Dunkler Sammelwahn: Eaglemoss´ Batman Graphic Novel Collection - Der Rezi-Thread

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    • Dunkler Sammelwahn: Eaglemoss´ Batman Graphic Novel Collection - Der Rezi-Thread

      Nachdem sich bereits die meisten Ernst zu nehmenden Comic-Kollektionen mit Panini-Verwicklungen einen eigenen, in der Regel gut gefüllten und laufenden, Rezensionsbereich gesichert haben, soll dies natürlich auch der, ab August 2018 erscheinenden, "Batman Graphic Novel Collection" aus dem Hause Eaglemoss zur Seite gestellt werden.

      Die aktuellen Rezensionen speisen sich aus dem Testlauf der Reihe, es sind also durchaus noch Änderungen in Layout oder den Boni möglich. Des weiteren wäre sicher von Interesse, ob man in die Bewertung auch die Extras mit einfließen lassen sollte. Bisher habe ich dies meist unterlassen, da es mitunter das Bild von erzählerisch und/oder künstlerisch besonders gelungenen Bänden ziemlich nach unten hin verfälscht hätte. Da Kollektionen ja aber unter Umständen auch einen Mehrwert für Besitzer von Softcover- oder generell anderen Ausgaben bieten können, wäre der Gedankengang aber wiederum eine Überlegung wert.

      Kurz zu meinen aktuellen Wertungskriterien:

      Dramaturgie/ Erzählung = Wie, meist subjektiv, spannend ist die Geschichte? Bleibt man an ihr hängen, fesselt die Erzählung wie eine nietenbesetzte Stahlkette oder eher wie ein Gummiband? Ist die Spannungskurve gleichbleibend, gibt es gemächliche Passagen zum "Luft holen", sind die jeweiligen Anteile halbwegs ausgeglichen oder driftet man stark in eine bestimmte Richtung? Oder legt man den Band zwischendurch ständig zur Seite, kann sich schnell von der Story lösen oder muss sich ab und an sogar zum Weiterlesen zwingen?

      Zeichnungen = Wie attraktiv, auch das ist meist subjektiv, ist die künstlerische Seite des Bandes gelungen? Treffen wir auf majestätische, aber mitunter arg starr wirkende, Gemälde oder auf bewegungsfreudige, dynamische, aber dafür eher grobe Zeichnungen? Oder wird beides in hervorragender Synthese serviert? Passen die Zeichnungen zum Charakter der Geschichte? Oder ruinieren allzu "cartooneske" Elemente jegliche erdrückende Spannung? Was ist eventuell besonders innovativ geraten bzw. was hat man so noch nicht gesehen? Auch Farbgebung und alle anderen Bereiche abseits der reinen "Zeichenkunst" spielen hier eine Rolle und werden leider viel zu oft in die zweite Reihe degradiert.

      Kreativität = Verläuft die Geschichte in erwartbaren Bahnen und damit typisch zum etablierten 08/15-Muster einer bestimmten Heldenfigur oder gar eines ganzen Genres? Oder spielt man tatsächlich auf gelungene Art und Weise mit neuen Ideen, traut sich neue Facetten an Figuren zu entdecken (oder zu schaffen...) und durchbricht damit die Linientreue? Vertragen sich Alt und Neu? Schafft man es, etablierten Figuren glaubhaft neue Eigenschaften auf den Leib zu schreiben? Oder begibt man sich in immer wieder die selbe Leier und stellt damit sämtliche Innovation kalt?


      Achtung, dies soll kein "Privat-Thread" werden und daher bitte ich ausdrücklich um rege Beteiligung, damit wir für einzelne Bände eine halbwegs repräsentative und hilfreiche Bewertung entstehen lassen können. Es wäre aber gut, wenn man zumindest kurz, falls man auf ein Zahlensystem oder Ähnliches zurück greift, dieses erklärt.

      *weitere Infos folgen*

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von majorcrampas ()

    • Dunkler Sammelwahn Nr.1: Aus der Asche ("Jahr Null: Die dunkle Stadt, Teil 1")

      Der 25jährige Spross der Milliardärsfamilie Wayne kehrt nach jahrelanger Abstinenz in seine Heimatstadt Gotham City zurück. Bis auf seinen treuen Butler Alfred und seinen Onkel Philip ist von Bruce´ ansatzweise familiären Banden nicht mehr viel übrig, dafür aber gedeiht das Verbrechen in der Metropole prächtig. Ein Vigilant namens "Red Hood" terrorisiert auf vielschichtige Weise den urbanen Moloch und verfügt offensichtlich über ein weit gestreutes Netz von Anhängern. Als er seine ruchlosen Griffel auch in Richtung Wayne Enterprises ausstreckt, wird der letzte Nachfahre des Industrie-Clans jedoch hellhörig und widmet seine neu gefundende Berufung zum dunklen Rächer zunächst vollständig dem Ergreifen des unfreiwillig komisch wirkenden "Rotkäppchens". Doch als Batman die verstreuten Puzzlestücke des übergeordneten Planes Red Hoods zusammen setzen kann, muss er feststellen, dem Monster alleine nicht gewachsen zu sein...

      Im zweiten, teilweise enthaltenen, Storybogen muss sich der Dunkle Ritter einem ebenfalls höchst ominösen Gegner stellen, der über die Fähigkeit verfügt, das Knochenwachstum seiner Opfer vollkommen außer Kontrolle geraten zu lassen. Als immer mehr grotesk entstellte, skelettartige Leichen seinen Weg pflastern, heftet sich Batman an die Fersen des unberechenbaren Widersachers.

