dieser Joker ist schon immer eine Figur mit vielen Facetten gewesen. Neben seinem Wahnsinn und merkwürdigen Humor ist es seine brutale Grausamkeit, die hier besonders betont wird. Dies ist eines meiner Highlights im Band. Im krassen Gegensatz dazu steht die Darstellung von Selina Kyle und Harley Quinn. Beide sind lediglich Schatten ihrer selbst, die als Eye Candy herhalten dürfen und sonst leider nahezu nichts zur Handlung beitragen. Da hat Marini mir persönlich zu viel Potenzial verschenkt.

      Am Ende des Albums gibt es noch ein längeres Interview zwischen dem Künstler und Alexander Bubenheimer (Vertriebsleiter bei Panini) zu lesen. Es geht um den Entstehungsprozess und ein paar Hintergründe. Man sollte es als einen netten Bonus verstehen – nicht mehr und nicht weniger ist es.

      Und dann wäre da noch der eigentliche Kaufgrund für den Band: Die atemberaubende Optik. Der Künstler hatte in den letzten Monaten vorab immer wieder Videos und Bilder auf Facebook veröffentlicht und uns Lesern so das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Es ist einfach beeindruckend, wie toll ihm Splash-Pages gelingen und wie seine mit dem analogen Pinsel kolorierten Zeichnungen hier im Albenformat ihre volle Pracht entfalten können. Spätestens wenn im Herbst die Gesamtausgabe mit der zweiten Hälfte erscheint, sollte „Der Dunkle Prinz“ als Beispiel für Gemälde in Comics Teil einer jeden Comicsammlung werden.

      Fazit
      Toller Band! Tolles Artwork! Und nicht ohne Grund wurde die zweite Auflage schon vom Verlag geordert. Die Handlung selbst ist leider nicht der große Hit geworden, weshalb ich nicht von einem Meisterwerk sprechen würde.

      4/5 Sterne
    • Ahappyfreak schrieb:

      Darf es eigentlich sein, dass ich einen Comic „nur“ gut finde und das Meisterwerk nicht erkennen kann das viele in ihm sehen? Bin ich ausnahmsweise mal nicht auf den Hypetrain aufgesprungen?
      Du bist nicht alleine.
      Deine Meinung entspricht so ziemlich genau der meinen. Drüben im Schwestern-Thread im Albenbereich haben auch noch andere Ihre Meinung kund getan.

      lg Task

      Jones schrieb:

      Wenn ich mir mal einen Hund zulege, wird's ein Dobermann...und ich nenne ihn Taskmaster.

    • Hui, erster Comic den ich seit Monaten angerührt habe.
      Eine sehr einfach gestrickte Geschichte (was natürlich nichts negatives ist) mit Zeichnungen, an denen man sich nicht satt sehen kann. Gotham ist schön atmosphärisch, man fühlt sich teilweise selbst wie verirrt in einem nebeligen Labyrinth aus Stahl und Beton. Besonders wussten auch die Designs von Joker, Croc und Batman selbst zu gefallen, der wie ein Hybrid aus Nolans Batman und Ben Afflecks Version wirkt.
      Ich hoffe es geht qualitativ in Band 2 so weiter.

      8/10 Punkte
    • Um eine gute Story zu erzählen ist es echt nicht notwendig das Rad jedesmal neu zu erfinden.

      Der Dunkle Prinz überzeugt durch eine einfache Story die trozdem dafür sorgt das man sich bereit auf Teil 2 davon freud.

      Batman, Joker und ein unschuldiges Leben das es zu retten gibt braucht man wirklich so viel mehr um eine gute Batman Story zu erzählen :pupsi:

      Das einzige was mich nicht wirklich überzeugen kann ist das Albenformat.
    • Hat noch niemand Band 2?

      In der Art könnte ich mir noch viele weitere Alben vorstellen. Warum z.B. nicht mal ein Superman von Yann & Schwartz? Marinis Zeichnungen sind ja immer noch sehr amerikanisch geprägt, aber die DC-Helden mal in einem typisch frankobelgischen Stil zu sehen, fände ich spannend.

      Auf jeden Fall ist das hier aber eine Batman Geschichte genau nach meinem Gusto. Kein Altpapierstapel von 52 Heften mit wechselnden Zeichnern und einem Tross von Autoren, voller Querverweise auf andere laufende und vergangene Serien, für sowas habe ich einfach keinen Nerv mehr.

      Batman gegen den Joker, mehr braucht es manchmal gar nicht, temporeich erzählt und hübsch anzusehen.
    • Wollte erst mal warten bis beide Bände draußen sind. Gestern Abend konnte ich dann die Story in einem Rutsch genießen.

      Kann mich dem positiven Feedback von den Vorrednern nur anschließen. Aufmachung und Artwork sind top. Die Geschichte bleibt dabei (relativ) geerdet.
      Marini nimmt sich dabei einige Freiheiten. Die Änderungen im Design (Harley und Selina :love: ) gefallen mir richtig gut,
      beim Joker als Drag Queen hat Marini sich wohl von Morrison etwas inspirieren lassen. Danke auch das man auf die Batanhängsel verzichtet hat und man sich Batman / Joker pur freuen kann.

      Der dunkle Prinz bleibt dabei zeitlos, manchmal schon richtig slapstickartig, könnte sogar als eine Folge der Batman '66 TV Serie funktionieren ^^

      Manchmal ist weniger eben mehr :)

      Einziger Kritikpunkt an Panini:
      Die weiche Beschichtung des Bandes fühlt sich zwar toll an, aber ich habe jetzt schon einige Kratzspuren darin die nicht mehr weggehen.
      Dabei habe ich den Band nur ins Regal zu anderen Büchern gestellt... :(