      Da hatten wir ihn also: Den ersten Ausblick auf die im August zur Veröffentlichung anstehende "Batman Graphic Novel Collection" aus dem Hause Eaglemoss/Panini, welche die sicher nicht gänzlich unerfolgreiche "DC Graphic Novel Collection" (im Folgenden als DCGNC abgekürzt) beerben soll. Ein nicht unbedingt leichtes Erbe, was aber viel mehr in den Schwächen der Vorgängersammlung betreffs Rechtschreibung und Schriftsetzung begründet liegt, als in inhaltlichen Qualitätserwartungen. In dieser Hinsicht lässt der vorliegende erste Band der Testreihe (in wie fern dieser dann dem Sammlungsstart im August entspricht kann man noch nicht definitiv sagen) durchaus nichts zu wünschen übrig, denn nicht ein Rechtschreibfehler, nicht ein einziger falsche Trennstrich oder andere "Lettering"-Probleme waren auszumachen. Die Einführungstexte wirken ebenfalls stilistisch wesentlich besser, als die ab und an etwas einfach bzw. gar recht "plump" konstruiert wirkenden Übersetzungen dieser in der DCGNC. Das Lektorat bzw. Korrektorat, besetzt mit "TeleVision"-/"TV Highlights"-Autorenlegende Uwe Raum-Deinzer, lässt also hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Haptisch bleibt man dem Hardcover-Erfolgsrezept des Vorgängers treu, was eine solide Bindung und brauchbares, wenngleich gefühlt etwas dünneres als in der DC-Sammlung, Hochglanzpapier bedeutet. Dennoch ist der Start, zumindest meine Ausgabe, handwerklich nicht gänzlich fehlerfrei, da sich im "Finale" des ersten Storybogens beim Kampf in einer Fabrik seltsame gelbe Abdrücke auf den Seiten wiederfinden, die vermutlich von einer verschmutzten Druckmaschine/ -rolle stammen. Natürlich ist dies mit aller Wahrscheinlichkeit chargenabhängig und trat auch bei der DCGNC zwei, drei Mal auf, aber sollte dennoch erwähnt werden. Boni in Form einer Cover-Galerie oder eines Klassikers gibt es hingegen nicht, allerdings handelt es sich ja um den ersten Teil der "Dunklen Stadt", was durchaus bedeuten kann, dass zumindest erstere im zweiten Band nachgeholt wird.

      Inhaltlich kann man am Band jedoch nur wenig bemängeln, denn die erzählte Geschichte aus dem Universum der "New 52" eignet sich mit ihrem Origin-Charakter passabel als Auftakt einer neuen Sammelreihe und ist zudem kurzweilig und spannend erzählt. Leider glänzt der stetig anwachsende Spannungsbogen mit mehr Fragen als Antworten auf diese, aber sicher wird es im Laufe der Sammlung noch ausreichend Fortsetzungen dieses Handlungszweiges geben, die den Leser in dieser Hinsicht zufrieden stellen. Die Zeichnungen fallen erwartungsgemäß modern und dynamisch aus, lassen aber dann und wann eine gewisse wenig attraktive "Strichlastigkeit", so wie keine unbedingt ausufernde Detailverliebtheit erkennen.

      Für wen eignet sich diese neue Sammlung also? Nun, auf jeden Fall für diejenigen, die sich akut für die Abenteuer des Dunklen Ritters interessieren, bisher aber wenig Geld in eine entsprechend ausufernde Sammlung dieser investiert haben. Oder passionierte Sammler ersetzen diverse Softcover-Versionen durch die Eaglemoss-Hardcover, was ja mitunter bei der DCGNC durchaus der Fall war. Oder aber, man sammelt einfach alles doppelt...Geld und vor allem ausreichend Platz vorausgesetzt, ergibt sich aus den Buchrücken der Sammlungsbände ja ein zusammenhängendes Bild. Bei 3,99 Euro für die Erstausgabe, 8,99 Euro für den zweiten Band und 12,99 für die absehbaren weiteren Ausgaben (wobei man sicher auch die Steigerung auf 13,99 Euro als "todsicher" abhaken kann...) ein dezent luxuriöser Spaß, aber irgendein Laster braucht jeder Mensch.

      Fazit: Ordentliches Debüt mit kleinen Schönheitsfehlern, passable Geschichte. Handwerklich und die Boni betreffend ist aber noch ausreichend Luft nach oben!


      Dramaturgie/Erzählung7/10
      Zeichnungen7/10
      Kreativität8/10
      Gesamtwertung7.33 / 10

      :bats:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von majorcrampas ()

    • Ich werde nicht ganz so ausführlich rangehen, aber trotzdem ab und an meinen Senf dazu geben.

      Also erst mal Jahr 0 bzw. Band 1 und 2 :

      Interessante Origin Story, die mich in dieser Form aber doch sehr überzeugt hat. 3 Storys in 2 Bänden, die nahtlos
      ineinander übergehen und mich von Anfang bis Ende fesseln konnten (wollte erst mal nur einen Band lesen, habe
      den zweiten aber dann nahtlos dran gehängt).

      Die Zeichnungen passen mMn hervorragend zur Geschichte, gefiel mir sehr.

      Verarbeitung der Bände ist hervorragend, Fehler beim Druck sind mir keine aufgefallen.

      Ein sehr guter Eindruck schon mal zum "Test-Start".